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Bildung & Soziales

Erzieher oder Sozialassistent

Erzieherinnen und Erzieher betreuen, bilden und fördern Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten, Heimen und Einrichtungen der Jugendhilfe. Sozialassistentinnen und Sozialassistenten arbeiten als Zweitkräfte in Kitas, in der Familien- und Behindertenhilfe; die Ausbildung ist oft die erste Stufe auf dem Weg zum Erzieherberuf.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Erzieher oder Sozialassistent verdient

3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.600 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.300 € 3.650 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.800 € 4.200 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.400 € 5.600 € 52.800 €

Bei kommunalen Trägern gilt der TVöD Sozial- und Erziehungsdienst, in Berlin und bei Landeseinrichtungen der TV-L, bei kirchlichen Trägern die AVR von Caritas oder Diakonie; kleine freie Träger ohne Tarifbindung zahlen teils deutlich weniger. Sozialassistenten liegen am unteren Rand der Spanne, die oberen Werte im Seniorbereich erreichen vor allem Kitaleitungen großer Einrichtungen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Erzieher oder Sozialassistent?

Der größte Teil der Arbeit findet in Kindertagesstätten statt. Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder durch den Tag: Sie gestalten den Morgenkreis, lesen vor, basteln, singen, gehen mit der Gruppe nach draußen, essen mit den Kindern, wickeln die Jüngsten und begleiten die Eingewöhnung neuer Kinder. Dazu kommt Arbeit, die von außen kaum sichtbar ist: Entwicklungsstände beobachten und dokumentieren, Bildungsangebote nach dem Orientierungsplan des Bundeslandes planen, Elterngespräche führen, Teamsitzungen besuchen, mit Frühförderstellen oder Jugendämtern zusammenarbeiten. Außerhalb der Kita arbeiten Erzieher im Hort und in der Ganztagsschule, in Wohngruppen der Jugendhilfe, in Jugendzentren oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Sozialassistentinnen und Sozialassistenten übernehmen ähnliche Tätigkeiten, meist als Zweit- oder Ergänzungskraft unter Anleitung einer Fachkraft. Sie betreuen Kinder in der Gruppe, helfen bei Mahlzeiten und Körperpflege, unterstützen ältere oder behinderte Menschen im Alltag und erledigen hauswirtschaftliche Aufgaben. Die Leitung einer Gruppe dürfen sie in der Regel nicht übernehmen.

Wie wird man Erzieher oder Sozialassistent?

Die Ausbildung zum Sozialassistenten dauert zwei Jahre an einer Berufsfachschule und setzt meist einen mittleren Schulabschluss voraus. In manchen Bundesländern heißt sie sozialpädagogische Assistenz oder Kinderpflege. Sie ist rein schulisch mit Praktika, wird nicht vergütet, und an privaten Schulen fällt teils Schulgeld an.

Erzieher werden an einer Fachschule für Sozialpädagogik ausgebildet. Je nach Bundesland und Vorbildung dauert das zwei bis drei Jahre plus Praktikum oder Anerkennungsjahr. Wer einen mittleren Abschluss hat, braucht meist eine vorherige Ausbildung, häufig die zum Sozialassistenten; mit Abitur oder Fachhochschulreife genügt oft ein Vorpraktikum. Die klassische Ausbildung ist ebenfalls unvergütet, Unterstützung gibt es über Aufstiegs-BAföG. Daneben bieten viele Länder die praxisintegrierte Ausbildung an, bei der Auszubildende von Anfang an eine Vergütung vom Träger erhalten. Für Quereinsteiger mit Berufserfahrung gibt es Teilzeit- und berufsbegleitende Modelle.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist lauter und anstrengender, als viele erwarten. Der Lärmpegel in Gruppenräumen ist hoch, man sitzt auf Kinderstühlen, hebt Kleinkinder, kniet am Wickeltisch. Rücken- und Stimmprobleme sind verbreitet, Infekte in den ersten Jahren häufig. Der Personalmangel in vielen Kitas ist spürbar: Gruppen werden zusammengelegt, Vorbereitungszeit fällt weg, Krankheitsausfälle müssen aufgefangen werden. Konflikte mit Eltern, Kinderschutzfälle und Kinder mit besonderem Förderbedarf fordern auch emotional. In Kitas wird meist tagsüber gearbeitet, teils mit Früh- und Spätdiensten, viele Stellen sind Teilzeit. In Wohngruppen der Jugendhilfe gehören Schicht-, Wochenend- und Nachtbereitschaftsdienste dazu.

Aussichten

Erzieherinnen und Erzieher werden bundesweit gesucht, durch den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz und den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen bleibt die Nachfrage hoch. Arbeitslosigkeit ist in diesem Beruf selten. Sozialassistenten finden ebenfalls Stellen, verdienen aber weniger und haben weniger Verantwortung; viele schließen deshalb die Erzieherausbildung an. Weiterentwickeln kann man sich als Fachkraft für Krippe, Inklusion oder Sprachförderung, als stellvertretende oder ständige Kitaleitung oder über ein Studium der Sozialen Arbeit oder Kindheitspädagogik.

Aufgaben

  • Kinder im Gruppenalltag betreuen, beim Essen begleiten und wickeln
  • Spiel-, Bewegungs- und Bildungsangebote planen und durchführen
  • Entwicklung der Kinder beobachten und dokumentieren
  • Entwicklungs- und Elterngespräche führen
  • Neue Kinder in der Eingewöhnung begleiten
  • Mit Jugendamt, Schule und Frühförderstellen zusammenarbeiten
  • Menschen mit Behinderung oder ältere Menschen im Alltag unterstützen
  • Hauswirtschaftliche Aufgaben und Aufsicht übernehmen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss für die Sozialassistenz, für Erzieher zusätzlich eine einschlägige Ausbildung oder Fachhochschulreife mit Praktikum
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Masernschutznachweis für die Arbeit in Kitas und Schulen
  • Geduld, Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen in lauten Gruppen
  • Gesprächsfähigkeit im Umgang mit Eltern und Kollegium
  • Körperliche Fitness für Heben, Bücken und Arbeiten in Kinderhöhe

Wo man arbeitet

  • Kindertagesstätten und Krippen
  • Horte und Ganztagsschulen
  • Wohngruppen und Heime der Kinder- und Jugendhilfe
  • Jugendzentren und offene Kinder- und Jugendarbeit
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung zum Sozialassistenten dauert zwei Jahre an einer Berufsfachschule und endet mit einer staatlichen Prüfung. Darauf aufbauend führt eine zwei- bis dreijährige Fachschulausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher; alternativ gibt es die vergütete praxisintegrierte Ausbildung über drei Jahre.

Verwandte Berufe

Heilerziehungspfleger

Heilerziehungspfleger begleiten Menschen mit Behinderung im Alltag, in Wohnen, Arbeit und Freizeit – pädagogisch, pflegerisch und mit dem Ziel größtmöglicher Selbstbestimmung.

Offene Stellen
86
Monatsbrutto
3.050 – 4.700 €

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21
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2.500 – 3.900 €

Sozialarbeiter

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten und begleiten Menschen in schwierigen Lebenslagen, etwa bei Armut, Sucht, Gewalt oder familiären Krisen. Sie vermitteln Hilfen, stellen Anträge und arbeiten mit Ämtern, Schulen und Gerichten zusammen.

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3.300 – 5.900 €

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