Kaufmann für Büromanagement
Kaufleute für Büromanagement organisieren Verwaltung, Schriftverkehr und kaufmännische Abläufe in Unternehmen und Behörden – der meistgewählte kaufmännische Ausbildungsberuf.
21 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmann für Büromanagement verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.450 € | 2.750 € | 3.100 € | 33.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.150 € | 3.600 € | 37.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.650 € | 4.300 € | 43.800 € |
Werte für ausgebildete Fachkräfte in Vollzeit. Im öffentlichen Dienst liegen sie etwa bei E5 bis E8 TVöD bzw. TV-L, in der Industrie bei den kaufmännischen Gruppen der Branchentarife; kleine Betriebe ohne Tarif zahlen am unteren Rand.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Kaufmann für Büromanagement ist 2014 aus drei älteren Berufen hervorgegangen: dem Bürokaufmann, dem Kaufmann für Bürokommunikation und dem Fachangestellten für Bürokommunikation. Entsprechend breit ist das Feld. Im Kern geht es um die Organisation eines Büros und seiner Vorgänge: Post und E-Mail, Termine, Ablage und Dokumentenmanagement, dazu kaufmännische Aufgaben wie Rechnungsprüfung, Bestellungen, Auftragsbearbeitung und einfache Buchhaltung. Welche Schwerpunkte jemand beherrscht, hängt an den zwei Wahlqualifikationen der Ausbildung, etwa Personalwirtschaft, Einkauf und Logistik, kaufmännische Steuerung und Kontrolle oder Assistenz und Sekretariat.
Im Alltag ist der Beruf oft die Stelle, an der Informationen zusammenlaufen. Wer im Sekretariat einer Abteilung sitzt, koordiniert Kalender, bereitet Besprechungen vor und nimmt Anrufe an, die niemand anderem zuzuordnen sind. In der Sachbearbeitung eines Industriebetriebs geht es dagegen um Belege, Stammdaten im ERP-System und Rückfragen von Lieferanten. Die Arbeit ist weitgehend digital geworden; sichere Nutzung von Office-Programmen und kaufmännischer Software wird vorausgesetzt, nicht als Zusatz gewertet.
Im aktuellen Bestand ist gut die Hälfte der Anzeigen ein Ausbildungsplatz, überwiegend mit Beginn im Folgejahr. Ausbildende sind unter anderem Industrieunternehmen, eine Reederei und Personaldienstleister; Teilzeitstellen sind in diesem Ausschnitt nicht dabei. Für ausgebildete Fachkräfte sieht der Markt anders aus: Hier finden sich Stellen in nahezu jeder Branche, häufig in Teilzeit, und der Titel in der Anzeige lautet oft Sachbearbeiter, Assistenz oder Office Manager statt der Berufsbezeichnung.
Die Bezahlung hängt weniger am Beruf als am Arbeitgeber. Ein tarifgebundener Industriebetrieb oder der öffentliche Dienst zahlen spürbar mehr als eine kleine Kanzlei oder ein Handwerksbetrieb. Wer aufsteigen will, spezialisiert sich – in Personal, Buchhaltung oder Einkauf – oder hängt eine Fortbildung zum Fachwirt für Büro- und Projektorganisation oder zum Wirtschaftsfachwirt an.
Aufgaben
- Post, E-Mails und Anrufe bearbeiten und weiterleiten
- Termine, Besprechungen und Dienstreisen organisieren
- Rechnungen prüfen, erfassen und für die Buchhaltung vorbereiten
- Bestellungen auslösen und Aufträge im ERP-System bearbeiten
- Dokumente ablegen, Akten führen und Datenbestände pflegen
- Korrespondenz, Protokolle und Präsentationen erstellen
- Kunden, Lieferanten und Kollegen als Ansprechpartner betreuen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement oder in einem der Vorgängerberufe
- Sicherer Umgang mit Office-Programmen und kaufmännischer Software
- Gute Rechtschreibung und Ausdrucksvermögen
- Sorgfalt und Organisationsgeschick
- Freundliches Auftreten am Telefon und im Kundenkontakt
- Je nach Stelle Englischkenntnisse
Wo man arbeitet
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Behörden und öffentliche Verwaltung
- Kanzleien, Praxen und Verbände
- Handwerksbetriebe
- Dienstleister und Personaldienstleister
Der Weg in den Beruf
Dreijährige duale Ausbildung, die bei guten Leistungen oder mit Abitur verkürzt werden kann. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 zur Informationstechnischen Büroorganisation liegt etwa in der Mitte der Ausbildung, Teil 2 am Ende mit den Wahlqualifikationen. Im Handel und in der Industrie prüft die IHK, im öffentlichen Dienst die zuständige Stelle der Verwaltung. Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach dem Tarif des Betriebs, etwa dem TVAöD im öffentlichen Dienst oder den Branchentarifen der Industrie; ohne Tarifbindung gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Aufstiegsfortbildungen sind der Fachwirt für Büro- und Projektorganisation, der Wirtschaftsfachwirt oder der Personalfachkaufmann.
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