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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Binnenschifferin / Binnenschiffer

Binnenschifferinnen und Binnenschiffer fahren Güter- und Fahrgastschiffe auf Flüssen, Kanälen und Seen. Sie steuern, laden, warten Maschinen und halten das Schiff instand, meist mit mehreren Tagen oder Wochen am Stück an Bord.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Binnenschifferin / Binnenschiffer verdient

3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 5.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.500 € 5.500 € 54.000 €

Das Gehalt hängt vor allem von der Funktion an Bord ab, also davon, ob man als Matrose, Steuermann oder Schiffsführer mit Patent fährt; tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Tarifvertrag für die Binnenschifffahrt, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung nach TVöD. Bordzulagen, Verpflegungsgeld und Zuschläge für Rund-um-die-Uhr-Fahrt erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich, kleine Familienbetriebe zahlen oft frei verhandelt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Binnenschifferin oder ein Binnenschiffer?

Binnenschifferinnen und Binnenschiffer arbeiten auf Motorgüterschiffen, Schubverbänden, Tankschiffen, Fahrgastschiffen oder Arbeitsschiffen der Wasserstraßenverwaltung. In der Ausbildung und als Matrose oder Matrosin besteht der Alltag vor allem aus Decksarbeit: Leinen werfen und festmachen, in Schleusen sichern, Laderäume öffnen und reinigen, beim Laden und Löschen von Kies, Getreide, Containern oder Mineralöl helfen. Dazu kommen Rost klopfen, streichen, Tauwerk spleißen, Motoren und Generatoren prüfen, Öl und Filter wechseln. Mit wachsender Erfahrung übernehmen sie Wachen im Steuerhaus, steuern das Schiff nach Radar und Karte, führen das Bordbuch und stimmen sich per Funk mit Schleusen, Häfen und anderen Schiffen ab. Schiffsführerinnen und Schiffsführer tragen die Verantwortung für Schiff, Ladung und Besatzung und planen Fahrten nach Wasserstand und Ladetiefe.

Wie wird man Binnenschifferin oder Binnenschiffer?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zur Binnenschifferin oder zum Binnenschiffer, die drei Jahre dauert. Die praktische Ausbildung findet an Bord statt, der Berufsschulunterricht in Blöcken an zentralen Schiffer-Berufskollegs, etwa in Duisburg-Homberg oder Schönebeck an der Elbe, meist mit Unterbringung im Internat. Voraussetzung ist eine ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung mit Seh- und Hörtest. Nach der Prüfung erhält man das Befähigungszeugnis als Matrose oder Matrosin. Wer Fahrzeit sammelt und weitere Prüfungen ablegt, kann zum Bootsmann, Steuermann und schließlich zum Schiffsführer mit Patent aufsteigen; dafür kommen Radarpatent, Funkzeugnis und Streckenkenntnisse für bestimmte Flussabschnitte hinzu. Quereinsteiger können als Decksleute anfangen und über Fahrzeit und Prüfung ein Befähigungszeugnis erwerben, der Weg dauert aber länger und ist weniger strukturiert.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich, oft bei Regen, Kälte, Hitze und Wind. Leinen, Luken und Ladegeschirr sind schwer, Decks sind rutschig, die Unfallgefahr ist real. Gefahren wird je nach Betriebsform bis zu 14, 18 oder rund um die Uhr, also auch nachts und am Wochenende. Viele Besatzungen arbeiten im Wechsel, zum Beispiel zwei Wochen an Bord und zwei Wochen frei. In dieser Zeit lebt man auf engem Raum mit wenigen Kolleginnen und Kollegen, fern von Familie und Freundeskreis. Das schreckt viele ab und ist ein Hauptgrund, warum Leute den Beruf wieder verlassen. Verlangt werden außerdem technisches Verständnis, Konzentration bei langen Wachen und Ruhe in kritischen Situationen wie Niedrigwasser, Nebel oder Hochwasser.

Aussichten

Die Branche sucht dringend Personal. Viele Schiffsführer gehen in den nächsten Jahren in Rente, Nachwuchs ist knapp. Wer das Patent hat, findet in der Regel schnell eine Stelle. Gleichzeitig steht die Güterschifffahrt unter Druck: Niedrigwasserperioden im Sommer nehmen zu, Flotten sind überaltert, und viele kleine Familienbetriebe, sogenannte Partikuliere, finden keine Nachfolge. Neue Antriebe und Assistenzsysteme verändern die Arbeit an Bord. Entwicklungswege führen zum Schiffsführer, in die Selbstständigkeit mit eigenem Schiff, zur Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes oder an Land in Disposition, Hafenbetrieb und Reedereiverwaltung.

Aufgaben

  • Schiff in Schleusen und Häfen festmachen und sichern
  • Laden und Löschen der Ladung überwachen und unterstützen
  • Motoren, Pumpen und Generatoren warten und prüfen
  • Rost entfernen, Deck und Rumpf streichen
  • Wache im Steuerhaus übernehmen und das Schiff steuern
  • Funkverkehr mit Schleusen, Häfen und anderen Schiffen führen
  • Bordbuch und Ladepapiere führen
  • Fahrten nach Wasserstand und Ladetiefe planen

Voraussetzungen

  • Ärztliche Tauglichkeit mit ausreichendem Seh- und Hörvermögen
  • Körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit
  • Sicheres Schwimmen
  • Bereitschaft, mehrere Tage oder Wochen am Stück an Bord zu leben
  • Technisches Verständnis
  • Für Führungsfunktionen: Befähigungszeugnis als Schiffsführer, Radarpatent und Funkzeugnis

Wo man arbeitet

  • Reedereien der Güterschifffahrt
  • Selbstständige Schiffseigner (Partikuliere)
  • Tankschifffahrt
  • Fahrgast- und Flusskreuzfahrtschifffahrt
  • Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  • Häfen und Wasserbauunternehmen

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung zur Binnenschifferin oder zum Binnenschiffer dauert drei Jahre, mit Praxis an Bord und Blockunterricht an einem Schiffer-Berufskolleg. Sie endet mit dem Befähigungszeugnis als Matrose; mit Fahrzeit und weiteren Prüfungen folgen Bootsmann, Steuermann und das Schiffsführerpatent.

Offene Stellen als Binnenschifferin / Binnenschiffer

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