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Gesundheit & Pflege

ZMP

Zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen und -assistenten (ZMP) sind fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte, die in der Zahnarztpraxis professionelle Zahnreinigungen durchführen und Patienten zur Mundgesundheit anleiten. Sie arbeiten eigenständig am Behandlungsstuhl, auf Anweisung und unter Verantwortung der Zahnärztin oder des Zahnarztes.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als ZMP verdient

3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.200 € 3.700 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €

Die meisten Zahnarztpraxen sind nicht tarifgebunden, das Gehalt wird frei verhandelt; der Gehaltstarifvertrag für Zahnmedizinische Fachangestellte der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen (AAZ) mit Zuschlägen für Aufstiegsfortbildungen gilt nur in Hamburg, Hessen, im Saarland und in Westfalen-Lippe. Am stärksten schlagen Region, Praxisgröße und der Anteil der Prophylaxe am Praxisumsatz durch, manche Praxen zahlen zusätzlich umsatzabhängige Prämien.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine ZMP?

Die ZMP übernimmt in der Zahnarztpraxis die vorbeugende Behandlung. Den größten Teil des Tages verbringt sie am Behandlungsstuhl mit der professionellen Zahnreinigung: Beläge anfärben, harte und weiche Beläge über und knapp unter dem Zahnfleischrand mit Ultraschall und Handinstrumenten entfernen, Zahnflächen polieren, Fluoridlack auftragen. Vorher erhebt sie Befunde wie Plaque- und Blutungsindizes und dokumentiert sie. Bei Kindern und Jugendlichen versiegelt sie Fissuren und erklärt die richtige Putztechnik. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist das Gespräch: Patienten zeigen, wie Zahnseide und Interdentalbürsten benutzt werden, auf Ernährung eingehen, zur regelmäßigen Wiederkehr motivieren. Hinzu kommen das Anfertigen von Röntgenaufnahmen, die Abrechnung der Prophylaxeleistungen und die Pflege des Recall-Systems. In vielen Praxen hilft die ZMP auch weiterhin bei der Stuhlassistenz aus.

Wie wird man ZMP?

ZMP ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Aufstiegsfortbildung. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, meist ergänzt um mindestens ein Jahr Berufserfahrung, die Röntgenfachkunde und einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs. Die Fortbildung wird von den Landeszahnärztekammern oder deren Fortbildungsinstituten angeboten, umfasst je nach Kammer rund 400 Stunden Theorie und Praxis und läuft meist berufsbegleitend über ein bis anderthalb Jahre. Sie endet mit einer Prüfung vor der Kammer. Die Kosten liegen im mittleren vierstelligen Bereich; manche Praxen übernehmen sie ganz oder teilweise, oft gegen eine Bindungsklausel. Ein Quereinstieg ohne ZFA-Abschluss ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist feinmotorisch anspruchsvoll und körperlich einseitig. Wer täglich viele Zahnreinigungen nacheinander macht, sitzt lange in gebeugter Haltung, was Nacken, Schultern und Rücken belastet. Dazu kommen Konzentration auf engem Raum, Geräusche der Instrumente, Aerosole und ein Infektionsrisiko, das konsequente Hygiene erfordert. Die Termine sind meist eng getaktet, die Abläufe wiederholen sich. Nicht alle Patienten sind kooperativ oder angstfrei, Geduld und ein ruhiger Umgangston gehören dazu. Gearbeitet wird zu Praxisöffnungszeiten, also ohne Nachtschicht, aber häufig mit Abendsprechstunden und gelegentlich samstags. Die Bezahlung liegt spürbar über der einer ZFA, bleibt aber im Vergleich zu anderen Fortbildungsabschlüssen moderat.

Aussichten

Praxen suchen ZMP seit Jahren händeringend. Prophylaxe ist für viele Praxen ein wirtschaftlich wichtiger Bereich, weil Zahnreinigungen überwiegend privat bezahlt werden, und der Fachkräftemangel bei Zahnmedizinischen Fachangestellten verschärft die Lage. Entsprechend gut stehen die Chancen auf eine Stelle und auf Verhandlungsspielraum. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Fortbildung zur Dentalhygienikerin anschließen, die zusätzlich die Parodontitistherapie umfasst, oder einen Bachelor in Dentalhygiene studieren. Andere Wege führen in die Praxisorganisation, etwa zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin oder Praxismanagerin, oder in die Lehre an Fortbildungsinstituten.

Aufgaben

  • Professionelle Zahnreinigung mit Ultraschall und Handinstrumenten durchführen
  • Plaque- und Blutungsindizes erheben und dokumentieren
  • Patienten Putztechnik und Zahnzwischenraumpflege zeigen
  • Fluoridlack auftragen und Fissuren versiegeln
  • Röntgenaufnahmen anfertigen
  • Prophylaxeleistungen abrechnen und Recall-Termine planen
  • Bei Bedarf in der Stuhlassistenz mitarbeiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten
  • Meist mindestens ein Jahr Berufserfahrung
  • Röntgenfachkunde und aktueller Erste-Hilfe-Nachweis
  • Bestandene Fortbildungsprüfung vor der Zahnärztekammer
  • Feinmotorik, gutes Sehvermögen und Ausdauer im Sitzen
  • Geduld und Gesprächsgeschick im Umgang mit Patienten

Wo man arbeitet

  • Zahnarztpraxen
  • Zahnmedizinische Versorgungszentren
  • Kieferorthopädische Praxen
  • Zahnkliniken an Universitäten
  • Fortbildungsinstitute der Zahnärztekammern

Der Weg in den Beruf

Nach der dreijährigen Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten und etwa einem Jahr Berufspraxis folgt die berufsbegleitende Aufstiegsfortbildung bei der Landeszahnärztekammer. Sie umfasst rund 400 Stunden, dauert meist ein bis anderthalb Jahre und schließt mit der Kammerprüfung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin ab.

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