Verkehrskontrolle
Verkehrskontrolleurinnen und Verkehrskontrolleure überwachen im Auftrag von Städten und Gemeinden den ruhenden und fließenden Verkehr. Sie ahnden Verstöße gegen Park- und Halteregeln, messen Geschwindigkeiten und sichern so Verkehrsfluss und Rettungswege.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkehrskontrolle verdient
3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.100 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.200 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.300 € | 3.550 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 3.700 € | 4.100 € | 44.400 € |
Bei Kommunen gilt der TVöD (VKA), üblich sind die Entgeltgruppen 5 bis 6 im ruhenden und 6 bis 8 im fließenden Verkehr, Teamleitungen liegen höher. Private Parkraumdienstleister zahlen oft nur knapp über Mindestlohn bis etwa 2.600 Euro, Schicht- und Wochenendzuschläge kommen in beiden Fällen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Verkehrskontrolleurin oder ein Verkehrskontrolleur?
Der größte Teil der Arbeit findet zu Fuß oder mit dem Dienstfahrrad auf der Straße statt. Im ruhenden Verkehr gehen die Beschäftigten festgelegte Reviere ab, prüfen Parkscheine, Parkscheiben und Bewohnerparkausweise und erfassen Falschparker auf Gehwegen, in Feuerwehrzufahrten, auf Behindertenparkplätzen oder in Halteverbotszonen. Jeder Verstoß wird mit einem mobilen Erfassungsgerät dokumentiert, mit Fotos belegt und als Verwarnung ausgestellt. Blockiert ein Fahrzeug eine Einfahrt oder einen Rettungsweg, veranlassen sie das Abschleppen. Im fließenden Verkehr bedienen sie mobile oder stationäre Messanlagen, richten Geräte ein, werten Messfilme aus und prüfen, ob Fahrzeug und Kennzeichen eindeutig erkennbar sind. Dazu kommen Schreibarbeit im Büro, Rückfragen im Bußgeldverfahren und gelegentlich Aussagen als Zeugin oder Zeuge vor dem Amtsgericht.
Wie wird man Verkehrskontrolleurin oder Verkehrskontrolleur?
Eine eigene duale Ausbildung gibt es nicht. Die meisten kommen als Quereinsteiger aus ganz unterschiedlichen Berufen, etwa aus Handel, Handwerk, Sicherheitsdienst oder Bundeswehr. Kommunen verlangen in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung, einen Führerschein der Klasse B und ein einwandfreies Führungszeugnis. Nach der Einstellung folgt eine Einarbeitung von einigen Wochen bis Monaten, oft mit einem Lehrgang an einem kommunalen Studieninstitut. Inhalte sind Straßenverkehrsordnung, Ordnungswidrigkeitenrecht, Messtechnik und Gesprächsführung. Für Geschwindigkeitsmessungen ist eine gesonderte Geräteschulung beim Hersteller nötig. Wer später aufsteigen will, kann den Angestelltenlehrgang I absolvieren.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet bei jedem Wetter draußen statt, bei Hitze, Regen und Frost. Viele Stunden Gehen und Stehen gehören dazu. Gearbeitet wird häufig im Schichtdienst, auch früh morgens, abends und am Wochenende, weil gerade dann viel falsch geparkt wird oder Veranstaltungen stattfinden. Die größte Belastung ist der Umgang mit Menschen: Beschimpfungen sind Alltag, Bedrohungen und körperliche Übergriffe kommen vor. Viele Städte schicken die Beschäftigten deshalb zu zweit los und bieten Deeskalationstrainings an. Wer hier bestehen will, braucht ein dickes Fell, muss ruhig bleiben und Entscheidungen sachlich begründen können, ohne sich auf Diskussionen einzulassen. Gleichzeitig verlangt das Recht genaues Arbeiten, denn jede Verwarnung muss vor Gericht standhalten.
Aussichten
Viele Kommunen suchen Personal, weil die Fluktuation wegen der Belastung hoch ist und Städte die Parkraumüberwachung ausweiten. Der Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst ist sicher, Teilzeit ist meist möglich. Wer Erfahrung sammelt, kann in den fließenden Verkehr wechseln, eine Teamleitung übernehmen oder in die Bußgeldstelle gehen. Mit dem Angestelltenlehrgang stehen auch andere Sachbearbeiterstellen in der Verwaltung offen. Eine Alternative ist das Bundesamt für Logistik und Mobilität, das Lkw und Busse auf Lenkzeiten, Ladungssicherung und Maut kontrolliert. Private Parkraumdienstleister stellen ebenfalls ein, zahlen aber meist deutlich weniger.
Aufgaben
- Parkscheine, Parkscheiben und Bewohnerausweise kontrollieren
- Park- und Halteverstöße mit mobilem Gerät und Fotos erfassen
- Abschleppen von Fahrzeugen aus Rettungswegen und Zufahrten veranlassen
- Geschwindigkeitsmessgeräte aufbauen, einrichten und bedienen
- Messfotos auswerten und Fälle an die Bußgeldstelle übergeben
- Fragen und Beschwerden von Autofahrern vor Ort beantworten
- Als Zeugin oder Zeuge vor dem Amtsgericht aussagen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Berufsausbildung, gleich in welchem Bereich
- Führerschein Klasse B
- Einwandfreies Führungszeugnis
- Belastbarkeit im Umgang mit aufgebrachten Menschen
- Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- Körperliche Fitness für lange Wege bei jedem Wetter
- Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddienst
Wo man arbeitet
- Ordnungsämter von Städten und Gemeinden
- Straßenverkehrsbehörden der Landkreise
- Bundesamt für Logistik und Mobilität
- Private Parkraumbewirtschaftungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht, der Einstieg erfolgt nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Quereinstieg. Die Kommune schult neue Beschäftigte über einige Wochen bis Monate, oft in einem Lehrgang an einem kommunalen Studieninstitut, und bestellt sie danach zu Verkehrsüberwachungskräften.
Offene Stellen als Verkehrskontrolle
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