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Technik & Ingenieurwesen

Verfahrensingenieur

Verfahrensingenieure planen, entwickeln und optimieren industrielle Prozesse, in denen Stoffe chemisch, physikalisch oder biologisch umgewandelt werden. Sie arbeiten etwa in der Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Energiebranche oder im Anlagenbau.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verfahrensingenieur verdient

5.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.000 bis 9.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.000 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.600 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.000 € 86.400 €

Am meisten zahlen Großunternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie, die nach dem Entgelttarifvertrag der chemischen Industrie (IG BCE/BAVC) oder darüber außertariflich vergüten; kleinere Ingenieurbüros, Lebensmittelbetriebe und der öffentliche Dienst (TVöD/TV-L) liegen meist deutlich darunter. Ein Masterabschluss oder eine Promotion sowie Führungsverantwortung heben das Gehalt spürbar an.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verfahrensingenieur?

Verfahrensingenieurinnen und Verfahrensingenieure sorgen dafür, dass aus Rohstoffen in großem Maßstab Produkte werden: Kunststoffe, Arzneimittel, Treibstoffe, Milchpulver oder aufbereitetes Trinkwasser. Sie legen fest, in welcher Reihenfolge Stoffe gemischt, erhitzt, getrennt, getrocknet oder gefiltert werden, und berechnen dafür Stoff- und Energiebilanzen. Im Anlagenbau entwerfen sie Fließbilder, dimensionieren Reaktoren, Pumpen, Wärmetauscher und Kolonnen und stimmen sich mit Fachleuten aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Automatisierung ab. In laufenden Betrieben überwachen sie die Produktion, suchen nach Ursachen für Qualitätsschwankungen oder Ausfälle und verbessern Ausbeute, Energieverbrauch und Sicherheit. Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt, mit Simulationsprogrammen und Tabellen, ein anderer in der Anlage selbst, bei Inbetriebnahmen, Versuchen und Störungen. Dazu kommen Dokumentation, Sicherheitsbetrachtungen wie HAZOP-Studien und Abstimmungen mit Behörden bei Genehmigungsverfahren.

Wie wird man Verfahrensingenieur?

Der übliche Weg ist ein Studium der Verfahrenstechnik, des Chemieingenieurwesens oder der Bioverfahrenstechnik an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften. Der Bachelor dauert meist sechs bis sieben Semester, viele hängen einen Master mit drei bis vier Semestern an, der vor allem in Forschung und Großindustrie häufig erwartet wird. Mathematik, Thermodynamik, Strömungslehre und Chemie bilden den Kern und sind für viele die größte Hürde in den ersten Semestern. Duale Studiengänge verbinden das Studium mit Praxisphasen in einem Unternehmen. Quereinstiege gelingen am ehesten aus verwandten Fächern wie Chemie, Maschinenbau oder Physik. Wer bereits eine Ausbildung als Chemikant oder Chemielaborant hat, kann über ein Studium aufsteigen, oft berufsbegleitend.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf fordert analytisches Denken und die Bereitschaft, sich in komplexe Zusammenhänge einzuarbeiten. Fehler in der Auslegung können teuer oder gefährlich sein, entsprechend hoch ist die Verantwortung. In der Produktion gehören Rufbereitschaften und Einsätze bei Störungen außerhalb der regulären Zeiten dazu, Schichtdienst ist für Ingenieure aber selten. Bei Inbetriebnahmen im Anlagenbau sind wochenlange Aufenthalte auf Baustellen im In- und Ausland üblich, mit langen Tagen und wenig Planbarkeit. Die Arbeit in Anlagen bedeutet Lärm, Schutzkleidung und Vorschriften für den Umgang mit Gefahrstoffen. Projekte stehen oft unter Termin- und Kostendruck, und viel Zeit fließt in Abstimmung und Dokumentation statt in technische Arbeit. Gute Englischkenntnisse werden in den meisten Unternehmen vorausgesetzt.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und hängt von der Konjunktur der Chemie- und Prozessindustrie ab, die in Deutschland zuletzt unter hohen Energiekosten gelitten hat. Neue Aufgaben entstehen durch die Umstellung auf klimaneutrale Verfahren, etwa bei Wasserstoff, Batteriematerialien, Recycling, CO2-Abscheidung und biotechnologischer Produktion. Auch Pharma und Lebensmittelindustrie suchen regelmäßig. Mit Erfahrung führen Wege in die Projekt- oder Betriebsleitung, in die Prozessentwicklung, den technischen Vertrieb oder in Sachverständigentätigkeiten, etwa bei Prüforganisationen. Eine Promotion öffnet Türen in Forschungsabteilungen großer Konzerne.

Aufgaben

  • Stoff- und Energiebilanzen für Produktionsprozesse berechnen
  • Verfahrensfließbilder erstellen und Apparate wie Reaktoren oder Kolonnen auslegen
  • Prozesse mit Simulationssoftware modellieren und optimieren
  • Anlagen in Betrieb nehmen und Versuchsreihen begleiten
  • Störungen und Qualitätsabweichungen in der Produktion analysieren
  • Sicherheitsbetrachtungen und Risikoanalysen durchführen
  • Unterlagen für Genehmigungsverfahren und Behörden vorbereiten
  • Projekte mit Lieferanten, Montage und anderen Fachabteilungen abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Verfahrenstechnik, des Chemieingenieurwesens oder eines verwandten Fachs
  • Solide Kenntnisse in Mathematik, Thermodynamik, Strömungslehre und Chemie
  • Umgang mit Simulations- und CAD-Programmen
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft zu Dienstreisen und Einsätzen auf Baustellen
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Gefahrstoffen und Sicherheitsvorschriften

Wo man arbeitet

  • Chemische und petrochemische Industrie
  • Pharma- und Biotechnologieunternehmen
  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie
  • Anlagenbau und Ingenieurbüros
  • Energieversorger und Wasser- oder Abwasserbetriebe
  • Forschungseinrichtungen und Hochschulen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium der Verfahrenstechnik oder des Chemieingenieurwesens mit sechs bis sieben Semestern, oft ergänzt durch einen Master mit drei bis vier Semestern. Abschluss ist der Bachelor oder Master of Science beziehungsweise of Engineering; duale Studiengänge verbinden das Studium mit Praxis im Betrieb.

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Offene Stellen
4
Monatsbrutto
4.000 – 8.800 €

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