Suchttherapeuten
Suchttherapeutinnen und Suchttherapeuten behandeln Menschen mit Abhängigkeit von Alkohol, Drogen, Medikamenten, Glücksspiel oder Medien. Sie führen Einzel- und Gruppentherapien in Beratungsstellen und Fachkliniken und begleiten den Weg aus der Sucht bis zur Nachsorge.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Suchttherapeuten verdient
4.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.000 € | 6.200 € | 60.000 € |
Das Gehalt hängt vor allem vom Grundberuf und vom Träger ab: Sozialarbeiter werden in kommunalen Einrichtungen meist nach TVöD Sozial- und Erziehungsdienst eingruppiert, Psychologen nach TVöD oder TV-L in höheren Entgeltgruppen, bei kirchlichen Trägern gelten die AVR von Caritas oder Diakonie. Private Klinikbetreiber und kleine, über Zuschüsse finanzierte Beratungsstellen zahlen teils deutlich weniger und befristen häufiger.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Suchttherapeut?
Suchttherapeutinnen und Suchttherapeuten arbeiten mit Menschen, die von Alkohol, illegalen Drogen, Medikamenten, Glücksspiel oder digitalen Medien abhängig sind. Im Mittelpunkt stehen Einzelgespräche und Gruppentherapien, in denen Rückfallauslöser bearbeitet, neue Bewältigungsstrategien eingeübt und Lebensperspektiven entwickelt werden. Dazu kommen Aufnahmegespräche, Diagnostik, das Erstellen von Therapieplänen und Sozialberichten sowie Anträge auf Rehabilitation bei der Rentenversicherung. In Fachkliniken für Entwöhnungsbehandlung arbeiten sie im Team mit Ärztinnen, Psychologen, Pflegekräften und Ergotherapeuten. In ambulanten Beratungsstellen betreuen sie Menschen über Monate, oft auch deren Angehörige. Ein großer Teil der Arbeitszeit fließt in Dokumentation, Fallbesprechungen und Absprachen mit Kostenträgern, Jobcentern, Gerichten oder Bewährungshilfe.
Wie wird man Suchttherapeut?
Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, in der Praxis führt der Weg aber fast immer über ein abgeschlossenes Studium in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik, Psychologie oder Medizin. Darauf baut eine berufsbegleitende Weiterbildung in Suchttherapie auf, die von der Deutschen Rentenversicherung anerkannt sein muss, damit die Arbeit in der Rehabilitation abgerechnet werden kann. Diese Weiterbildung dauert meist drei bis vier Jahre und ist verhaltenstherapeutisch, psychoanalytisch oder systemisch ausgerichtet. Sie umfasst Theorie, Selbsterfahrung, Supervision und praktische Behandlungsstunden und setzt in der Regel eine Stelle im Suchtbereich voraus. Die Kosten tragen Teilnehmende oft selbst, manche Arbeitgeber beteiligen sich. Pflegekräfte und Ergotherapeuten können in einigen Einrichtungen mit Zusatzqualifikationen in der Suchthilfe arbeiten, eine eigenständige Therapeutenrolle in der Reha ist ihnen aber meist verwehrt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist psychisch fordernd. Rückfälle gehören zum Krankheitsbild, Therapieabbrüche sind häufig, und nicht jede Behandlung führt zum Erfolg. Wer hier arbeitet, braucht eine stabile Haltung zwischen Zuwendung und klaren Grenzen, denn Klientinnen und Klienten reagieren mitunter manipulativ, aggressiv oder ablehnend. Schicksale wie Wohnungslosigkeit, Gewalterfahrung, Haft oder der Tod von Betreuten belasten. Regelmäßige Supervision ist deshalb Standard. In Beratungsstellen sind die Arbeitszeiten überwiegend am Tag mit einzelnen Abendterminen, in Kliniken kommen teilweise Spät- oder Wochenenddienste hinzu. Der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand ist hoch, und viele Stellen hängen an befristeten Projektmitteln oder kommunalen Zuschüssen. Die lange und selbst finanzierte Weiterbildung neben dem Beruf kostet viel Zeit und Geld.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Viele Fachkliniken und Beratungsstellen suchen anerkannte Suchttherapeuten, weil erfahrene Kräfte in Rente gehen und die Weiterbildung nur wenige abschließen. Neue Themen wie Mediensucht, Mischkonsum und Crack erweitern das Arbeitsfeld. Mit Erfahrung sind die Leitung einer Beratungsstelle, eine therapeutische Leitung in einer Fachklinik, Tätigkeiten als Supervisorin oder Dozent in der Weiterbildung möglich. Psychologinnen und Psychologen können zusätzlich die Approbation als Psychologische Psychotherapeuten anstreben.
Aufgaben
- Aufnahme- und Diagnostikgespräche mit Betroffenen führen
- Einzel- und Gruppentherapien zur Entwöhnung und Rückfallprophylaxe leiten
- Therapiepläne erstellen und Behandlungsverläufe dokumentieren
- Sozialberichte und Reha-Anträge für die Rentenversicherung verfassen
- Angehörige beraten und Paar- oder Familiengespräche führen
- Nachsorge und Übergänge in Arbeit, Wohnen oder Selbsthilfe organisieren
- sich mit Ärzten, Jobcentern, Gerichten und Bewährungshilfe abstimmen
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium in Sozialer Arbeit, Sozialpädagogik, Psychologie oder Medizin
- von der Deutschen Rentenversicherung anerkannte Weiterbildung in Suchttherapie
- psychische Belastbarkeit und Bereitschaft zu Supervision und Selbstreflexion
- Fähigkeit zu klarer Abgrenzung bei gleichzeitiger Zugewandtheit
- sicherer schriftlicher Ausdruck für Berichte und Anträge
- erweitertes Führungszeugnis für viele Einrichtungen
Wo man arbeitet
- Fachkliniken für Suchtrehabilitation
- ambulante Sucht- und Drogenberatungsstellen
- psychiatrische Kliniken mit Suchtstationen
- Tageskliniken und Nachsorgeeinrichtungen
- Justizvollzugsanstalten und Maßregelvollzug
- Einrichtungen der Wohnungslosen- und Jugendhilfe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Sozialer Arbeit oder Psychologie, das drei bis fünf Jahre dauert. Daran schließt sich eine berufsbegleitende, von der Deutschen Rentenversicherung anerkannte Weiterbildung in Suchttherapie von drei bis vier Jahren an, die mit einem Zertifikat abschließt.
Offene Stellen als Suchttherapeuten
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Suchttherapeuten (m/w/d)
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- Offene Stellen
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Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa bei Armut, Sucht, Gewalt oder familiären Krisen. Sie vermitteln Hilfen, stellen Anträge und arbeiten mit Ämtern, Schulen und Gerichten zusammen.
- Offene Stellen
- 19
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- 3.300 – 5.900 €
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