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Handwerk & Produktion

Vorarbeiter Rückbau in

Vorarbeiter im Rückbau führen eine kleine Kolonne auf Abbruch- und Entkernungsbaustellen, teilen Arbeit und Geräte ein und sorgen dafür, dass Gebäude sicher, geordnet und mit sauber getrennten Abfällen zurückgebaut werden.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vorarbeiter Rückbau in verdient

4.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 5.300 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.600 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €

In tarifgebundenen Abbruchbetrieben gilt der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe in Verbindung mit dem Bundesrahmentarifvertrag Bau, Vorarbeiter sind dort in Lohngruppe 5 eingruppiert. Viele kleinere Abbruchfirmen zahlen ohne Tarifbindung deutlich weniger, während Schadstoffzulagen, Auslöse bei Montage und Überstunden das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vorarbeiter Rückbau?

Ein Vorarbeiter im Rückbau leitet auf der Baustelle eine Gruppe von meist drei bis zehn Arbeitskräften und arbeitet selbst mit. Morgens verteilt er die Aufgaben: Wer entkernt das Obergeschoss, wer bedient den Bagger mit Abbruchzange, wer sägt Wanddurchbrüche oder setzt Kernbohrungen. Er liest Abbruchpläne und Rückbaukonzepte, prüft, ob Leitungen abgeklemmt und Absperrungen gestellt sind, und achtet auf die Reihenfolge, damit tragende Bauteile nicht zu früh entfernt werden. Ein großer Teil der Arbeit ist das Trennen der Materialien: Beton, Ziegel, Holz, Metall, Dämmstoffe und Schadstoffe wie Asbest oder teerhaltige Stoffe müssen nach Vorgaben der Gewerbeabfallverordnung getrennt gesammelt und dokumentiert werden. Der Vorarbeiter führt Bautagesberichte, meldet Material- und Gerätebedarf an den Polier oder Bauleiter, weist neue Kollegen ein und spricht mit Anwohnern, Prüfern und anderen Gewerken.

Wie wird man Vorarbeiter Rückbau?

Der übliche Weg führt über eine dreijährige Ausbildung zum Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik oder einen verwandten Bauberuf wie Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer oder Baugeräteführer. Nach einigen Jahren Berufserfahrung übernehmen bewährte Facharbeiter die Kolonnenführung. Viele Betriebe schicken sie zu einer Fortbildung zum geprüften Vorarbeiter oder später zum Werkpolier. Für Arbeiten mit Asbest und anderen Gefahrstoffen ist ein Sachkundenachweis nach TRGS 519 oder TRGS 521 nötig, häufig kommen Lehrgänge zur Ladungssicherung, für Hubarbeitsbühnen oder zum Ersthelfer hinzu. Quereinsteiger ohne Ausbildung können sich über lange Berufspraxis hocharbeiten, haben aber bei tarifgebundenen Firmen schlechtere Chancen auf die entsprechende Eingruppierung.

Was der Beruf verlangt

Rückbau ist körperlich harte Arbeit bei jedem Wetter. Staub, Lärm, Vibrationen und das Tragen schwerer Teile gehören zum Alltag, ebenso Atemschutzmasken und Schutzanzüge bei Schadstoffsanierung, die schnell zur Hitzebelastung werden. Die Unfallgefahr ist höher als in vielen anderen Bauberufen, weshalb der Vorarbeiter ständig auf Standsicherheit, herabfallende Teile und Abstand zu Maschinen achten muss. Er trägt Verantwortung für die Sicherheit seiner Leute und steht zwischen Bauleitung, die auf Termine drängt, und Kolonne, die die Arbeit umsetzen muss. Gearbeitet wird meist tagsüber, auf größeren Projekten aber auch mit Überstunden, Samstagsarbeit und wechselnden Einsatzorten, teils mit Montage und Übernachtung. Die Kolonnen sind oft international besetzt, was Geduld und klare Ansagen erfordert.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Viele Gebäude aus den Sechziger- und Siebzigerjahren werden saniert oder abgerissen, belastete Altbauten müssen fachgerecht entsorgt werden, und das Recycling von Baustoffen gewinnt an Bedeutung. Gleichzeitig fehlt in der Branche erfahrenes Personal, sodass gute Vorarbeiter selten lange suchen. Wer sich weiterbildet, kann Werkpolier oder Geprüfter Polier werden, sich auf Schadstoffsanierung spezialisieren oder mit einer Technikerausbildung in die Bauleitung wechseln. Mit Meisterprüfung oder entsprechender Sachkunde ist auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Abbruchbetrieb möglich.

Aufgaben

  • Kolonne einteilen und Tagesaufgaben verteilen
  • Abbruchpläne und Rückbaukonzepte lesen und umsetzen
  • Entkernung, Abbruch und Betontrennarbeiten selbst ausführen
  • Baustoffe und Schadstoffe getrennt sammeln und Entsorgung dokumentieren
  • Absperrungen, Gerüste und Schutzmaßnahmen kontrollieren
  • Bautagesberichte schreiben und Material sowie Geräte anfordern
  • Neue Mitarbeiter einweisen und Sicherheitsunterweisungen durchführen
  • Mit Bauleitung, Polier und anderen Gewerken abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Bauberuf, idealerweise Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik
  • Mehrjährige Berufserfahrung im Abbruch oder Rückbau
  • Sachkundenachweis für Asbest- und Gefahrstoffarbeiten nach TRGS 519 oder TRGS 521
  • Führerschein Klasse B, oft auch C1E oder Baumaschinenerfahrung
  • Gute körperliche Belastbarkeit und Tauglichkeit für Atemschutz
  • Durchsetzungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein für Arbeitssicherheit
  • Grundkenntnisse in Statik, Bauplänen und Abfallrecht

Wo man arbeitet

  • Abbruch- und Rückbauunternehmen
  • Betriebe für Schadstoffsanierung
  • Bauunternehmen des Bauhauptgewerbes
  • Firmen für Betonbohr- und Sägetechnik
  • Recycling- und Entsorgungsunternehmen mit Rückbauabteilung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik oder in einem verwandten Bauberuf mit Gesellenabschluss. Nach mehreren Jahren Praxis folgt die Übernahme einer Kolonne, oft ergänzt durch eine mehrwöchige Fortbildung zum geprüften Vorarbeiter und den Sachkundelehrgang für Asbestarbeiten.

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