Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Assistenzärztinnen und Assistenzärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sind approbierte Ärzte in der sechsjährigen Facharztweiterbildung. Sie versorgen Verletzungen und Erkrankungen von Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen, in der Notaufnahme, auf Station und im OP.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie verdient
6.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 5.100 bis 8.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 5.100 € | 5.400 € | 5.700 € | 64.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 6.200 € | 6.700 € | 74.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.900 € | 7.600 € | 8.500 € | 91.200 € |
Die Grundvergütung richtet sich meist nach dem TV-Ärzte/VKA in kommunalen Kliniken, dem TV-Ärzte TdL an Universitätskliniken oder Haustarifen privater Träger wie Helios oder Asklepios und steigt mit den Weiterbildungsjahren; der Stufe senior entspricht hier vor allem die Einstufung als Facharzt. Einen großen Teil des tatsächlichen Einkommens machen die Vergütungen für Bereitschaftsdienste aus, die je nach Klinik und Dienstbelastung mehrere hundert bis über tausend Euro im Monat zusätzlich bringen können.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Frühbesprechung, in der Nachtaufnahmen, Röntgenbilder und das OP-Programm besprochen werden. Danach folgt die Stationsvisite: Wunden kontrollieren, Verbände und Drainagen beurteilen, Schmerzmittel und Thromboseprophylaxe anpassen, Mobilisation mit der Physiotherapie abstimmen, Entlassungen vorbereiten. Ein großer Teil der Zeit geht in die Notaufnahme. Dort werden gestürzte ältere Menschen mit Hüftfrakturen, Sportverletzungen, Schnittwunden und Verkehrsunfallopfer untersucht. Assistenzärzte reponieren Brüche und Ausrenkungen, legen Gipsschienen an, nähen Wunden und entscheiden mit Oberärzten, ob operiert wird. Im OP halten sie anfangs vor allem Haken und assistieren bei Gelenkersatz, Osteosynthesen oder Wirbelsäuleneingriffen. Mit wachsender Erfahrung operieren sie selbst, zuerst kleinere Eingriffe wie Metallentfernungen, später einfache Frakturversorgungen unter Anleitung. Hinzu kommen Aufklärungsgespräche, Arztbriefe, Codierung für die Abrechnung und die Dokumentation für Berufsgenossenschaften bei Arbeitsunfällen.
Wie wird man Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und drei Monaten mit Staatsexamen und anschließender Approbation. Die Studienplätze sind knapp, vergeben werden sie über Abiturnote, Eignungstests wie den TMS, Wartezeit-ähnliche Quoten oder die Landarztquote. Nach der Approbation bewirbt man sich direkt bei einer Klinik auf eine Weiterbildungsstelle. Die Weiterbildung zum Facharzt dauert nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern sechs Jahre und umfasst Pflichtzeiten etwa in der Notfallversorgung und Intensivmedizin. Wer die geforderten Eingriffe und Inhalte im Logbuch nachweist, legt die Facharztprüfung vor der Ärztekammer ab. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachrichtungen können wechseln und sich passende Zeiten teilweise anrechnen lassen.
Was der Beruf verlangt
Das Fach gehört zu den körperlich anstrengendsten in der Medizin. Operationen dauern oft mehrere Stunden im Stehen, häufig mit schwerer Röntgenschürze, und beim Einrenken oder Halten von Extremitäten ist Kraft gefragt. Zur Regelarbeitszeit kommen Bereitschaftsdienste in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen, teils als 24-Stunden-Dienste. Überstunden sind verbreitet, viele Kliniken lassen sich per Opt-out längere Wochenarbeitszeiten genehmigen. In der Notaufnahme müssen schnell Entscheidungen getroffen werden, auch bei Schwerverletzten. Der Dokumentationsaufwand ist hoch und kostet Zeit, die im OP fehlt. In manchen Häusern hängt der Fortschritt der Weiterbildung davon ab, wie viele Eingriffe Assistenzärzte tatsächlich selbst durchführen dürfen, was zu Frust und Verzögerungen führen kann. Das Arbeitsklima gilt in chirurgischen Fächern traditionell als hierarchisch. Teilzeit ist möglich, verlängert aber die Weiterbildung entsprechend.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Die alternde Bevölkerung führt zu mehr Gelenkersatz, Osteoporosefrakturen und Wirbelsäulenleiden, gleichzeitig sind Weiterbildungsstellen außerhalb begehrter Universitätskliniken gut zu bekommen. Die Krankenhausreform dürfte Eingriffe stärker an größeren Zentren bündeln und kleinere Abteilungen schließen. Nach der Facharztprüfung führen die Wege zur Oberarztstelle, in die Niederlassung in eigener Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum, zur Tätigkeit als Durchgangsarzt für die Berufsgenossenschaften oder in Reha-Kliniken. Zusatzweiterbildungen wie Spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin, Handchirurgie oder Manuelle Medizin eröffnen weitere Spezialisierungen.
Aufgaben
- Patienten in der Notaufnahme untersuchen und Röntgen-, CT- und MRT-Bilder beurteilen
- Brüche und Ausrenkungen reponieren und Gipsschienen anlegen
- Wunden versorgen und nähen
- Bei Operationen assistieren und unter Anleitung selbst operieren
- Stationsvisiten durchführen und Schmerztherapie sowie Mobilisation planen
- Patienten über Eingriffe und Risiken aufklären
- Arztbriefe, OP-Berichte und Unfallberichte für Berufsgenossenschaften schreiben
- Nacht- und Wochenenddienste in Notaufnahme und auf Station übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Staatsexamen
- Ärztliche Approbation in Deutschland
- Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau C1 einschließlich Fachsprachprüfung bei ausländischem Abschluss
- Körperliche Belastbarkeit für lange Operationen im Stehen
- Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
Wo man arbeitet
- Kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
- Universitätskliniken
- Private Klinikketten
- BG-Unfallkliniken
- Orthopädische Fachkliniken
- Medizinische Versorgungszentren mit OP-Bereich
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine sechsjährige Weiterbildung an einer zugelassenen Klinik. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Offene Stellen als Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
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Assistenzarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie (m/w/d)
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