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Gesundheit & Pflege

ambulante Pflegefachkraft

Ambulante Pflegefachkräfte versorgen pflegebedürftige, kranke und alte Menschen in deren Wohnung. Sie übernehmen Grund- und Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung, beraten Angehörige und fahren dafür täglich eine feste Tour mit vielen Einsätzen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als ambulante Pflegefachkraft verdient

3.950 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.450 bis 5.400 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.450 € 3.650 € 3.950 € 43.800 €
Mit Berufserfahrung 3.650 € 3.950 € 4.400 € 47.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.600 € 5.400 € 55.200 €

Seit der Tariftreueregelung in der Pflegeversicherung müssen Pflegedienste mindestens nach Tarif oder ortsüblichem Tarifniveau zahlen; maßgeblich sind je nach Träger der TVöD-P, die AVR Caritas oder die AVR Diakonie, private Dienste orientieren sich oft an Haustarifen. Spürbare Unterschiede entstehen durch Wochenend- und Feiertagszuschläge, Rufbereitschaft, Leitungsfunktionen und regionale Lohnniveaus, die hier nicht eingerechnet sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine ambulante Pflegefachkraft?

Die Arbeit findet nicht auf einer Station statt, sondern bei den Menschen zu Hause. Der Tag beginnt meist früh im Büro des Pflegedienstes: Tourenplan abholen, Schlüssel und Material einpacken, dann mit dem Dienstwagen los. Pro Schicht stehen oft zehn bis zwanzig Einsätze an, manche dauern zehn Minuten, andere eine Stunde. Die Pflegefachkraft übernimmt vor allem die Behandlungspflege: Insulin spritzen, Kompressionsstrümpfe anziehen, Wunden versorgen, Medikamente stellen, Blutdruck und Blutzucker messen, Katheter wechseln. Dazu kommen Körperpflege, Hilfe beim Anziehen und Mobilisation. Sie erkennt, wenn sich der Zustand eines Menschen verschlechtert, spricht mit Hausärztinnen und Angehörigen und dokumentiert jeden Einsatz, inzwischen meist auf einem Smartphone oder Tablet. Hinzu kommen Erstbesuche bei neuen Klienten, Pflegeplanung und Beratungseinsätze nach dem Pflegeversicherungsgesetz.

Wie wird man ambulante Pflegefachkraft?

Der übliche Weg ist die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule mit Praxiseinsätzen, darunter ein Pflichteinsatz in der ambulanten Pflege. Die Ausbildung ist vergütet. Wer bereits als Pflegehilfskraft gearbeitet hat, kann die Ausbildung unter Umständen verkürzen. Alternativ führt ein primärqualifizierendes Pflegestudium zum Bachelor und zur Berufszulassung. Auch Altenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpfleger nach altem Recht arbeiten in diesem Bereich. Pflegekräfte mit ausländischem Abschluss brauchen eine Anerkennung. Ohne Führerschein der Klasse B ist eine Stelle im ambulanten Dienst kaum zu bekommen.

Was der Beruf verlangt

Die ambulante Pflege ist körperlich anstrengend: Heben und Lagern in engen Badezimmern, ohne Pflegebett und oft ohne Hilfsmittel, dazu ständiges Ein- und Aussteigen, Treppen und Parkplatzsuche. Die Touren sind eng getaktet, Staus und unvorhergesehene Situationen erzeugen Zeitdruck. Fachlich steht man meist allein: Entscheidungen müssen vor Ort getroffen werden, eine Kollegin ist nur telefonisch erreichbar. Gearbeitet wird im Früh- und Spätdienst, mit geteilten Diensten, an Wochenenden und Feiertagen, teils mit Rufbereitschaft. Belastend können Einsamkeit und Verwahrlosung bei Klienten, schwierige Angehörige und die Begleitung Sterbender sein. Vorteile gegenüber dem Krankenhaus sind oft fehlende Nachtdienste und mehr Selbstständigkeit im Arbeitsalltag.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst, weil immer mehr ältere Menschen zu Hause versorgt werden wollen. Viele Pflegedienste müssen Anfragen ablehnen, weil Fachkräfte fehlen. Das verschafft Bewerberinnen gute Verhandlungspositionen, etwa bei Arbeitszeiten oder Teilzeitmodellen, bedeutet aber auch, dass Dienste häufig unterbesetzt sind. Weiterbildungen führen zur Wundexpertin, zur Palliativfachkraft, in die Praxisanleitung oder über die Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft in die Pflegedienstleitung. Mit Erfahrung und Leitungsqualifikation ist auch die Gründung eines eigenen Pflegedienstes möglich.

Aufgaben

  • Insulin spritzen, Medikamente stellen und verabreichen
  • Wunden versorgen und Verbände wechseln
  • Kompressionsstrümpfe und -verbände anlegen
  • bei Körperpflege, Anziehen und Mobilisation helfen
  • Vitalwerte messen und Veränderungen des Gesundheitszustands erkennen
  • mit Hausärzten, Angehörigen und Pflegekassen Rücksprache halten
  • Pflegeplanung erstellen und jeden Einsatz dokumentieren
  • Beratungsbesuche bei Pflegegeldempfängern durchführen

Voraussetzungen

  • Berufszulassung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Altenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Führerschein Klasse B und sicheres Autofahren
  • körperliche Belastbarkeit für Heben, Lagern und viele Ortswechsel
  • Fähigkeit, allein vor Ort fachliche Entscheidungen zu treffen
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Wochenenddiensten
  • gute Deutschkenntnisse für Gespräche und Dokumentation

Wo man arbeitet

  • ambulante Pflegedienste
  • Sozialstationen von Wohlfahrtsverbänden und Kirchen
  • spezialisierte ambulante Palliativversorgung
  • ambulante Intensivpflegedienste
  • Einrichtungen des betreuten Wohnens

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige vergütete Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an einer Pflegeschule, die mit einer staatlichen Prüfung und der Berufszulassung endet. Alternativ führt ein etwa dreieinhalbjähriges Pflegestudium zum Bachelor mit Berufszulassung. Für die Leitung eines Dienstes ist zusätzlich eine Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft nötig.

Offene Stellen als ambulante Pflegefachkraft

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