Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft
Vertriebsspezialisten in der Kreislaufwirtschaft verkaufen Entsorgungs- und Recyclingdienstleistungen oder Sekundärrohstoffe an Gewerbe, Industrie und Kommunen. Sie verbinden kaufmännisches Verhandeln mit Kenntnissen über Abfallarten, Stoffströme und Umweltrecht.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft verdient
4.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 7.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.700 € | 4.300 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.600 € | 5.600 € | 55.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.800 € | 72.000 € |
Das Gehalt hängt stark von der Unternehmensgröße und dem variablen Anteil ab, da viele private Entsorger Provisionen oder Zielprämien zahlen und einen Dienstwagen stellen. In kommunalen Betrieben gilt meist der TVöD oder der TV-V, bei tarifgebundenen privaten Unternehmen der Tarifvertrag des BDE, wodurch die Spanne dort enger ausfällt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft?
Im Mittelpunkt steht der Verkauf von Dienstleistungen rund um Abfall und Wertstoffe. Ein Teil der Arbeit richtet sich an Abfallerzeuger: Produktionsbetriebe, Handelsketten, Krankenhäuser oder Baufirmen, die ihre Abfälle entsorgen lassen müssen. Dafür besichtigen Vertriebsspezialisten die Betriebe, erfassen Mengen und Abfallarten, schlagen Behälter und Abholrhythmen vor und rechnen ein Angebot aus. Ein anderer Teil richtet sich an Abnehmer: Recycelte Kunststoffe, Altpapier, Metallschrott oder Ersatzbrennstoffe werden an Industriekunden verkauft, oft zu Preisen, die sich an schwankenden Rohstoffmärkten orientieren. Zum Alltag gehören Telefonate und Kundentermine im Außendienst, das Pflegen von Kundendaten im CRM-System, Ausschreibungen von Kommunen und Konzernen sowie Abstimmungen mit Disposition, Anlagenbetrieb und Labor. Immer häufiger fragen Kunden nach Recyclingquoten, CO2-Bilanzen und Nachweisen für ihre Nachhaltigkeitsberichte, die der Vertrieb liefern oder erklären muss.
Wie wird man Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Viele kommen über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann für Büromanagement, und sammeln danach Erfahrung im Vertrieb oder Innendienst eines Entsorgungsunternehmens. Andere haben ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Umwelttechnik oder Recycling- und Ressourcenmanagement abgeschlossen. Quereinstieg ist verbreitet: Wer aus dem technischen Vertrieb, der Logistik oder dem Rohstoffhandel kommt, kann das Fachwissen über Abfallschlüssel, Kreislaufwirtschaftsgesetz und Nachweisverfahren im Betrieb und über Lehrgänge nachholen, etwa zur Fachkunde nach der Entsorgungsfachbetriebeverordnung. Ein Führerschein der Klasse B wird fast immer verlangt.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist kein Schreibtischjob. Außendienstmitarbeiter fahren viel, oft durch ein großes Vertriebsgebiet, und besichtigen Lagerhallen, Baustellen und Sortieranlagen, wo es laut, staubig und geruchsintensiv sein kann. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber, doch Kundentermine und Angebotsfristen sorgen für unregelmäßige Tage. Verkauft wird gegen starke Konkurrenz, häufig über den Preis, und Ausschreibungen gehen regelmäßig verloren. Viele Arbeitgeber koppeln einen Teil des Gehalts an Umsatz- oder Deckungsbeitragsziele, was Druck erzeugt. Bei Sekundärrohstoffen kommen Preisschwankungen hinzu, die Kalkulationen innerhalb weniger Wochen hinfällig machen können. Schwierig ist für viele auch die Rechtslage: Abfallrecht, Gefahrstoffvorschriften und Verpackungsgesetz ändern sich laufend, und Fehler bei der Einstufung von Abfällen können für Kunden und Unternehmen teuer werden.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst. Strengere Recyclingquoten, die EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie, Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit und steigende Rohstoffpreise sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Stoffströme genauer planen und dafür Ansprechpartner brauchen. Gesucht werden vor allem Leute, die technische Zusammenhänge verstehen und sie Kunden verständlich erklären können. Mit Erfahrung führt der Weg zum Key Account Manager für Großkunden, zur Vertriebs- oder Niederlassungsleitung oder in den Rohstoffhandel. Wer sich auf bestimmte Stoffe wie Kunststoffe, Batterien, Elektroaltgeräte oder gefährliche Abfälle spezialisiert, ist besonders gefragt. Auch der Wechsel in Beratungsunternehmen oder in das Nachhaltigkeitsmanagement von Industriebetrieben ist möglich.
Aufgaben
- Gewerbe- und Industriekunden besuchen und deren Abfallaufkommen erfassen
- Entsorgungskonzepte mit Behältern, Abholrhythmen und Verwertungswegen ausarbeiten
- Angebote kalkulieren und Preise verhandeln
- Kommunale und private Ausschreibungen bearbeiten
- Sekundärrohstoffe wie Kunststoffregranulat, Altpapier oder Schrott an Abnehmer verkaufen
- Kundendaten und Verkaufschancen im CRM-System pflegen
- Kunden zu Nachweispflichten, Recyclingquoten und Abfallrecht beraten
- Aufträge mit Disposition und Anlagenbetrieb abstimmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder Studium in Wirtschaft, Umwelttechnik oder einem verwandten Fach
- Vertriebserfahrung, idealerweise im B2B-Geschäft
- Grundkenntnisse im Abfallrecht oder Bereitschaft, sie zügig zu erwerben
- Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft im Vertriebsgebiet
- Verhandlungsgeschick und sicheres Auftreten gegenüber Einkäufern
- Sicherer Umgang mit Kalkulationen, Tabellen und CRM-Software
Wo man arbeitet
- Private Entsorgungs- und Recyclingunternehmen
- Kommunale Entsorgungsbetriebe
- Duale Systeme und Rücknahmesysteme
- Kunststoff-, Papier- und Metallrecycler
- Rohstoffhandelsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, oder ein Bachelorstudium von drei bis vier Jahren in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Umwelttechnik. Branchenwissen zu Abfallarten und Umweltrecht wird meist im Betrieb und über Lehrgänge wie die Fachkunde für Entsorgungsfachbetriebe erworben.
Offene Stellen als Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft
In der Suche fortsetzenVertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft (m/w/d)
Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft (m/w/d)
Vertriebsspezialist Kreislaufwirtschaft (m/w/d)
Verwandte Berufe
Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement
Handelt mit Ware im Großen: Bezugsquellen suchen, Spannen rechnen, Sendungen über Grenzen bringen und die Papiere dafür beschaffen.
- Offene Stellen
- 56
- Monatsbrutto
- 2.800 – 4.900 €
Key Account Manager
Verantwortet die wichtigsten Großkunden eines Unternehmens – mit Jahresgesprächen, Konditionsverhandlungen und Umsatzplanung über Jahre.
- Offene Stellen
- 69
- Monatsbrutto
- 4.000 – 8.500 €
Technischer Vertriebsmitarbeiter
Technische Vertriebsmitarbeiter verkaufen erklärungsbedürftige Produkte wie Maschinen, Bauteile, Messtechnik oder Software an Geschäftskunden. Sie verbinden technisches Fachwissen mit Beratung, Angebotserstellung und Kundenbetreuung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 3.300 – 7.800 €
Passend dazu im Ratgeber
- Bewerbung über Bewerberportale: was dort anders läuft Große Arbeitgeber nehmen Bewerbungen über ein eigenes Portal an, nicht per E-Mail. Was die...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...