Trocknungstechniker
Trocknungstechniker spüren nach Wasserschäden die Ursache und das Ausmaß der Durchfeuchtung auf, trocknen Gebäude technisch aus und dokumentieren den Verlauf für Eigentümer und Versicherungen.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Trocknungstechniker verdient
3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
Die meisten Sanierungsbetriebe sind nicht tarifgebunden, das Gehalt wird frei verhandelt und hängt stark von Region, Betriebsgröße und Zusatzqualifikationen wie Leckageortung ab. Zulagen für Notdienst und Rufbereitschaft machen in vielen Betrieben einen spürbaren Teil des tatsächlichen Einkommens aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Trocknungstechniker?
Nach einem Rohrbruch, einer undichten Fußbodenheizung, einem Hochwasser oder Löschwasser nach einem Brand rücken Trocknungstechniker an. Zuerst klären sie, wo das Wasser herkommt und wie weit es sich ausgebreitet hat. Dafür messen sie mit Feuchtemessgeräten in Estrich, Mauerwerk und Dämmschichten, setzen Wärmebildkameras ein und orten Leckagen mit Akustik- oder Tracergasverfahren. Anschließend planen sie die Trocknung: Sie bohren Löcher in den Estrich, schließen Seitenkanalverdichter für die Dämmschichttrocknung an, stellen Kondens- oder Adsorptionstrockner auf und richten Ventilatoren aus. In den folgenden Wochen kontrollieren sie die Messwerte, versetzen Geräte und bauen sie wieder ab, wenn die Werte stimmen. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation: Messprotokolle, Fotos und Berichte gehen an Gebäudeversicherungen, Hausverwaltungen und Sachverständige. Bei Schimmelbefall gehört häufig auch die Vorbereitung der Sanierung dazu.
Wie wird man Trocknungstechniker?
Eine staatlich geregelte Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Die meisten kommen aus einem Handwerksberuf, etwa aus dem Sanitär- und Heizungsbau, dem Maler- oder Estrichlegerhandwerk oder dem Hochbau. Fachbetriebe lernen neue Kräfte oft selbst an und schicken sie zu Lehrgängen, zum Beispiel zur Fachkraft für Wasserschadensanierung, zum Leckageorter oder zu Kursen in Thermografie und Schimmelsanierung. Solche Lehrgänge bieten Fachverbände, Kammern und private Bildungsträger an; sie dauern meist wenige Tage bis einige Wochen. Ein Quereinstieg ohne handwerklichen Hintergrund ist möglich, verlangt aber eine längere Einarbeitung. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch Pflicht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Trockner und Verdichter wiegen oft 30 bis 50 Kilogramm und müssen in Keller und Dachgeschosse getragen werden. Kernbohrungen erzeugen Lärm und Staub, in feuchten Räumen kommen Schimmelsporen und manchmal Abwasser hinzu, sodass Schutzausrüstung zum Alltag gehört. Viel Zeit verbringt man im Auto, weil an einem Tag mehrere Baustellen angefahren werden. Viele Betriebe haben Notdienst und Rufbereitschaft am Abend und Wochenende, nach Unwettern fallen Überstunden an. Kunden sind nach einem Wasserschaden oft gestresst oder verzweifelt, und zwischen ihnen und der Versicherung muss man sachlich bleiben. Wer genau misst und sauber dokumentiert, vermeidet Streit über Kosten und Ergebnisse.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Wasserschäden gehören zu den häufigsten Gebäudeschäden, alternde Leitungen und zunehmende Starkregenereignisse sorgen für Aufträge. Viele Sanierungsbetriebe suchen dauerhaft Personal, gerade erfahrene Kräfte mit Leckageortung. Wer sich weiterbildet, kann Bauleitung oder Niederlassungsleitung übernehmen, sich zum Sachverständigen für Feuchte- und Schimmelschäden qualifizieren oder einen eigenen Betrieb gründen. Mit einer Meisterprüfung im Handwerk oder einer Technikerausbildung stehen weitere Wege offen.
Aufgaben
- Feuchtigkeit in Wänden, Estrich und Dämmung messen
- Leckagen mit Thermografie, Akustik oder Tracergas orten
- Trocknungsgeräte und Seitenkanalverdichter aufstellen und anschließen
- Bohrungen für die Dämmschichttrocknung setzen
- Trocknungsverlauf kontrollieren und Geräte anpassen
- Messprotokolle und Schadensberichte für Versicherungen erstellen
- Kunden zu Ablauf und Dauer der Trocknung beraten
- Notdiensteinsätze nach Rohrbrüchen und Unwettern übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Handwerk oder Bau von Vorteil
- Führerschein Klasse B
- Körperliche Belastbarkeit für schweres Heben und Arbeiten in Kellern
- Technisches Verständnis für Messgeräte und Gebäudeaufbau
- Sorgfalt bei Messung und Dokumentation
- Bereitschaft zu Notdienst und Rufbereitschaft
- Ruhiger Umgang mit belasteten Kunden
Wo man arbeitet
- Betriebe für Wasserschadensanierung und Bautrocknung
- Leckageortungsfirmen
- Sanitär- und Heizungsbetriebe mit Sanierungsabteilung
- Brand- und Schadensanierungsunternehmen
- Gerätevermieter für Bautrocknung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung in einem Handwerksberuf wie Anlagenmechaniker SHK, Maler oder Estrichleger, danach die Einarbeitung im Fachbetrieb. Ergänzend folgen Lehrgänge, etwa zur Fachkraft für Wasserschadensanierung oder zum Leckageorter, die wenige Tage bis Wochen dauern und mit einem Zertifikat abschließen.
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- Offene Stellen
- 47
- Monatsbrutto
- 2.500 – 4.600 €
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