Chemielaborant
Chemielaboranten führen Analysen und Synthesen im Labor durch, prüfen Rohstoffe und Produkte und dokumentieren Messergebnisse nach festen Vorgaben.
11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Chemielaborant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.050 € | 3.400 € | 3.750 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.550 € | 3.950 € | 4.350 € | 47.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.550 € | 5.050 € | 54.600 € |
Grundlage sind die Entgeltgruppen für ausgebildete Fachkräfte im Bundesentgelttarifvertrag der chemischen Industrie mit der IG BCE; Hochschulen zahlen nach TV-L, Auftragslabore oft ohne Tarif und darunter. Die Werte gelten nach der Abschlussprüfung, Schicht- und Jahressonderzahlungen sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Chemielaboranten sind die Praktiker im chemischen Labor. Sie setzen Reaktionen an, destillieren, filtrieren, kristallisieren und trocknen, bereiten Proben auf und untersuchen sie mit Methoden von der klassischen Titration bis zur Chromatographie und Spektroskopie. In der Industrie arbeiten sie in drei großen Bereichen: in der Forschung und Entwicklung, wo neue Substanzen und Verfahren ausprobiert werden, in der Qualitätskontrolle, wo Rohstoffe, Zwischen- und Endprodukte gegen Spezifikationen geprüft werden, und in der Anwendungstechnik, wo Produkte unter Bedingungen des Kunden getestet werden.
Genauigkeit ist in diesem Beruf keine Tugend, sondern Arbeitsgrundlage. Ein Messwert zählt nur, wenn er reproduzierbar und nachvollziehbar dokumentiert ist, und in der Pharma- und Lebensmittelindustrie gelten dafür strenge Regeln der Guten Herstellungs- und Laborpraxis, bei denen jeder Handgriff im Laborjournal oder im Laborinformationssystem nachzuweisen ist. Dazu kommt der sichere Umgang mit Gefahrstoffen: Wer mit Lösungsmitteln, Säuren oder giftigen Substanzen arbeitet, muss Schutzmaßnahmen und Gefährdungsbeurteilungen nicht nur kennen, sondern selbstverständlich anwenden.
In diesem Bestand sind die meisten Anzeigen Ausbildungsplätze für den Beginn 2027, der größte Teil davon bei einem großen Chemiekonzern mit mehreren Standorten; daneben stehen einzelne Stellen für ausgebildete Laboranten in der Pharmaproduktion und an einer Universität. Teilzeit ist nicht ausgeschrieben. Das Profil beschreibt den ausgebildeten Beruf, die Gehaltsangaben gelten für Chemielaboranten nach der Abschlussprüfung.
Die chemische und pharmazeutische Industrie bildet traditionell viel aus und übernimmt einen großen Teil ihrer Auszubildenden. Nach einigen Berufsjahren führt die Weiterbildung zum staatlich geprüften Chemietechniker oder zum Industriemeister Chemie in Aufgaben mit Methodenentwicklung, Laborleitung oder Schichtverantwortung; viele Laboranten schließen auch ein Chemiestudium an, teils berufsbegleitend.
Aufgaben
- Proben nehmen, aufbereiten und nach Prüfvorschrift analysieren
- Chemische Synthesen und Reaktionen im Labormaßstab durchführen
- Analysegeräte wie Chromatographen und Spektrometer bedienen und kalibrieren
- Messergebnisse auswerten, bewerten und nach GLP- oder GMP-Regeln dokumentieren
- Rohstoffe und Produkte gegen Spezifikationen prüfen und freigeben
- Gefahrstoffe sicher handhaben, lagern und entsorgen
- An der Entwicklung und Validierung neuer Methoden mitarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Chemielaboranten
- Sicherheit in nasschemischen und instrumentellen Analysemethoden
- Sehr sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Kenntnisse im Umgang mit Gefahrstoffen und im Arbeitsschutz
- Erfahrung mit GMP- oder GLP-Dokumentation je nach Branche
- Grundkenntnisse in Englisch für Prüfvorschriften und Gerätesoftware
Wo man arbeitet
- Chemische Industrie
- Pharmazeutische Industrie
- Lebensmittel- und Kosmetikindustrie
- Prüf- und Auftragslabore
- Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- Umwelt- und Behördenlabore
Der Weg in den Beruf
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, dual im Betrieb und an der Berufsschule, mit Prüfung vor der IHK; mit Abitur oder guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. In der chemischen Industrie richtet sich die Ausbildungsvergütung nach dem Chemie-Tarif der IG BCE, an Hochschulen nach dem Tarif für Auszubildende im öffentlichen Dienst. Alternativ gibt es die schulische Ausbildung zum Chemisch-technischen Assistenten. Weiterbildungen sind der staatlich geprüfte Chemietechniker und der Industriemeister Chemie.
Offene Stellen als Chemielaborant
In der Suche fortsetzenChemielaborant/in (m/w/d)
Ausbildung zum Chemielaborant 2027 (m/w/d)
Ausbildung 2027 Chemielaborant (m/w/d) - Hanau
Ausbildung 2027 Chemielaborant (m/w/d) - Steinau
Ausbildung 2027 Chemielaborant (m/w/d) - Dossenheim
Chemielaborant*in - Ausbildungsbeginn 15.08.2027
Ausbildung 2027 Chemielaborant (m/w/d) - Wesseling
Verwandte Berufe
Chemikant
Chemikanten fahren und überwachen Produktionsanlagen der chemischen und pharmazeutischen Industrie und stellen dort Stoffe in großen Mengen her.
- Offene Stellen
- 16
- Monatsbrutto
- 3.150 – 5.200 €
Passend dazu im Ratgeber
- Urlaubsanspruch: Berechnung, Übertragung, Verfall Das Gesetz kennt 24 Werktage, der Vertrag oft 30 Tage, und beides meint nicht dasselbe. De...
- Ausbildungsplatz finden: wie früh man anfangen muss Große Betriebe besetzen ihre Ausbildungsplätze ein Jahr vor dem Start, kleine oft erst ein...
- Tarifvertrag verstehen: Entgeltgruppe, Stufe, und was daraus folgt Ein Tarifverweis in der Anzeige ist die einzige Gehaltsangabe, die Sie vor dem Gespräch na...