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Bau & Immobilien

Architekt

Architekten planen Gebäude von der ersten Idee bis zur Fertigstellung, koordinieren Fachplaner und überwachen die Ausführung auf der Baustelle.

13 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Architekt verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.800 € 4.350 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 4.600 € 5.300 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 5.700 € 6.800 € 68.400 €

Gehälter sind von der HOAI unabhängig, die nur die Honorare der Büros regelt; in Architekturbüros gibt es in der Regel keinen Tarif, nur Gehaltsempfehlungen der Kammern. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD bzw. TV-L mit E11 bis E13 für Architekten mit Masterabschluss. Die Spanne entsteht durch Bürogröße, Arbeitgeberseite und Kammereintragung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Architekt ist eine geschützte Berufsbezeichnung. Wer sie führen will, muss nach Studium und Berufspraxis in die Architektenliste der Landesarchitektenkammer eingetragen sein; nur dann besteht auch die Bauvorlageberechtigung, also das Recht, Bauanträge für genehmigungspflichtige Gebäude einzureichen. Im Büroalltag arbeiten viele Absolventen allerdings zunächst ohne Eintragung, unter Bezeichnungen wie Projektarchitekt oder Planer.

Die Arbeit gliedert sich entlang der Leistungsphasen der HOAI, die zwar die Honorare der Büros regelt, im Alltag aber vor allem als gemeinsame Sprache dient. LPH 1 bis 4 umfassen Grundlagenermittlung, Vorentwurf, Entwurf und Genehmigungsplanung; LPH 5 die Ausführungsplanung mit Detailzeichnungen; LPH 6 bis 8 Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung. Kaum ein Architekt deckt alle Phasen gleichmäßig ab. Manche sitzen fast nur im Entwurf, andere sind Spezialisten für Ausführungsplanung im Wohnungsbau, wieder andere verbringen ihre Zeit als Objektüberwacher auf der Baustelle. Gearbeitet wird mit CAD- und zunehmend mit BIM-Software, dazu mit viel Koordination: Tragwerksplaner, Haustechnik, Brandschutz, Bauherr, Behörden.

In diesem Bestand suchen ein Landesbetrieb für Hochbau, ein Fertighausanbieter, ein Unternehmen für industriellen Holz- und Systembau sowie Projektentwickler, unter anderem für erneuerbare Energien; mehrere Stellen sind ausdrücklich für einen bestimmten Leistungsphasenbereich oder als Senior-Position ausgeschrieben, einzelne in Teilzeit. Das zeigt, dass Architekten längst nicht nur in Architekturbüros arbeiten, sondern auch bei Bauherren, in der öffentlichen Bauverwaltung und in Unternehmen, die Gebäude seriell herstellen.

Der Beruf ist bekannt für ein Missverhältnis zwischen Ausbildungsdauer und Bezahlung, besonders in kleinen Büros. Größere Planungsgesellschaften, öffentliche Arbeitgeber und Bauherrenseiten zahlen in der Regel besser. Termindruck vor Abgaben und Wettbewerben ist verbreitet. Nachhaltiges Bauen, Bestandsumbau und serielles Bauen sind die Felder, in denen die Nachfrage derzeit wächst.

Aufgaben

  • Bauherrenwünsche, Grundstück und Rahmenbedingungen klären
  • Entwürfe erarbeiten und Kosten schätzen
  • Genehmigungsplanung erstellen und Bauanträge einreichen
  • Ausführungs- und Detailplanung mit CAD oder BIM ausarbeiten
  • Fachplaner für Tragwerk, Haustechnik und Brandschutz koordinieren
  • Leistungen ausschreiben, Angebote prüfen und Vergaben vorbereiten
  • Bauausführung überwachen, Mängel verfolgen und Abnahmen durchführen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium der Architektur, meist Master
  • Für die Berufsbezeichnung Eintragung in die Architektenliste
  • Sicherer Umgang mit CAD- und BIM-Software
  • Kenntnisse im Bauordnungs- und Vergaberecht sowie der HOAI
  • Organisations- und Kommunikationsfähigkeit gegenüber Bauherren und Fachplanern
  • Führerschein Klasse B für Baustellentermine

Wo man arbeitet

  • Architektur- und Generalplanungsbüros
  • Öffentliche Bauverwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen
  • Projektentwickler und Wohnungsunternehmen
  • Bauunternehmen und Fertighaushersteller
  • Unternehmen mit eigener Bauabteilung

Der Weg in den Beruf

Studium der Architektur an einer Universität oder Hochschule, üblicherweise Bachelor und Master mit zusammen mindestens vier, für die Kammereintragung in den meisten Ländern mit fünf Jahren Regelstudienzeit. Danach folgt eine mindestens zweijährige praktische Tätigkeit mit Fortbildungen, bevor die Eintragung in die Architektenliste der Landesarchitektenkammer beantragt werden kann. Für den öffentlichen Dienst gibt es zudem das Baureferendariat, das in den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst führt.

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