Zum Inhalt springen
Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Diplom-Verwaltungswirt

Diplom-Verwaltungswirte arbeiten im gehobenen nichttechnischen Dienst von Kommunen, Ländern und Bund. Sie bearbeiten Anträge, erlassen Bescheide, planen Haushalte und leiten Sachgebiete auf Grundlage des Verwaltungsrechts.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Diplom-Verwaltungswirt verdient

4.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.600 € 3.900 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.300 € 4.800 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.300 € 6.200 € 63.600 €

Beamte werden nach Besoldungsgruppen A9 bis A13 des jeweiligen Landes oder des Bundes bezahlt, Tarifbeschäftigte meist nach TVöD oder TV-L in den Entgeltgruppen 9b bis 12; Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe und Dienstherr bestimmen das Gehalt. Bei Beamten fallen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung an, sodass netto mehr bleibt als bei gleichem Brutto im Tarifbereich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Diplom-Verwaltungswirt?

Diplom-Verwaltungswirte setzen Gesetze und Verordnungen im Einzelfall um. In einem Ordnungsamt prüfen sie Gewerbeanmeldungen oder Veranstaltungsgenehmigungen, im Sozialamt Anträge auf Hilfe zum Lebensunterhalt, in der Ausländerbehörde Aufenthaltstitel, in der Kämmerei den Haushaltsplan. Typisch ist die Sachbearbeitung mit Entscheidungsbefugnis: Sachverhalt ermitteln, Unterlagen anfordern, Rechtslage prüfen, Ermessen ausüben und einen Bescheid schreiben, der einem Widerspruch oder einer Klage standhält. Dazu kommen Bürgergespräche, Stellungnahmen für die Amtsleitung, Sitzungsvorlagen für Gemeinderat oder Kreistag, Vergabeverfahren und Personalangelegenheiten. Mit wachsender Erfahrung übernehmen viele die Leitung eines Sachgebiets und verteilen Arbeit, zeichnen Bescheide mit und vertreten ihre Stelle nach außen. Ein großer Teil des Tages findet am Bildschirm in Fachverfahren und elektronischen Akten statt.

Wie wird man Diplom-Verwaltungswirt?

Der übliche Weg ist ein dreijähriges duales Studium an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung, meist im Beamtenverhältnis auf Widerruf mit monatlichen Anwärterbezügen. Theoriephasen mit Verwaltungs-, Staats-, Kommunal- und Haushaltsrecht, Volks- und Betriebswirtschaft sowie Sozialwissenschaften wechseln mit Praxisabschnitten in Behörden. Abschluss ist je nach Bundesland der Diplom-Verwaltungswirt (FH) oder inzwischen häufiger ein Bachelor of Laws beziehungsweise Bachelor of Arts in Public Administration. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur, Bewerber durchlaufen ein Auswahlverfahren mit Test und Gespräch. Für eine Verbeamtung gelten Altersgrenzen und eine amtsärztliche Untersuchung. Verwaltungsfachangestellte mit Berufserfahrung können über den Verwaltungslehrgang II oder einen Aufstiegslehrgang in vergleichbare Aufgaben wechseln, Quereinsteiger mit Jura- oder Wirtschaftsstudium werden teils als Tarifbeschäftigte eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist geregelt, aber nicht immer ruhig. In vielen Ämtern stapeln sich wegen unbesetzter Stellen die Vorgänge, Fristen drängen, und Gesetzesänderungen müssen kurzfristig umgesetzt werden. Der Kontakt mit Bürgern kann belastend sein, etwa wenn Leistungen abgelehnt oder Gebühren erhoben werden, und in einzelnen Bereichen kommt es zu Beschimpfungen oder Drohungen. Wer Entscheidungen trifft, muss sie begründen und dafür einstehen. Gefragt sind Genauigkeit, die Bereitschaft, sich in trockene Rechtstexte einzuarbeiten, und Geduld mit hierarchischen Abläufen und langsamer Digitalisierung. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, oft mit Gleitzeit und Teilzeitmöglichkeiten, Schichtdienst gibt es kaum. Abendtermine fallen an, wenn Gremiensitzungen betreut werden. Bei der Erstverwendung wird nicht immer nach Wunsch eingesetzt, Versetzungen in andere Ämter sind üblich.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. In den kommenden Jahren gehen sehr viele Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in den Ruhestand, gleichzeitig kommen neue Aufgaben hinzu, etwa durch Digitalisierung, Wohngeldreformen oder Migration. Kommunen konkurrieren inzwischen spürbar um Nachwuchs. Die Laufbahn bietet planbare Beförderungen innerhalb des gehobenen Dienstes bis zur Sachgebiets- oder Amtsleitung in kleineren Verwaltungen. Mit einem Masterstudium ist der Aufstieg in den höheren Dienst möglich. Spezialisierungen etwa in Haushalt, Personalwesen, Vergaberecht oder IT-Verfahren eröffnen weitere Wege, auch ein Wechsel zwischen Kommune, Land und Bund ist möglich.

Aufgaben

  • Anträge prüfen und Bescheide erlassen
  • Sachverhalte ermitteln und Rechtslage bewerten
  • Widersprüche bearbeiten und Stellungnahmen verfassen
  • Haushaltsmittel planen und bewirtschaften
  • Sitzungsvorlagen für kommunale Gremien erstellen
  • Bürger und Unternehmen beraten
  • Vergabeverfahren und Personalvorgänge betreuen
  • Sachgebiete und Mitarbeitende leiten

Voraussetzungen

  • Fachhochschulreife oder Abitur
  • Abschluss des Studiums für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst
  • Für die Verbeamtung deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit, Altersgrenze und gesundheitliche Eignung
  • Sicherer schriftlicher Ausdruck und Verständnis für Rechtstexte
  • Sorgfalt und Entscheidungsfähigkeit
  • Belastbarkeit im Umgang mit Bürgern

Wo man arbeitet

  • Stadt-, Gemeinde- und Kreisverwaltungen
  • Landesbehörden und Ministerien
  • Bundesbehörden
  • Sozialversicherungsträger
  • Kommunale Unternehmen und Zweckverbände

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein dreijähriges duales Studium an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung, meist als Beamtenanwärter mit Bezügen. Es endet mit dem Diplom-Verwaltungswirt (FH) oder einem gleichwertigen Bachelor und der Laufbahnbefähigung für den gehobenen Dienst. Verwaltungsfachangestellte können über den Verwaltungslehrgang II aufsteigen.

Offene Stellen als Diplom-Verwaltungswirt

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Diplom-Finanzwirt

Diplom-Finanzwirtinnen und Diplom-Finanzwirte sind Beamte im gehobenen Dienst der Steuer- oder Zollverwaltung. Sie prüfen Steuererklärungen, setzen Steuern fest, führen Betriebsprüfungen durch oder treiben Steuerschulden ein.

Offene Stellen
7
Monatsbrutto
3.300 – 6.200 €

Diplom-Rechtspfleger

Diplom-Rechtspfleger sind Beamte des gehobenen Justizdienstes, die an Amts- und Landgerichten eigenständig gerichtliche Entscheidungen treffen, etwa in Grundbuch-, Nachlass-, Insolvenz- und Zwangsversteigerungssachen. Sie arbeiten sachlich unabhängig und sind nur an Recht und Gesetz gebunden.

Offene Stellen
3
Monatsbrutto
3.300 – 5.800 €

Verwaltungsfachangestellten

Verwaltungsfachangestellte bearbeiten Anträge, Bescheide und Akten in Behörden und öffentlichen Einrichtungen und wenden dabei Gesetze und Verwaltungsvorschriften an. Sie sind Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger und arbeiten im Hintergrund an Haushalt, Personal und Organisation.

Offene Stellen
33
Monatsbrutto
2.900 – 4.900 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz