Erzieher Kindergarten
Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten betreuen, bilden und fördern Kinder im Alter von etwa einem bis sechs Jahren. Sie gestalten den Kita-Alltag, beobachten die Entwicklung jedes Kindes und arbeiten eng mit den Eltern zusammen.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Erzieher Kindergarten verdient
3.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.000 bis 5.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.400 € | 3.600 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.200 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.700 € | 5.600 € | 56.400 € |
Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (Entgeltgruppe S8a), in Berlin und Hessen teils der TV-L, bei kirchlichen Trägern meist die AVR von Caritas oder Diakonie mit ähnlichem Niveau. Freie Träger ohne Tarifbindung zahlen teils deutlich weniger, die höchsten Gehälter erreichen Kitaleitungen großer Einrichtungen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Erzieher im Kindergarten?
Der Arbeitstag beginnt mit dem Bringen der Kinder: begrüßen, kurze Absprachen mit den Eltern, Kinder beim Ankommen begleiten. Danach folgen Morgenkreis, Freispiel und geplante Angebote wie Basteln, Singen, Vorlesen, Experimente oder Bewegung im Turnraum und im Garten. Dazwischen liegen Mahlzeiten, Wickeln, Toilettengänge, Anziehen für draußen, Streit schlichten und Trösten. Bei Kindern unter drei Jahren nimmt die Pflege einen großen Teil der Zeit ein, ebenso die Eingewöhnung neuer Kinder.
Neben der Arbeit am Kind steht viel Organisation: Entwicklungsbeobachtungen schreiben, Portfolios führen, Elterngespräche vorbereiten, Projekte nach dem Bildungsplan des Bundeslandes planen, Teamsitzungen besuchen. Sprachförderung und die Vorbereitung auf die Schule gehören ebenso dazu wie der Austausch mit Frühförderstellen, Logopädinnen oder dem Jugendamt, wenn ein Kind besondere Unterstützung braucht.
Wie wird man Erzieher im Kindergarten?
Der übliche Weg ist die schulische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik. Sie dauert je nach Bundesland und Vorbildung drei bis fünf Jahre, einschließlich vorgeschalteter Ausbildung zur Sozialassistenz oder Kinderpflege und einem Anerkennungsjahr in der Praxis. Voraussetzung ist meist ein mittlerer Schulabschluss. Die klassische Ausbildung ist in vielen Ländern unbezahlt, nur das Praxisjahr wird vergütet. Daneben gibt es die praxisintegrierte Ausbildung (PiA), bei der von Beginn an ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird.
Wer Abitur hat, kann alternativ Kindheitspädagogik oder Soziale Arbeit studieren. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bieten viele Länder berufsbegleitende Teilzeitausbildungen an, oft mit verkürzter Dauer bei einschlägiger Berufserfahrung. Eltern nach der Elternzeit nutzen diesen Weg häufig.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich und nervlich anstrengend. Ein hoher Lärmpegel, häufiges Heben und Tragen, Arbeiten auf niedrigen Stühlen und Knien belasten Rücken und Gelenke. In den Wintermonaten stecken sich viele Beschäftigte regelmäßig mit Infekten an. Der Personalmangel in vielen Einrichtungen führt dazu, dass Gruppen unterbesetzt sind, Ausfälle kompensiert werden müssen und für Vorbereitung und Dokumentation zu wenig Zeit bleibt. Viele Beschäftigte empfinden die Diskrepanz zwischen pädagogischem Anspruch und Alltag als zermürbend.
Die Arbeitszeiten liegen meist zwischen frühem Morgen und spätem Nachmittag, mit Früh- und Spätdiensten je nach Öffnungszeiten. Elternabende und Feste finden auch abends oder am Wochenende statt. Gespräche mit Eltern können konfliktreich sein, etwa bei Entwicklungsauffälligkeiten oder Verdacht auf Kindeswohlgefährdung. Geduld, eine klare Haltung und emotionale Stabilität sind gefragt. Teilzeit ist weit verbreitet, auch weil viele die volle Stundenzahl auf Dauer als zu belastend erleben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es durch den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und den Ganztagsausbau an Grundschulen bleiben. In fast allen Regionen suchen Träger dringend Personal, Arbeitslosigkeit spielt in diesem Beruf kaum eine Rolle. Das verschafft Beschäftigten Spielraum bei der Wahl des Arbeitgebers und der Stundenzahl.
Entwicklungsmöglichkeiten bieten Weiterbildungen etwa zur Fachkraft für Sprachförderung, Inklusion oder Krippenpädagogik sowie Praxisanleitung. Mit Erfahrung ist der Aufstieg in die stellvertretende Leitung oder Kitaleitung möglich. Wer weiter möchte, kann in die Fachberatung eines Trägers, in die Hortarbeit, Jugendhilfe oder über ein Studium in die Lehre an Fachschulen wechseln.
Aufgaben
- Kinder morgens empfangen und beim Ankommen begleiten
- Spiel-, Bewegungs- und Bastelangebote planen und durchführen
- Kinder beim Essen, Wickeln und Anziehen unterstützen
- Entwicklung beobachten und schriftlich dokumentieren
- Elterngespräche führen und Entwicklungsstände besprechen
- Sprachförderung und Vorbereitung auf die Schule gestalten
- Neue Kinder schrittweise eingewöhnen
- An Teamsitzungen und der Konzeptarbeit der Einrichtung mitwirken
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Abitur, je nach Ausbildungsweg
- Staatliche Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher bzw. Abschluss in Kindheitspädagogik
- Erweitertes Führungszeugnis und Nachweis über Masernimpfung
- Geduld, Belastbarkeit und Freude am Umgang mit kleinen Kindern
- Körperliche Fitness für Heben, Tragen und Arbeiten in Bodennähe
- Gute Deutschkenntnisse für Sprachförderung und Dokumentation
Wo man arbeitet
- Kommunale Kindertagesstätten
- Kitas kirchlicher Träger
- Kitas freier Träger und Elterninitiativen
- Betriebskindergärten
- Kinderkrippen
- Integrative und heilpädagogische Einrichtungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die schulische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik, die je nach Vorbildung und Bundesland drei bis fünf Jahre dauert und mit der staatlichen Anerkennung als Erzieherin oder Erzieher endet. Alternativ führt die vergütete praxisintegrierte Ausbildung in meist drei Jahren zum gleichen Abschluss, mit Abitur ist auch ein Bachelorstudium der Kindheitspädagogik möglich.
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Verwandte Berufe
Heilerziehungspfleger
Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.
- Offene Stellen
- 86
- Monatsbrutto
- 3.050 – 4.700 €
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Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger betreuen, pflegen und fördern Kinder, meist im Alter bis sechs Jahre, in Krippen, Kindergärten und anderen Einrichtungen. Sie arbeiten in der Regel als Ergänzungs- oder Zweitkraft an der Seite von Erzieherinnen und Erziehern.
- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.500 – 3.900 €
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- 36
- Monatsbrutto
- 2.400 – 3.800 €
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- Offene Stellen
- 19
- Monatsbrutto
- 3.200 – 5.900 €
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