BIM-Manager / BIM-Gesamtkoordinator
BIM-Manager und BIM-Gesamtkoordinatoren organisieren die digitale Planung von Bauprojekten mit Building Information Modeling. Sie legen fest, wer welche Daten in welcher Form liefert, führen die Fachmodelle aller Planer zusammen und prüfen sie auf Fehler und Widersprüche.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als BIM-Manager / BIM-Gesamtkoordinator verdient
5.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 8.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.300 € | 5.000 € | 51.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.300 € | 6.300 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.800 € | 8.500 € | 81.600 € |
Am stärksten wirken Arbeitgeberart und Projektgröße: Große Bauunternehmen, Generalplaner und Beratungsfirmen zahlen deutlich mehr als kleine Architekturbüros, die oft nicht tarifgebunden sind. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD beziehungsweise TV-L, meist in den Entgeltgruppen E11 bis E13, in der Bauindustrie teils der Gehaltstarifvertrag für das Baugewerbe.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein BIM-Manager / BIM-Gesamtkoordinator?
Bei Building Information Modeling wird ein Gebäude oder eine Brücke zuerst als digitales Modell gebaut, in dem Geometrie und Informationen wie Material, Brandschutzklasse oder Kosten hinterlegt sind. Der BIM-Manager arbeitet meist auf Seite des Bauherrn. Er formuliert die Auftraggeber-Informationsanforderungen, also was die Planer wann und in welcher Detailtiefe liefern müssen, prüft die Angebote darauf und überwacht später die Einhaltung. Der BIM-Gesamtkoordinator sitzt meist beim Generalplaner oder beim Architekturbüro. Er erstellt mit allen Beteiligten den BIM-Abwicklungsplan, sammelt regelmäßig die Modelle von Architektur, Tragwerksplanung und Haustechnik ein, setzt sie zu einem Koordinationsmodell zusammen und lässt Kollisionsprüfungen laufen. Wenn ein Lüftungskanal durch einen Unterzug führt, dokumentiert er den Konflikt, meist im BCF-Format, und klärt in Koordinationsrunden, wer ihn behebt. Dazu kommen Modellprüfungen auf Vollständigkeit der Attribute, das Aufsetzen von Datenumgebungen und Ordnerstrukturen sowie die Schulung von Projektbeteiligten. Typische Werkzeuge sind Revit, Archicad, Solibri, Navisworks, Desite und gemeinsame Datenplattformen. Ein großer Teil des Tages besteht aus Besprechungen, Abstimmungen per Mail und Videokonferenz und Arbeit am Bildschirm.
Wie wird man BIM-Manager / BIM-Gesamtkoordinator?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Gebäudetechnik oder des Vermessungswesens, gefolgt von einigen Jahren Praxis in der Planung. Wer in Projekten bereits als BIM-Modellierer oder Fachkoordinator gearbeitet hat, steigt häufig in die Gesamtkoordination auf. Ergänzend werden Zertifikatslehrgänge nach der Richtlinie VDI/buildingSMART 2552 Blatt 8 erwartet, die von Kammern, Hochschulen und privaten Anbietern angeboten werden und einige Wochen bis Monate berufsbegleitend dauern. Quereinstieg ist für Bauzeichner, Technische Systemplaner oder staatlich geprüfte Bautechniker möglich, die sich über Modellierung und Koordination hocharbeiten, verlangt aber viel Eigeninitiative und gute Normenkenntnis.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle sitzt zwischen allen Stühlen. Planer empfinden zusätzliche Anforderungen oft als Mehrarbeit, Bauherren erwarten schnelle Ergebnisse, und nicht jedes Büro arbeitet sauber modellbasiert. Wer hier koordiniert, muss beharrlich nachfassen, Konflikte ansprechen und Entscheidungen einfordern, ohne selbst Weisungsbefugnis zu haben. Vor Planabgaben und Meilensteinen wird es eng, Überstunden kommen dann vor. Die Arbeit findet fast ausschließlich am Bildschirm statt, Baustellenbesuche sind selten. Software, Datenformate und Normen ändern sich laufend, ständige Weiterbildung ist Teil des Berufs. Technisches Verständnis allein reicht nicht: Ohne Wissen über Planungsabläufe, HOAI-Leistungsphasen und Vertragsfragen lässt sich kein Projekt steuern. Homeoffice ist in vielen Büros gut möglich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst. Der Bund verlangt BIM bei vielen eigenen Infrastrukturprojekten, Länder, Kommunen und große private Bauherren ziehen nach. Erfahrene Fachleute sind knapp, entsprechend gut ist die Verhandlungsposition. Entwicklungswege führen in die Leitung einer BIM-Abteilung, in die Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens, in die Beratung oder in die Selbstständigkeit als BIM-Dienstleister. Auch Softwarehersteller und Projektsteuerer suchen solche Profile. Mit zunehmender Verbreitung wird die Grundkoordination zum Standard in jedem Büro, die Anforderungen an Spezialisten steigen dadurch eher.
Aufgaben
- Auftraggeber-Informationsanforderungen und BIM-Abwicklungspläne erstellen
- Fachmodelle von Architektur, Tragwerk und Haustechnik zu einem Koordinationsmodell zusammenführen
- Kollisions- und Qualitätsprüfungen mit Prüfsoftware durchführen
- Konflikte dokumentieren und in Koordinationsbesprechungen klären
- Gemeinsame Datenumgebung einrichten und Zugriffsrechte verwalten
- Modellinhalte für Mengenermittlung, Kosten und Terminplanung bereitstellen
- Projektbeteiligte in Abläufen und Software schulen
Voraussetzungen
- Studium in Architektur, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik oder vergleichbarer Fachrichtung, alternativ Technikerabschluss mit langer Praxis
- Mehrjährige Erfahrung in der Bauplanung
- Zertifikat nach VDI/buildingSMART 2552 Blatt 8 oder gleichwertige Weiterbildung
- Sicherer Umgang mit BIM-Software und offenen Formaten wie IFC und BCF
- Kenntnis von Planungsabläufen, HOAI und Bauvertragsfragen
- Durchsetzungsvermögen, Moderationsgeschick und gute Englischkenntnisse
Wo man arbeitet
- Architektur- und Ingenieurbüros
- Generalplaner und Generalunternehmer
- Große Bauunternehmen
- Projektsteuerungs- und Beratungsfirmen
- Öffentliche Bauverwaltungen und Infrastrukturgesellschaften
- Immobilienunternehmen und große private Bauherren
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Architektur oder Bauingenieurwesen von drei bis fünf Jahren, danach mehrere Jahre Planungspraxis. Ein berufsbegleitender Zertifikatslehrgang nach VDI/buildingSMART 2552 Blatt 8 von einigen Wochen bis Monaten schließt die Qualifikation ab; vom Modellierer zum Gesamtkoordinator vergehen meist drei bis fünf Jahre.
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