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Handwerk & Produktion

Elektroniker für Geräte und Systeme Defence

Elektroniker für Geräte und Systeme im Bereich Defence bauen, prüfen und reparieren elektronische Baugruppen und Geräte für militärische Anwendungen, etwa Radar-, Funk-, Sensor- und Feuerleitsysteme. Sie arbeiten in der Rüstungsindustrie oder bei Instandsetzungsbetrieben der Bundeswehr.

78 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Geräte und Systeme Defence verdient

3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 5.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.600 € 5.500 € 55.200 €

Große Hersteller zahlen meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall, Entgeltrahmenabkommen ERA) mit deutlichen Unterschieden je nach Tarifgebiet, kleinere Zulieferer ohne Tarifbindung oft spürbar weniger; im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Schicht-, Montage- und Reisezulagen im Service können das Einkommen zusätzlich erheblich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Geräte und Systeme Defence?

Die Arbeit dreht sich um elektronische Baugruppen und Geräte, die in Fahrzeugen, Flugzeugen, Schiffen oder stationären Anlagen der Streitkräfte verbaut werden. Dazu gehören Radargeräte, Funk- und Kommunikationstechnik, Wärmebildkameras, Steuerungen für Waffenstationen oder Stromversorgungen. Im Fertigungsbereich bestücken und löten Elektroniker Leiterplatten, verdrahten Kabelbäume und Schaltschränke und montieren Geräte nach Zeichnung und Arbeitsanweisung. Im Prüffeld messen sie Spannungen, Signale und Frequenzen mit Oszilloskop, Spektrumanalysator und automatisierten Testständen, suchen Fehler und dokumentieren jeden Schritt lückenlos. Im Service und in der Instandsetzung tauschen sie defekte Module, aktualisieren Software und nehmen Systeme wieder in Betrieb, teils direkt beim Kunden in Kasernen oder auf Truppenübungsplätzen.

Wie wird man Elektroniker für Geräte und Systeme Defence?

"Defence" ist keine eigene Ausbildung, sondern ein Einsatzfeld. Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der Prüfung vor der IHK endet. Größere Rüstungsunternehmen bilden selbst aus und übernehmen häufig. Quereinsteiger kommen aus verwandten Elektroberufen, etwa als Elektroniker für Betriebstechnik oder Mechatroniker, und werden für die jeweiligen Systeme eingearbeitet. Ehemalige Soldaten mit technischer Verwendung, zum Beispiel als Elektroniker in der Instandsetzung, sind gefragt. Firmenspezifische Schulungen und Lötzertifikate nach IPC-Normen gehören fast immer dazu.

Was der Beruf verlangt

Präzision steht über Tempo. Militärische Geräte unterliegen strengen Qualitäts- und Dokumentationsvorgaben, jede Lötstelle und jede Messung muss nachvollziehbar sein. Das bedeutet viel Papier- und Systemarbeit und wenig Spielraum für Abkürzungen. Fast alle Arbeitgeber verlangen eine Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz, die Monate dauern kann und in die Privatsphäre reicht. Häufig ist die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit Bedingung. Über die eigene Arbeit darf außerhalb des Betriebs oft nur eingeschränkt gesprochen werden. Die Arbeitszeiten sind in der Fertigung meist regelmäßig, bei hoher Auslastung kommen Schichtarbeit und Überstunden hinzu. Wer im Service arbeitet, ist regelmäßig auf Reisen, manchmal auch im Ausland und unter einfachen Bedingungen im Feld. Nicht zu unterschätzen ist die persönliche Frage: Wer an Waffensystemen mitarbeitet, sollte sich mit dem Zweck dieser Produkte auseinandergesetzt haben, denn das Umfeld und manchmal auch Bekannte tun es ebenfalls.

Aussichten

Die Nachfrage ist derzeit hoch. Seit 2022 haben die Bundesregierung und andere europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöht, viele Hersteller bauen Fertigungskapazitäten und Personal auf. Fachkräfte mit Sicherheitsüberprüfung sind knapp und entsprechend begehrt. Die Branche hängt allerdings an politischen Entscheidungen und Haushalten, langfristig kann sich die Lage wieder ändern. Wer sich weiterentwickeln will, kann sich zum staatlich geprüften Techniker oder Industriemeister Elektrotechnik weiterbilden, sich auf Prüftechnik, Hochfrequenztechnik oder Qualitätssicherung spezialisieren oder ein Studium der Elektrotechnik anschließen. Die erworbenen Kenntnisse lassen sich auch in der Luftfahrt, Medizintechnik oder Industrieelektronik nutzen.

Aufgaben

  • Leiterplatten bestücken und Baugruppen von Hand löten
  • Kabelbäume, Geräte und Schaltschränke nach Zeichnung verdrahten und montieren
  • Elektronische Systeme an Prüfständen messen und in Betrieb nehmen
  • Fehler mit Oszilloskop und Messgeräten suchen und Bauteile tauschen
  • Prüf- und Fertigungsschritte lückenlos dokumentieren
  • Software und Firmware auf Geräte aufspielen und konfigurieren
  • Systeme beim Kunden warten und instand setzen, auch an Bundeswehrstandorten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme oder in einem verwandten Elektroberuf
  • Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung nach SÜG, oft deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
  • Einwandfreies Führungszeugnis
  • Feinmotorik, gutes Sehvermögen und Farbsehtüchtigkeit
  • Sorgfalt im Umgang mit Vorschriften und Dokumentation
  • Technisches Englisch zum Lesen von Unterlagen
  • Für Serviceeinsätze Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Rüstungs- und Wehrtechnikunternehmen
  • Hersteller von Radar-, Sensor- und Kommunikationstechnik
  • Luft- und Raumfahrtunternehmen mit Verteidigungssparte
  • Instandsetzungsbetriebe für die Bundeswehr
  • Zulieferer für elektronische Baugruppen
  • Dienststellen der Bundeswehrverwaltung

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme, die dreieinhalb Jahre dauert und mit der IHK-Abschlussprüfung endet. Die Spezialisierung auf Defence-Systeme erfolgt durch Einarbeitung und Herstellerschulungen beim Arbeitgeber. Quereinsteiger aus anderen Elektroberufen oder ehemalige Soldaten mit technischer Verwendung werden ebenfalls eingestellt.

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