Berufskraftfahrer
Berufskraftfahrer befördern Güter oder Fahrgäste mit Lkw oder Bus, sind für Fahrzeug und Ladung verantwortlich und kennen die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten.
18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Berufskraftfahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.550 € | 2.800 € | 3.100 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.100 € | 3.450 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.100 € | 3.450 € | 3.850 € | 41.400 € |
Grundlage sind die Landestarifverträge des Speditions- und Logistikgewerbes, die in vielen Unternehmen nicht angewendet werden, und im Busverkehr die Tarife des Nahverkehrs wie der TV-N. Spesen, Übernachtungspauschalen und Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit sind nicht eingerechnet und machen im Fernverkehr einen spürbaren Teil des Einkommens aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Berufskraftfahrer ist zugleich Ausbildungsberuf und Sammelbegriff für alle, die gewerblich Lkw ab 3,5 Tonnen oder Busse fahren. Die Ausbildung kennt zwei Schwerpunkte: Güterverkehr und Personenverkehr. Im Güterverkehr geht es um Nah-, Regional- oder Fernverkehr, um das Beladen und Sichern der Ladung, Frachtpapiere, Zollformalitäten und die Übergabe beim Empfänger. Im Personenverkehr stehen Linien- und Reisebusse im Vordergrund, mit Fahrgastbetreuung, Fahrkartenverkauf und Sicherheit an Bord.
Der Fahrer trägt Verantwortung, die weit über das Lenken hinausgeht. Er prüft das Fahrzeug vor der Abfahrt, sichert die Ladung nach den Regeln der Technik, hält Lenk- und Ruhezeiten ein, die der digitale Tachograf lückenlos aufzeichnet, und entscheidet bei Glätte, Stau oder Panne selbst. Im Fernverkehr bedeutet das Wochen mit Übernachtungen in der Kabine; im Nahverkehr frühe Starts, viele Stopps und häufiges Be- und Entladen. Wer Gefahrgut fährt, braucht die ADR-Bescheinigung, wer mit Kran oder Mitnahmestapler arbeitet, zusätzliche Nachweise.
Im Bestand teilt sich das Angebot etwa hälftig in Ausbildungsplätze und feste Anstellungen, alle in Vollzeit. Die Anzeigen kommen von Speditionen, Baustoff- und Handelslogistik sowie einem Busunternehmen im Regionalverkehr; ausdrücklich gesucht wird auch für Mehrtagestouren. Der Mangel an Fahrern ist seit Jahren bekannt, viele Beschäftigte gehen in den kommenden Jahren in Rente.
Der Beruf bietet schnellen Einstieg, aber begrenzte Aufstiegswege. Möglich sind der Wechsel in die Disposition, eine Tätigkeit als Fahrlehrer oder Ausbilder oder die Fortbildung zum Meister für Kraftverkehr. Wer seine eigenen Arbeitszeiten schätzt, findet sie eher im Nahverkehr mit festen Touren als in der internationalen Spedition. Auch die Fahrzeuge unterscheiden sich stark: Tankwagen, Kühlauflieger, Baustellenkipper und Reisebus verlangen jeweils eigene Kenntnisse, die im Vorstellungsgespräch zählen.
Aufgaben
- Lkw oder Busse im Nah-, Regional- oder Fernverkehr fahren
- Abfahrtskontrolle durchführen und Mängel melden
- Ladung verladen, sichern und übergeben
- Fracht- und Begleitpapiere prüfen und ausfüllen
- Lenk- und Ruhezeiten einhalten und den Tachografen bedienen
- Fahrgäste betreuen und Fahrkarten verkaufen im Personenverkehr
- Fahrzeug pflegen und kleinere Wartungsarbeiten übernehmen
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse CE bzw. D, abhängig vom Einsatz
- Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und regelmäßige Weiterbildung
- Fahrerkarte für den digitalen Tachografen
- ADR-Bescheinigung für Gefahrguttransporte
- Körperliche Fitness und Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten
- Zuverlässigkeit und Orientierungsvermögen
Wo man arbeitet
- Speditionen und Logistikunternehmen
- Baustoffhandel und Entsorgungsbetriebe
- Handels- und Lebensmittellogistik
- Verkehrsunternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr
- Reisebusunternehmen
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer dauert drei Jahre und schließt den Führerschein ein, dessen Kosten der Ausbildungsbetrieb trägt. Wer den Führerschein bereits hat, kann stattdessen die beschleunigte Grundqualifikation mit IHK-Prüfung ablegen, was für Quereinsteiger der übliche Weg ist und häufig über die Agentur für Arbeit gefördert wird. Alle Berufskraftfahrer müssen alle fünf Jahre 35 Stunden Weiterbildung nachweisen, die im Führerschein eingetragen wird. Aufstieg bieten der Meister für Kraftverkehr und die Arbeit in der Disposition.
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