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Handwerk & Produktion

Chemikant

Chemikanten fahren und überwachen Produktionsanlagen der chemischen und pharmazeutischen Industrie und stellen dort Stoffe in großen Mengen her.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Chemikant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.150 € 3.450 € 3.800 € 41.400 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.000 € 4.400 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.100 € 4.600 € 5.200 € 55.200 €

Grundlage ist der Bundesentgelttarifvertrag der chemischen Industrie (IG BCE/BAVC) mit den regionalen Entgelttabellen; ausgebildete Chemikanten werden je nach Tätigkeit etwa in den Entgeltgruppen E5 bis E8 eingruppiert. Schicht-, Nacht- und Feiertagszuschläge, die im Vollkontibetrieb einen großen Teil des Einkommens ausmachen, sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Der Chemikant ist der Anlagenfahrer der Chemie. Wo der Chemielaborant im Labor Grammmengen analysiert, bewegt der Chemikant Tonnen: Er befüllt Reaktoren, regelt Temperatur, Druck und Durchfluss, überwacht Destillationskolonnen, Trockner und Filter und sorgt dafür, dass am Ende ein Produkt in der geforderten Qualität aus der Anlage kommt. Gearbeitet wird zum großen Teil an der Messwarte über ein Prozessleitsystem, zum anderen Teil draußen in der Anlage – Proben ziehen, Armaturen stellen, Pumpen kontrollieren, Behälter wechseln.

Sicherheit ist in diesem Beruf nicht Beiwerk, sondern der eigentliche Inhalt vieler Handgriffe. Die Anlagen arbeiten mit brennbaren, giftigen oder ätzenden Stoffen, oft unter Druck und Hitze. Betriebsanweisungen, Freigabeverfahren für Arbeiten an der Anlage, persönliche Schutzausrüstung und das saubere Protokollieren jeder Abweichung gehören zum Tagesablauf. Wer einen Störfall früh an einer Druckkurve erkennt, ist wertvoller als jemand, der jede Formel auswendig kann.

In diesem Bestand sind die meisten Anzeigen Ausbildungsplätze, und sie stammen ganz überwiegend von einem großen Chemiekonzern mit mehreren Standorten; vereinzelt suchen Personaldienstleister und Ingenieurdienstleister ausgebildete Chemikanten. Teilzeit wird nicht angeboten. Das spiegelt den Beruf: Die Produktion läuft rund um die Uhr, und der Normalfall ist die vollkontinuierliche Wechselschicht mit Nacht- und Wochenenddiensten. Stellen in Tagschicht gibt es, meist in Abfüllung, Logistik oder Chargenbetrieben, und sie werden in Anzeigen eigens so benannt.

Die Schicht ist zugleich der Grund, warum der Beruf finanziell zu den stärkeren unter den Ausbildungsberufen gehört: Zum tariflichen Grundentgelt kommen Schicht-, Nacht- und Feiertagszuschläge, die das Monatseinkommen merklich anheben. Aufstieg führt über den Industriemeister Chemie zum Schichtmeister oder über den Techniker in Richtung Verfahrenstechnik.

Aufgaben

  • Chemische Produktionsanlagen an der Messwarte über das Prozessleitsystem steuern
  • Rohstoffe dosieren, Reaktoren befüllen und Prozessparameter einstellen
  • Anlagen im Außendienst kontrollieren, Armaturen bedienen und Proben ziehen
  • Zwischen- und Endprodukte prüfen und Abweichungen protokollieren
  • Anlagen an- und abfahren, reinigen und für Wartungsarbeiten freigeben
  • Störungen erkennen, eingrenzen und mit der Instandhaltung beheben
  • Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätsvorschriften im Schichtbetrieb einhalten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Chemikanten oder Produktionsfachkraft Chemie mit Berufserfahrung
  • Verständnis für chemische und physikalische Vorgänge in Anlagen
  • Bereitschaft zur Wechselschicht einschließlich Nacht- und Wochenenddiensten
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Gefahrstoffen
  • Grundkenntnisse in Mess-, Steuer- und Regeltechnik
  • Gesundheitliche Eignung für das Tragen von Atemschutz

Wo man arbeitet

  • Chemieparks und Werke der Grundstoffchemie
  • Pharmazeutische Produktion
  • Kunststoff- und Lackhersteller
  • Hersteller von Wasch-, Reinigungs- und Kosmetikprodukten
  • Raffinerien und Petrochemie

Der Weg in den Beruf

Dreieinhalbjährige duale Ausbildung in der Industrie, abgeschlossen vor der IHK; mit guten Leistungen oder Abitur ist eine Verkürzung möglich. Die Ausbildungsvergütung richtet sich in tarifgebundenen Betrieben nach dem Chemie-Tarif der IG BCE und gehört zu den höheren unter den gewerblichen Ausbildungsberufen. Die zweijährige Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie kann angerechnet werden. Weiterbildung zum geprüften Industriemeister Fachrichtung Chemie oder zum staatlich geprüften Chemietechniker; beides führt in Schichtführung und Betriebsassistenz.

Offene Stellen als Chemikant

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