Bauleiter Verkehrssicherung
Bauleiter in der Verkehrssicherung planen und überwachen die Absicherung von Baustellen an Straßen und Autobahnen, damit Verkehr und Arbeiten nebeneinander sicher ablaufen. Sie verantworten Verkehrszeichenpläne, Genehmigungen, Personal und Material für Sperrungen und Umleitungen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bauleiter Verkehrssicherung verdient
4.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 5.000 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.600 € | 5.200 € | 6.000 € | 62.400 € |
Viele Verkehrssicherungsfirmen sind nicht tarifgebunden, dort wird frei verhandelt; in Bauunternehmen gilt teils der Tarifvertrag für die Angestellten und Poliere des Baugewerbes, bei der Autobahn GmbH ein eigener Haustarif und im kommunalen Dienst der TVöD. Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftszulagen sind nicht eingerechnet und können das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bauleiter Verkehrssicherung?
Wo an einer Straße gearbeitet wird, muss der Verkehr geführt, verengt oder umgeleitet werden. Bauleiter in der Verkehrssicherung sorgen dafür, dass das nach den geltenden Regeln geschieht, vor allem nach den Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 21) und den zugehörigen technischen Vertragsbedingungen. Sie erstellen Verkehrszeichenpläne, beantragen verkehrsrechtliche Anordnungen bei Straßenverkehrsbehörden und stimmen sich mit Polizei, Autobahn GmbH, Kommunen und Bauunternehmen ab. Danach planen sie den Einsatz von Kolonnen, Fahrzeugen, Absperrtafeln, Leitbaken, Ampelanlagen und Fahrbahnmarkierungen. Auf der Baustelle kontrollieren sie Aufbau und Zustand der Absicherung, dokumentieren Kontrollfahrten, reagieren auf Schäden nach Unfällen oder Sturm und rechnen Leistungen gegenüber Auftraggebern ab. Ein großer Teil der Arbeit findet am Schreibtisch und im Auto statt, ein anderer direkt neben dem fließenden Verkehr.
Wie wird man Bauleiter Verkehrssicherung?
Eine eigene Ausbildung mit diesem Titel gibt es nicht. Üblich ist ein Studium des Bauingenieurwesens oder Verkehrswesens, eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Bautechnik oder ein Meister im Straßenbau. Viele kommen aus der Praxis: Straßenbauer, Fachkräfte für Straßen- und Verkehrstechnik oder erfahrene Vorarbeiter aus Verkehrssicherungsfirmen steigen mit Berufserfahrung in die Bauleitung auf. Fast immer verlangt wird der Lehrgang zum Verantwortlichen für die Verkehrssicherung von Arbeitsstellen nach MVAS, der regelmäßig aufgefrischt werden muss. Ein Führerschein der Klasse B ist Pflicht, Klasse C oder CE erleichtert den Einstieg. Kenntnisse in Planungssoftware für Verkehrszeichenpläne und ein sicherer Umgang mit Behördenvorgängen werden meist im Betrieb vermittelt.
Was der Beruf verlangt
Straßenbaustellen auf Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen werden häufig nachts oder am Wochenende eingerichtet, um den Verkehr wenig zu stören. Nacht- und Wochenendarbeit gehören deshalb dazu, ebenso Rufbereitschaft, wenn eine Absicherung beschädigt wird und schnell repariert werden muss. Die Arbeit direkt am fließenden Verkehr ist gefährlich, Unfälle in Absperrbereichen kommen vor. Hinzu kommen Wetter, Lärm und lange Fahrten zwischen Baustellen, die über eine ganze Region verteilt sein können. Fehler in der Planung haben rechtliche Folgen, denn der Bauleiter trägt Verantwortung für die Verkehrssicherheit. Termindruck entsteht, weil Anordnungen kurzfristig kommen und Baufirmen pünktlich starten wollen. Gefragt sind Durchsetzungsvermögen gegenüber Kolonnen und Auftraggebern, Genauigkeit bei Vorschriften und ein ruhiger Umgang mit Störungen.
Aussichten
Der Bedarf ist hoch und dürfte es bleiben. Viele Brücken und Fahrbahnen müssen saniert werden, der Ausbau von Glasfaser- und Stromnetzen sorgt für zusätzliche Baustellen im Straßenraum. Gleichzeitig fehlen Fachleute, die Vorschriften, Behördenpraxis und Baustellenalltag zusammenbringen, sodass Quereinsteiger mit Praxiserfahrung gute Chancen haben. Weiterentwickeln kann man sich zur Oberbauleitung oder Niederlassungsleitung eines Verkehrssicherungsunternehmens, in die Verkehrsplanung bei Ingenieurbüros oder auf die Auftraggeberseite bei Straßenbauverwaltungen und Straßenverkehrsbehörden. Wer die nötigen Nachweise und Kontakte hat, kann sich auch selbstständig machen.
Aufgaben
- Verkehrszeichenpläne nach RSA 21 erstellen
- Verkehrsrechtliche Anordnungen bei Behörden beantragen
- Einsätze von Kolonnen, Fahrzeugen und Absperrmaterial planen
- Aufbau und Abbau von Baustellenabsicherungen überwachen
- Kontrollfahrten durchführen und dokumentieren
- Schäden an Absicherungen nach Unfällen beheben lassen
- Mit Polizei, Straßenbaulastträgern und Baufirmen abstimmen
- Leistungen aufmessen und abrechnen
Voraussetzungen
- Studium im Bauingenieur- oder Verkehrswesen, Techniker, Meister oder mehrjährige Praxis in der Verkehrssicherung
- Nachweis als Verantwortlicher für Verkehrssicherung nach MVAS
- Führerschein Klasse B, oft auch C oder CE
- Sichere Kenntnis von StVO, RSA 21 und ZTV-SA
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
- Belastbarkeit bei Arbeit im Freien und neben fließendem Verkehr
Wo man arbeitet
- Verkehrssicherungsunternehmen
- Straßen- und Tiefbauunternehmen
- Ingenieurbüros für Verkehrsplanung
- Autobahn GmbH und Straßenbauverwaltungen der Länder
- Kommunale Bauhöfe und Tiefbauämter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen (rund drei bis dreieinhalb Jahre) oder eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister nach einer dreijährigen Ausbildung, etwa als Straßenbauer. Dazu kommt der mehrtägige MVAS-Lehrgang zur Verkehrssicherung von Arbeitsstellen, der regelmäßig aufgefrischt werden muss. Erfahrene Vorarbeiter aus der Verkehrssicherung steigen auch ohne formalen Aufstiegsabschluss in die Bauleitung auf.
Offene Stellen als Bauleiter Verkehrssicherung
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- 3.400 – 5.700 €
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