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Gesundheit & Pflege

Facharzt /-ärztin für Gynäkologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Gynäkologie, offiziell für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, untersuchen und behandeln Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und der Brust, betreuen Schwangerschaften und begleiten Geburten. Sie arbeiten in Kliniken oder in einer eigenen Praxis.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt /-ärztin für Gynäkologie verdient

8.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 7.000 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 7.000 € 7.300 € 7.800 € 87.600 €
Mit Berufserfahrung 7.800 € 8.400 € 9.200 € 100.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

Angestellte Fachärztinnen und Fachärzte in Kliniken werden meist nach dem TV-Ärzte/VKA oder dem TV-Ärzte/TdL der Universitätskliniken (beide vom Marburger Bund verhandelt) bezahlt, Dienste und Bereitschaften kommen deutlich obendrauf. In der eigenen Praxis hängt das Einkommen stark von Patientenzahl, Anteil an Privatversicherten, Standort und Praxiskosten ab und kann weit über oder unter den Klinikwerten liegen, Chefarztgehälter werden frei verhandelt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Fachärztin oder ein Facharzt für Gynäkologie?

In der Praxis bestimmen Vorsorgeuntersuchungen den Alltag: Abstriche zur Krebsfrüherkennung nehmen, die Brust abtasten, Ultraschall durchführen, Verhütung besprechen und Rezepte ausstellen. Dazu kommen Schwangerenvorsorge mit Ultraschall und Mutterpass, die Behandlung von Infektionen, Zyklusstörungen und Beschwerden in den Wechseljahren sowie Gespräche über Kinderwunsch. Viele Termine sind kurz und eng getaktet. In der Klinik verschiebt sich der Schwerpunkt zu Geburtshilfe und Operationen. Ärztinnen und Ärzte im Kreißsaal überwachen Geburten, werten CTG-Kurven aus, entscheiden über Kaiserschnitte und führen sie durch, versorgen Geburtsverletzungen und reagieren auf Notfälle wie starke Blutungen. Im OP entfernen sie Myome, Zysten oder die Gebärmutter, oft minimalinvasiv per Bauchspiegelung, und operieren bei Brust- und Eierstockkrebs. Hinzu kommen Visiten, Aufklärungsgespräche, Arztbriefe und eine erhebliche Menge Dokumentation.

Wie wird man Fachärztin oder Facharzt für Gynäkologie?

Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren, das mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Für einen Studienplatz ist ein sehr guter Abiturdurchschnitt nötig, alternativ helfen Medizinertest, eine vorherige Ausbildung in einem Gesundheitsberuf oder Wartezeit. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Sie dauert mindestens 60 Monate und findet als bezahlte Anstellung an einer zugelassenen Klinik statt, teilweise auch in einer Praxis. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Nach der Facharztprüfung sind Schwerpunkte möglich, etwa gynäkologische Onkologie, spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin oder Reproduktionsmedizin.

Was der Beruf verlangt

In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Normalfall, 24-Stunden-Dienste sind in vielen Häusern üblich. Geburten lassen sich nicht planen, Notfälle entstehen innerhalb von Minuten, und Entscheidungen haben unmittelbare Folgen für Mutter und Kind. Totgeburten, schwere Fehlbildungen, Krebsdiagnosen bei jungen Frauen und Gespräche über Schwangerschaftsabbrüche sind seelisch belastend. Die Geburtshilfe ist zudem ein Fach mit hohem Haftungsrisiko und teuren Versicherungen. Operationen bedeuten langes Stehen und Konzentration über Stunden. In der Niederlassung fallen Nachtdienste weitgehend weg, dafür kommen wirtschaftliche Verantwortung, Personalführung, Abrechnung nach EBM und GOÄ sowie ein voller Terminkalender hinzu. Gefragt sind Feingefühl im Umgang mit intimen Themen, Gesprächsführung auch über Sprachbarrieren hinweg und Ruhe unter Druck.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Viele niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, auf dem Land sind Praxen schon heute schwer nachzubesetzen. Gleichzeitig schließen kleinere Geburtsstationen, weil sich der Betrieb finanziell oder personell nicht trägt, sodass sich die Geburtshilfe auf größere Zentren konzentriert. In der Klinik führt der Weg über die Oberarztstelle bis zur Chefärztin. Andere lassen sich in eigener Praxis, Gemeinschaftspraxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum nieder, wechseln in ein Kinderwunschzentrum, in die Forschung oder in die pharmazeutische Industrie. Teilzeitmodelle sind in Praxen und MVZ verbreiteter als im Kreißsaal.

Aufgaben

  • Krebsvorsorge mit Abstrich, Tastuntersuchung und Ultraschall durchführen
  • Schwangerschaften betreuen und Befunde im Mutterpass dokumentieren
  • Geburten begleiten, CTG auswerten und Kaiserschnitte durchführen
  • Gynäkologische Operationen wie Bauchspiegelungen oder Gebärmutterentfernungen vornehmen
  • Patientinnen zu Verhütung, Kinderwunsch und Wechseljahren beraten
  • Brust- und Unterleibskrebs diagnostizieren und die Behandlung planen
  • Arztbriefe, Befunde und Aufklärungsbögen schreiben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Anerkennung als Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe durch die Landesärztekammer
  • Sichere Hand und räumliches Vorstellungsvermögen für Ultraschall und Operationen
  • Belastbarkeit in Notfällen und bei Nacht- und Bereitschaftsdiensten
  • Einfühlungsvermögen und Diskretion bei intimen und belastenden Themen
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser mit Frauenklinik und Kreißsaal
  • Gynäkologische Praxen und Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Kinderwunschzentren
  • Brust- und Perinatalzentren an Universitätskliniken

Der Weg in den Beruf

Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung als angestellte Ärztin oder angestellter Arzt an einer zugelassenen Klinik. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer und dem Titel Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Offene Stellen als Facharzt /-ärztin für Gynäkologie

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