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Recht & Beratung

Anwaltsassistenz

Anwaltsassistentinnen und -assistenten organisieren den Kanzleibetrieb, überwachen Fristen, bereiten Schriftsätze vor und rechnen Mandate nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab. Die übliche Grundlage ist die Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Anwaltsassistenz verdient

3.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.800 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.600 € 3.000 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 3.100 € 3.700 € 37.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €

Es gibt keinen allgemeinen Tarifvertrag für Kanzleiangestellte; die Rechtsanwaltskammern geben nur unverbindliche Empfehlungen, vor allem für Ausbildungsvergütungen. Am stärksten hängt das Gehalt von der Kanzleigröße und der Region ab: Großkanzleien in Frankfurt, München oder Hamburg zahlen für Legal Assistants mit Englisch deutlich mehr als kleine Kanzleien im ländlichen Raum, eine Fortbildung zur Rechtsfachwirtin hebt das Gehalt zusätzlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Anwaltsassistenz?

Eine Anwaltsassistenz hält einer Anwältin oder einem Anwalt den Rücken frei. Sie nimmt Anrufe von Mandanten entgegen, vergibt Termine, legt neue Akten an und prüft, ob es Interessenkonflikte gibt. Ein großer Teil des Tages besteht aus Schriftverkehr: Diktate schreiben, Schriftsätze formatieren und nach Vorlage ausfüllen, Anlagen zusammenstellen und alles über das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) an Gerichte senden. Eingehende Post wird gesichtet, und jede Frist, die darin steckt, wird im Fristenkalender notiert und überwacht. Eine versäumte Berufungsfrist kann einen Prozess kosten, deshalb ist diese Aufgabe die verantwortungsvollste im Büro. Dazu kommen Gebührenrechnungen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, Kostenfestsetzungsanträge, gerichtliche Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung, also etwa Anträge auf Pfändung beim Gerichtsvollzieher. In Großkanzleien heißt die Stelle oft Legal Assistant oder Legal Secretary; dort gehören englische Korrespondenz, Datenräume und Zeiterfassung für internationale Mandanten dazu.

Wie wird man Anwaltsassistenz?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten. Sie findet in einer Kanzlei und an der Berufsschule statt, die Abschlussprüfung nimmt die Rechtsanwaltskammer ab. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Kanzleien stellen aber Bewerberinnen mit mittlerem Schulabschluss oder Abitur ein. Mit Abitur lässt sich die Ausbildung oft verkürzen. Eine verwandte Ausbildung ist die zur Notarfachangestellten oder die kombinierte Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Quereinstieg ist möglich: Kaufmännische Fachkräfte, Sekretärinnen oder Studienabbrecher aus Jura werden wegen des Personalmangels inzwischen häufig eingestellt und intern angelernt. Ohne Ausbildung fehlen ihnen aber oft Kenntnisse im Kostenrecht und in der Zwangsvollstreckung, was den Aufstieg erschwert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit verlangt Genauigkeit unter Zeitdruck. Fristen laufen ab, egal wie voll der Schreibtisch ist, und Anwälte geben Aufträge oft kurzfristig weiter. Wer in einer kleinen Kanzlei arbeitet, ist häufig die einzige Bürokraft und muss alles gleichzeitig abdecken. Der Kontakt mit Mandanten kann belastend sein, etwa in Familien- oder Strafsachen, wenn Menschen aufgebracht oder verzweifelt anrufen. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig im Büro, in Großkanzleien sind Überstunden vor Deals oder Gerichtsterminen aber üblich. Körperlich ist der Beruf wenig anstrengend, man sitzt allerdings fast den ganzen Tag am Bildschirm. Verschwiegenheit ist Pflicht. Die Bezahlung ist für einen kaufmännischen Beruf mit dieser Verantwortung vergleichsweise niedrig, vor allem in kleinen Kanzleien.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und übersteigt das Angebot deutlich. Die Zahl der Auszubildenden ist über Jahre stark gesunken, viele Kanzleien suchen lange nach Personal. Das verbessert die Verhandlungsposition, gerade für erfahrene Kräfte. Die Digitalisierung mit beA und elektronischer Akte verändert die Arbeit, ersetzt sie aber bisher nicht. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Fortbildung zur geprüften Rechtsfachwirtin oder zum Rechtsfachwirt machen und Büroleitung übernehmen. Möglich sind auch Spezialisierungen auf Forderungsmanagement oder Wechsel in Rechtsabteilungen von Unternehmen, Versicherungen und Inkassobüros.

Aufgaben

  • Fristen im Fristenkalender eintragen und überwachen
  • Schriftsätze nach Diktat schreiben und über das beA versenden
  • Mandantenakten anlegen und Termine koordinieren
  • Gebührenrechnungen nach dem RVG erstellen
  • Mahnbescheide und Vollstreckungsaufträge beantragen
  • Telefonate mit Mandanten, Gerichten und Gegenseite führen
  • Kostenfestsetzungsanträge vorbereiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte oder vergleichbare kaufmännische Ausbildung
  • Mittlerer Schulabschluss oder Abitur
  • Sicheres Deutsch in Rechtschreibung und Grammatik
  • Sorgfalt und Zuverlässigkeit im Umgang mit Fristen
  • Verschwiegenheit
  • Routine mit Textverarbeitung und Kanzleisoftware
  • In Großkanzleien gute Englischkenntnisse

Wo man arbeitet

  • Einzel- und Sozietätskanzleien
  • Großkanzleien und Wirtschaftskanzleien
  • Notariate
  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Inkassounternehmen
  • Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur oder zum Rechtsanwaltsfachangestellten mit Abschlussprüfung vor der Rechtsanwaltskammer. Mit Abitur kann sie auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Danach ist die Fortbildung zur geprüften Rechtsfachwirtin oder zum Rechtsfachwirt möglich.

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