Vermesser
Vermesser erfassen Grundstücke, Gelände und Bauwerke mit Tachymeter, GNSS und Laserscanner und werten die Messdaten zu Plänen, Karten und Katasterunterlagen aus. Sie arbeiten im Wechsel draußen im Gelände und am Rechner im Büro.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vermesser verdient
3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 5.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.000 € | 3.600 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.300 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € |
In Vermessungsämtern gilt der TVöD oder der TV-L, dort sind die Gehälter verlässlich und eng gestaffelt, während private Ingenieurbüros oft nicht tarifgebunden sind und je nach Größe und Region deutlich weniger oder mehr zahlen. Den größten Unterschied macht der Abschluss: Mit Techniker- oder Ingenieurqualifikation und Projektverantwortung liegt das Gehalt spürbar über dem von Vermessungstechnikern im Messtrupp.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Vermesser?
Vermesser bestimmen Lage, Höhe und Form von Flächen und Bauwerken. Ein großer Teil der Arbeit findet im Freien statt: Im Messtrupp bauen sie Tachymeter und GNSS-Empfänger auf, setzen Grenzsteine, markieren auf Baustellen die Achsen für Fundamente und Straßen oder scannen Gebäude und Brücken mit Laserscannern. Zunehmend kommen Drohnen für Luftbilder und Geländemodelle zum Einsatz. Im Büro werden die Messwerte geprüft, berechnet und in CAD- und GIS-Programmen zu Lageplänen, Höhenplänen, Bestandsplänen oder Einträgen ins Liegenschaftskataster verarbeitet. Dazu gehören Lagepläne für Bauanträge, die Teilung von Grundstücken, Massenberechnungen für Erdarbeiten und die Überwachung von Bauwerken auf Setzungen und Verformungen. In Vermessungsämtern steht die Pflege des amtlichen Katasters im Vordergrund, in Ingenieurbüros und Baufirmen die Arbeit für konkrete Bauprojekte.
Wie wird man Vermesser?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker in der Fachrichtung Vermessung. Ausbildungsbetriebe sind Kataster- und Vermessungsämter, Ingenieurbüros und größere Bauunternehmen. Gefordert wird meist ein mittlerer Schulabschluss, gute Noten in Mathematik sind wichtig, weil Trigonometrie und Koordinatenrechnung zum Alltag gehören. Nach einigen Jahren Berufspraxis ist eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker möglich. Wer planende oder leitende Aufgaben übernehmen will, studiert Geodäsie, Vermessung oder Geoinformatik, im Bachelor meist sechs bis sieben Semester. Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, die hoheitliche Grenzvermessungen durchführen dürfen, brauchen in der Regel ein Masterstudium und einen Vorbereitungsdienst. Quereinsteiger finden teils als Messgehilfe einen Einstieg in den Außendienst, ohne Ausbildung bleiben die Aufstiegsmöglichkeiten aber begrenzt.
Was der Beruf verlangt
Der Außendienst bedeutet Arbeit bei Regen, Hitze und Kälte, auf schlammigen Baustellen, an viel befahrenen Straßen oder Bahngleisen und in unwegsamem Gelände. Geräte, Stative und Messstäbe müssen getragen werden, oft legt man viele Kilometer zu Fuß zurück. Auf Baustellen beginnt der Tag früh, und wenn ein Bautrupp auf die Absteckung wartet, entsteht Zeitdruck. Bei Großprojekten im Verkehrswegebau sind auswärtige Einsätze und gelegentlich Nacht- oder Wochenendarbeit üblich, etwa bei Gleissperrungen. Die Arbeit verlangt Genauigkeit bis in den Millimeterbereich, Fehler fallen oft erst spät auf und sind dann teuer. Bei Grenzvermessungen kommt der Kontakt mit Eigentümern hinzu, die nicht immer mit dem Ergebnis einverstanden sind. Im Büro geht es dagegen um konzentrierte Arbeit am Bildschirm mit Fachsoftware.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Viele Ämter und Büros finden kaum Nachwuchs, zugleich gehen in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte in den Ruhestand. Wohnungsbau, Sanierung von Brücken, Schienen und Straßen sowie der Ausbau erneuerbarer Energien sorgen für stetige Aufträge. Der Beruf verändert sich durch Digitalisierung: Laserscanning, Drohnen, 3D-Stadtmodelle und Building Information Modeling gewinnen an Bedeutung, wer sich hier einarbeitet, ist gefragt. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Messtrupps, zur Spezialisierung auf Bauwerksüberwachung oder Geoinformation, über den Techniker in die Projektleitung oder über ein Studium in den Ingenieurberuf und die Selbstständigkeit.
Aufgaben
- Grundstücksgrenzen vermessen und Grenzpunkte abmarken
- Gebäudeachsen und Höhen auf Baustellen abstecken
- Gelände und Bauwerke mit Tachymeter, GNSS oder Laserscanner aufnehmen
- Messdaten berechnen, prüfen und in CAD- oder GIS-Programmen auswerten
- Lagepläne für Bauanträge und Bestandspläne erstellen
- Liegenschaftskataster fortführen und Vermessungsschriften anfertigen
- Bauwerke auf Setzungen und Verformungen überwachen
- Erdmassen und Flächen für die Bauabrechnung ermitteln
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss für die Ausbildung, Abitur oder Fachhochschulreife für das Studium
- Sicherer Umgang mit Mathematik, besonders Geometrie und Trigonometrie
- Sorgfalt und Genauigkeit bei Messung und Berechnung
- Körperliche Belastbarkeit für lange Wege und Arbeit bei jedem Wetter
- Räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an Technik und Software
- Führerschein Klasse B, da Messorte meist mit dem Auto angefahren werden
Wo man arbeitet
- Kataster- und Vermessungsämter
- Vermessungs- und Ingenieurbüros
- Büros öffentlich bestellter Vermessungsingenieure
- Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau
- Verkehrs- und Bahninfrastrukturunternehmen
- Energieversorger und Bergbauunternehmen
Der Weg in den Beruf
Der übliche Einstieg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Vermessungstechniker, die mit der Prüfung vor der zuständigen Stelle abschließt. Wer leitende oder planende Aufgaben anstrebt, studiert Geodäsie oder Vermessung, der Bachelor dauert sechs bis sieben Semester. Für hoheitliche Aufgaben als öffentlich bestellter Vermessungsingenieur sind meist ein Master und ein Vorbereitungsdienst nötig.
Offene Stellen als Vermesser
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