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Naturwissenschaft & Forschung

Wiss. Mitarbeiter

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forschen an Hochschulen, Forschungsinstituten oder in Unternehmen an naturwissenschaftlichen Fragestellungen, planen Experimente, werten Daten aus und veröffentlichen Ergebnisse. An Universitäten gehört oft auch Lehre dazu, und viele arbeiten parallel an ihrer Promotion.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Wiss. Mitarbeiter verdient

5.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.500 bis 8.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.500 € 4.800 € 5.300 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.100 € 5.500 € 6.200 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.900 € 6.600 € 8.000 € 79.200 €

An Hochschulen und Instituten gilt fast immer der TV-L oder der TVöD, eingruppiert meist in Entgeltgruppe 13, das Gehalt steigt dann vor allem über die Erfahrungsstufen. Weil Promotionsstellen in den Naturwissenschaften häufig nur zu 50 bis 75 Prozent ausgeschrieben sind, liegt das tatsächliche Einkommen oft deutlich unter diesen Vollzeitwerten, während Forschungsstellen in der Industrie, etwa nach dem Chemie-Tarif, spürbar mehr zahlen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Im Zentrum steht ein Forschungsprojekt, meist innerhalb einer Arbeitsgruppe und häufig über Drittmittel finanziert. Je nach Fach sieht der Alltag sehr unterschiedlich aus: In der Chemie oder Biologie bedeutet er Laborarbeit, also Proben ansetzen, Zellkulturen pflegen, Messgeräte kalibrieren und Versuchsreihen protokollieren. In der Physik oder den Geowissenschaften kommen Messkampagnen, Simulationen am Rechner oder Feldarbeit hinzu. Fast überall gehört die Auswertung großer Datenmengen dazu, oft mit Programmiersprachen wie Python oder R. Ergebnisse werden in Fachartikeln aufgeschrieben, auf Konferenzen vorgestellt und mit anderen Gruppen diskutiert. An Universitäten betreuen wissenschaftliche Mitarbeiter außerdem Praktika, halten Übungen, korrigieren Klausuren und begleiten Abschlussarbeiten. Dazu kommen Verwaltungsaufgaben wie Gerätebestellungen, Sicherheitsunterweisungen und das Mitschreiben an Förderanträgen.

Wie wird man wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium, in der Regel ein Master oder Diplom in einem naturwissenschaftlichen Fach wie Chemie, Physik, Biologie, Biochemie oder Geowissenschaften. Wer direkt nach dem Master eingestellt wird, promoviert meist in dieser Stelle; die Promotion dauert in den Naturwissenschaften typischerweise drei bis fünf Jahre. Danach folgen oft Postdoc-Stellen, häufig mit einem Auslandsaufenthalt. Ein klassischer Quereinstieg ist kaum möglich, weil der Hochschulabschluss formal verlangt wird. Wer aus der Industrie zurückkehrt oder das Fach wechselt, findet am ehesten über angewandte Projekte an Fachhochschulen oder Instituten wie Fraunhofer einen Weg.

Was der Beruf verlangt

Forschung verläuft selten nach Plan. Experimente scheitern über Monate, Messgeräte fallen aus, Ergebnisse lassen sich nicht reproduzieren. Das verlangt Geduld, Frustrationstoleranz und sorgfältiges Arbeiten. Laborversuche richten sich nicht nach Bürozeiten, Abend- und Wochenendarbeit kommen vor, vor Abgabefristen und Konferenzen häufig. Der Leistungsdruck entsteht vor allem durch die Erwartung zu publizieren. Die größte Belastung sind jedoch die Rahmenbedingungen: Stellen an Hochschulen und Instituten sind fast immer befristet, nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz oft nur für ein bis drei Jahre. Promotionsstellen sind in vielen Fächern Teilzeitstellen, obwohl der tatsächliche Arbeitsaufwand einer Vollzeitstelle entspricht. Umzüge für die nächste Stelle und lange Phasen ohne Planungssicherheit erschweren Familienplanung und Privatleben. Gute Englischkenntnisse sind unverzichtbar, da Fachliteratur, Publikationen und internationale Teams überwiegend auf Englisch laufen.

Aussichten

Stellen für Promovierende und Postdocs gibt es an Universitäten und Forschungseinrichtungen in großer Zahl, doch der Weg zu einer unbefristeten Stelle in der Wissenschaft ist eng. Professuren und Daueranstellungen sind knapp, ein großer Teil der Promovierten verlässt die Hochschule irgendwann. Diese Wechsel gelingen meist gut: Chemische und pharmazeutische Industrie, Medizintechnik, Umweltanalytik, Behörden, Patentwesen und Datenanalyse suchen naturwissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte, eine Promotion ist dort oft ein Vorteil. Innerhalb der Wissenschaft führen die Wege über die Leitung einer Nachwuchsgruppe, eine Habilitation oder eine Juniorprofessur zur Professur. Alternativ gibt es Dauerstellen im Wissenschaftsmanagement, in der Leitung von Großgeräten und Laboren oder in der Forschungsförderung.

Aufgaben

  • Experimente und Messreihen planen, durchführen und dokumentieren
  • Daten auswerten, statistisch analysieren und visualisieren
  • Fachliteratur recherchieren und den Forschungsstand verfolgen
  • Fachartikel schreiben und Ergebnisse auf Konferenzen vorstellen
  • Praktika, Übungen und Seminare für Studierende betreuen
  • Bachelor- und Masterarbeiten mitbetreuen
  • An Förderanträgen und Projektberichten mitarbeiten
  • Laborgeräte warten und Sicherheitsvorschriften einhalten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Master- oder Diplomstudium in einem naturwissenschaftlichen Fach
  • Für Postdoc- und Leitungsstellen eine Promotion
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Kenntnisse in Datenauswertung und häufig in Programmierung
  • Sorgfalt, Ausdauer und Frustrationstoleranz
  • Bereitschaft zu Ortswechseln und befristeten Verträgen

Wo man arbeitet

  • Universitäten und Fachhochschulen
  • Außeruniversitäre Forschungsinstitute wie Max-Planck, Helmholtz, Fraunhofer oder Leibniz
  • Bundes- und Landesforschungsanstalten
  • Forschungsabteilungen in Chemie-, Pharma- und Biotechnologieunternehmen
  • Universitätskliniken

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über ein Bachelor- und Masterstudium in einem naturwissenschaftlichen Fach, zusammen etwa fünf Jahre. Anschließend folgt meist eine Promotion von drei bis fünf Jahren, die bereits auf einer Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter absolviert wird und mit dem Doktortitel abschließt.

Offene Stellen als Wiss. Mitarbeiter

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