ZFA
Zahnmedizinische Fachangestellte assistieren Zahnärztinnen und Zahnärzten bei der Behandlung, betreuen Patienten, bereiten Instrumente hygienisch auf und rechnen Leistungen mit Krankenkassen und Privatpatienten ab.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als ZFA verdient
2.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 4.200 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Der Gehaltstarifvertrag für ZFA zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe (vmf) und der AAZ gilt nur in wenigen Kammerbezirken verbindlich, viele Praxen orientieren sich lediglich daran oder zahlen frei verhandelt. Am stärksten steigt das Gehalt durch Aufstiegsfortbildungen wie ZMP, ZMV oder Dentalhygiene sowie durch den aktuellen Fachkräftemangel, der Spielraum bei Verhandlungen schafft.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine ZFA?
Zahnmedizinische Fachangestellte, kurz ZFA, arbeiten am Behandlungsstuhl und am Empfang einer Zahnarztpraxis. Bei Behandlungen reichen sie Instrumente an, saugen Speichel und Wasser ab, halten das Arbeitsfeld frei, rühren Füllungs- und Abdruckmaterialien an und beruhigen ängstliche Patienten. Sie fertigen nach Anweisung Röntgenaufnahmen an, dokumentieren Befunde und bereiten Behandlungszimmer vor und nach. Ein großer Teil der Arbeit ist Hygiene: Instrumente reinigen, desinfizieren, sterilisieren, verpacken und die Aufbereitung lückenlos protokollieren. Am Empfang vergeben ZFA Termine, nehmen Telefonate an, pflegen Patientenakten und erstellen Abrechnungen nach BEMA für gesetzlich Versicherte und nach GOZ für Privatpatienten. Dazu kommen Materialbestellung, Heil- und Kostenpläne und der Kontakt zu Dentallaboren. In vielen Praxen übernehmen ZFA auch die professionelle Zahnreinigung und erklären Patienten die richtige Mundpflege.
Wie wird man ZFA?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einer Zahnarztpraxis oder Zahnklinik mit Unterricht an der Berufsschule. Die Abschlussprüfung wird vor der Zahnärztekammer abgelegt. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Schulabschluss. Bei guten Leistungen oder Abitur lässt sich die Ausbildung verkürzen. Während der Ausbildung werden auch die Kenntnisse im Strahlenschutz erworben, die für das Röntgen nötig sind. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist am Empfang oder in der Verwaltung mancher Praxen möglich, am Stuhl und bei der Abrechnung erwarten die meisten Arbeitgeber aber den Abschluss. Umschulungen werden über die Arbeitsagentur gefördert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit am Stuhl bedeutet stundenlanges Sitzen oder Stehen in vorgebeugter, oft einseitiger Haltung, was auf Rücken und Nacken geht. ZFA haben Kontakt mit Blut, Speichel und Aerosolen, tragen dauerhaft Handschuhe und Mundschutz und gehen mit Desinfektionsmitteln um, die die Haut belasten können. Der Tag ist eng getaktet, Verzögerungen bei einem Patienten verschieben alle folgenden Termine. Viele Praxen haben Sprechzeiten bis in den Abend, manche auch samstags. Der Umgang mit Schmerz- und Angstpatienten verlangt Geduld und Ruhe. Die Abrechnung ist kleinteilig und ändert sich regelmäßig, Fehler kosten die Praxis Geld. Ein ehrlicher Punkt: Für die Verantwortung und den Umfang der Aufgaben ist die Bezahlung niedrig, und das ist der häufigste Grund, warum ausgebildete ZFA den Beruf wieder verlassen.
Aussichten
Zahnarztpraxen suchen bundesweit händeringend nach ZFA, viele Stellen bleiben lange unbesetzt. Wer ausgebildet ist, findet in der Regel schnell eine Anstellung und hat Spielraum bei der Wahl der Praxis, der Arbeitszeit und beim Gehalt. Teilzeit ist verbreitet und gut mit Familie vereinbar. Aufstiegsfortbildungen der Zahnärztekammern führen zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP), zur Zahnmedizinischen Fachassistentin (ZMF), zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV) oder zur Dentalhygienikerin (DH). Auch Praxismanagement oder ein Bachelorstudium in Dentalhygiene sind möglich. Mit diesen Qualifikationen steigen Verantwortung und Gehalt deutlich. Außerhalb der Praxis arbeiten erfahrene ZFA bei Abrechnungsdienstleistern, in der Dentalindustrie oder bei Krankenkassen.
Aufgaben
- Instrumente und Materialien bei Behandlungen anreichen und absaugen
- Röntgenaufnahmen nach zahnärztlicher Anweisung anfertigen
- Instrumente reinigen, sterilisieren und die Aufbereitung dokumentieren
- Termine vergeben und Patienten am Empfang betreuen
- Leistungen nach BEMA und GOZ abrechnen
- Heil- und Kostenpläne erstellen und mit Laboren kommunizieren
- Professionelle Zahnreinigung durchführen und zur Mundhygiene beraten
- Material bestellen und Lagerbestände prüfen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten oder Ausbildungsplatz
- In der Regel mittlerer Schulabschluss
- Kenntnisse im Strahlenschutz für das Röntgen
- Sorgfalt bei Hygiene und Abrechnung
- Ruhiger, freundlicher Umgang mit ängstlichen Patienten
- Belastbarer Rücken und unempfindliche Haut gegenüber Handschuhen und Desinfektionsmitteln
- Keine Scheu vor Blut, Speichel und Gerüchen
Wo man arbeitet
- Zahnarztpraxen
- Kieferorthopädische Praxen
- Praxen für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Zahnkliniken und Universitätskliniken
- Medizinische Versorgungszentren
- Abrechnungsdienstleister für Zahnarztpraxen
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet in der Praxis und an der Berufsschule statt, bei guten Leistungen oder höherem Schulabschluss ist eine Verkürzung möglich. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Landeszahnärztekammer. Danach stehen Aufstiegsfortbildungen wie ZMP, ZMF, ZMV oder Dentalhygienikerin offen.
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