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Gesundheit & Pflege

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.

14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Heilerziehungspfleger verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.050 € 3.350 € 3.650 € 40.200 €
Mit Berufserfahrung 3.400 € 3.750 € 4.100 € 45.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.800 € 4.200 € 4.700 € 50.400 €

Grundlage ist der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD-SuE), in dem Heilerziehungspfleger meist in S8a eingruppiert sind, bzw. die AVR von Caritas und Diakonie mit vergleichbaren Gruppen; nicht tarifgebundene Träger zahlen teils darunter. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie Leitungszulagen sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Heilerziehungspflege verbindet zwei Berufe, die sonst getrennt sind: Pädagogik und Pflege. Heilerziehungspfleger arbeiten mit Menschen mit geistiger, körperlicher oder mehrfacher Behinderung, zunehmend auch mit psychischen Erkrankungen, und unterstützen sie dort, wo sie es selbst nicht können – beim Waschen und Anziehen ebenso wie beim Einkaufen, beim Umgang mit Geld, bei Arztterminen, in Konflikten mit Mitbewohnern oder dabei, eine Arbeit in einer Werkstatt aufzunehmen. Der Anspruch ist nicht Versorgung, sondern Assistenz: so viel Hilfe wie nötig, so viel Selbstbestimmung wie möglich.

Das Bundesteilhabegesetz hat diese Haltung auch rechtlich verankert. Für die Praxis bedeutet das Teilhabeplanung, individuelle Ziele, die mit den Klienten und ihren rechtlichen Betreuern abgestimmt und dokumentiert werden, und eine Arbeit, die sich stärker an der Person als an der Einrichtung ausrichtet. Pflegerische Tätigkeiten wie Medikamentengabe, Grundpflege und bei manchen Klienten Sondenernährung oder der Umgang mit Anfallsleiden gehören dennoch dazu, besonders in Wohngruppen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.

In diesem Bestand suchen Träger der Behindertenhilfe mit Wohnangeboten, eine Fachklinik und Fachschulen für die Ausbildung; einige Stellen sind in Teilzeit ausgeschrieben. Das spiegelt den Arbeitsmarkt: Teilzeit ist im Beruf verbreitet, und in besonderen Wohnformen wird im Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtbereitschaft gearbeitet, auch am Wochenende und an Feiertagen. In Werkstätten, Förderschulen und Tagesförderstätten sind die Zeiten dagegen überwiegend tagsüber.

Der Beruf ist emotional fordernd: herausforderndes Verhalten, lange Beziehungen zu Klienten, auch Abschiede und Trauerbegleitung. Dafür ist die Nachfrage hoch, Fachkräfte werden in fast allen Regionen gesucht, und die Arbeit ist vielseitiger, als die Bezeichnung vermuten lässt. Leitungsfunktionen, etwa als Gruppen- oder Bereichsleitung, sind nach einigen Jahren erreichbar; mit einem Studium der Heilpädagogik oder Sozialen Arbeit öffnen sich weitere Stellen.

Aufgaben

  • Menschen mit Behinderung im Alltag, bei Haushalt und Freizeit begleiten
  • Grund- und Behandlungspflege nach Bedarf übernehmen
  • Teilhabe- und Förderpläne erstellen, umsetzen und dokumentieren
  • Selbstständigkeit durch gezielte pädagogische Angebote fördern
  • Mit Angehörigen, rechtlichen Betreuern, Ärzten und Therapeuten zusammenarbeiten
  • In Krisen und bei herausforderndem Verhalten deeskalierend handeln
  • Klienten bei Behördengängen, Arztbesuchen und Freizeitaktivitäten begleiten

Voraussetzungen

  • Staatliche Anerkennung als Heilerziehungspfleger
  • Einfühlungsvermögen, Geduld und stabile Belastbarkeit
  • Bereitschaft zu Schichtdienst einschließlich Wochenenden und Nachtbereitschaft in Wohnangeboten
  • Pflegerische Grundkenntnisse und Sicherheit bei der Medikamentengabe
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Führerschein Klasse B für Begleitfahrten wird häufig erwartet

Wo man arbeitet

  • Besondere Wohnformen und Wohngruppen der Behindertenhilfe
  • Ambulant betreutes Wohnen
  • Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • Tagesförderstätten und Förderschulen
  • Kliniken und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Integrative Kindertagesstätten

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und dauert in Vollzeit meist drei Jahre an einer Fachschule oder Fachakademie für Heilerziehungspflege, teils mit vorgeschaltetem Praktikum, in praxisintegrierter Form mit Vergütung durch den Träger oder berufsbegleitend in Teilzeit. Vorausgesetzt wird in der Regel der Mittlere Schulabschluss, je nach Land zusätzlich eine Vorbildung oder Berufserfahrung im Sozial- oder Pflegebereich. Wer bereits als Helfer arbeitet, kann über die Heilerziehungspflegehelfer-Ausbildung einsteigen. Aufstieg über Weiterbildungen zur Gruppen- oder Einrichtungsleitung oder ein Studium der Heilpädagogik.

Offene Stellen als Heilerziehungspfleger

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