Wachpolizistinnen / Wachpolizisten
Wachpolizistinnen und Wachpolizisten sind Tarifbeschäftigte der Landespolizei mit verkürzter Ausbildung. Sie schützen gefährdete Gebäude, bewachen Gewahrsam und Transporte und entlasten so die Vollzugsbeamten.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Wachpolizistinnen / Wachpolizisten verdient
3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 3.950 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.050 € | 3.200 € | 36.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.400 € | 3.600 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 3.700 € | 3.950 € | 44.400 € |
Bezahlt wird nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L), in Hessen nach dem TV-H, meist in den Entgeltgruppen E5 oder E6; der Unterschied ergibt sich vor allem aus Bundesland, Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe. Schicht-, Nacht- und Feiertagszulagen sowie in Berlin die Hauptstadtzulage erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Wachpolizistin / ein Wachpolizist?
Wachpolizistinnen und Wachpolizisten arbeiten bei der Polizei eines Bundeslandes, sind aber in der Regel keine Beamten, sondern Angestellte mit eingeschränkten polizeilichen Befugnissen. Den größten Teil der Arbeit macht der Objektschutz aus: Sie stehen vor Botschaften, Konsulaten, Synagogen, Regierungsgebäuden oder Wohnungen gefährdeter Personen, beobachten die Umgebung, kontrollieren Zugänge und melden Auffälligkeiten an die Einsatzzentrale. Je nach Land kommen weitere Aufgaben hinzu: Bewachung von Personen im Polizeigewahrsam, Begleitung von Gefangenentransporten, Überwachung des Straßenverkehrs, Absicherung von Einsatzstellen oder Unterstützung bei Großveranstaltungen. Sie tragen Uniform und eine Dienstwaffe, dürfen Personalien feststellen, Platzverweise aussprechen und in bestimmten Fällen Personen festhalten. Ermittlungen, Streifendienst im vollen Umfang und Strafverfolgung bleiben den Polizeivollzugsbeamten vorbehalten. Zum Dienst gehören außerdem Berichte, Wachbücher und Übergaben an die nächste Schicht.
Wie wird man Wachpolizistin / Wachpolizist?
Es gibt keine bundeseinheitliche Ausbildung. Die Länder, die eine Wachpolizei oder einen vergleichbaren Objektschutz unterhalten, etwa Berlin, Hessen und Sachsen, bilden selbst aus. Die Ausbildung dauert je nach Land wenige Monate bis rund ein Jahr und findet an einer Polizeischule oder Polizeiakademie statt. Inhalte sind Polizei- und Eingriffsrecht, Eigensicherung, Schießausbildung, Einsatztraining, Erste Hilfe und Kommunikation in Konfliktlagen. Vor der Einstellung steht ein Auswahlverfahren mit schriftlichem Test, Sporttest, Gespräch und polizeiärztlicher Untersuchung. Viele Länder verlangen eine abgeschlossene Berufsausbildung, was den Beruf für Quereinsteiger aus Handwerk, Handel oder Sicherheitsgewerbe interessant macht. Wer sich bewährt, kann in einigen Ländern später in die reguläre Polizeiausbildung wechseln, teilweise mit erleichterten Zugangsbedingungen.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft rund um die Uhr im Schichtsystem, auch an Wochenenden und Feiertagen. Objektschutz bedeutet oft stundenlanges Stehen oder Sitzen im Wachhäuschen, bei Hitze, Kälte und Regen, und über weite Strecken passiert wenig. Gleichzeitig muss die Aufmerksamkeit hoch bleiben, weil Lagen plötzlich kippen können, etwa bei Demonstrationen vor einer Botschaft oder bei Angriffen auf geschützte Einrichtungen. Das Tragen einer Schusswaffe und die Verantwortung, im Ernstfall richtig zu entscheiden, sind eine psychische Belastung. Im Gewahrsamsdienst gibt es Kontakt mit betrunkenen, aggressiven oder verwirrten Menschen. Wer Abwechslung und eigenständige Ermittlungsarbeit sucht, wird die Tätigkeit als eintönig empfinden. Die Bezahlung liegt deutlich unter der von Polizeibeamten, und der Angestelltenstatus bringt nicht deren Absicherung mit sich.
Aussichten
Der Bedarf an Objektschutz ist in den vergangenen Jahren gestiegen, vor allem für jüdische Einrichtungen, diplomatische Vertretungen und politische Institutionen. Die Länder stellen regelmäßig ein, weil Vollzugsbeamte für andere Aufgaben gebraucht werden. Die Stellen sind meist unbefristet und im öffentlichen Dienst vergleichsweise sicher. Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Wachpolizei sind begrenzt, etwa als Truppführung oder in der Ausbildung. Der wichtigste Entwicklungsweg ist der Wechsel in den Polizeivollzugsdienst, sofern Alter und Voraussetzungen passen. Erfahrungen aus dem Beruf werden auch im Justizvollzug und bei privaten Sicherheitsdiensten geschätzt.
Aufgaben
- Gefährdete Gebäude wie Botschaften, Synagogen und Ministerien bewachen
- Zugänge kontrollieren und Personalien feststellen
- Verdächtige Beobachtungen an die Einsatzzentrale melden
- Personen im Polizeigewahrsam beaufsichtigen
- Gefangenentransporte begleiten und absichern
- Verkehr überwachen und Einsatzstellen absperren
- Wachberichte schreiben und Schichtübergaben dokumentieren
Voraussetzungen
- In vielen Ländern abgeschlossene Berufsausbildung
- Deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Staates, keine Vorstrafen
- Bestandenes Auswahlverfahren mit Sporttest und polizeiärztlicher Untersuchung
- Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Schichtdienst
- Ruhe und Urteilsvermögen in Konfliktsituationen
- Bereitschaft, eine Dienstwaffe zu tragen
Wo man arbeitet
- Landespolizei, Direktionen für Objektschutz
- Polizeigewahrsam und Polizeidienststellen
- Diplomatische Vertretungen und Regierungsgebäude
- Religiöse und kulturelle Einrichtungen unter Polizeischutz
- Einsatzstellen bei Großveranstaltungen
Der Weg in den Beruf
Nach einem Auswahlverfahren bildet die Landespolizei an ihrer Polizeischule oder Akademie aus, je nach Bundesland zwischen etwa drei Monaten und einem Jahr. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung, danach folgt die Übernahme als tarifbeschäftigte Wachpolizistin oder tarifbeschäftigter Wachpolizist.
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- 7
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