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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Urologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Urologie erkennen und behandeln Erkrankungen der Nieren, der ableitenden Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane. Sie arbeiten konservativ und operativ, in der Klinik oder in eigener Praxis.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Urologie verdient

8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 16.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.700 € 7.100 € 7.600 € 85.200 €
Mit Berufserfahrung 7.300 € 8.000 € 9.000 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.500 € 16.000 € 126.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, beide vom Marburger Bund verhandelt. Dienste kommen zusätzlich hinzu; Oberärzte steigen in eine höhere Entgeltgruppe auf, Chefärzte und Niedergelassene verhandeln frei, wobei das Einkommen in eigener Praxis stark von Patientenzahl, Privatanteil und Praxiskosten abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Urologie?

Urologinnen und Urologen befassen sich mit Nieren, Harnleitern, Blase und Harnröhre bei allen Geschlechtern sowie mit Prostata, Hoden und Penis beim Mann. Zum Alltag gehören Harnwegsinfekte, Nieren- und Harnleitersteine, Inkontinenz, gutartige Prostatavergrößerung und Erektionsstörungen. Einen großen Teil nimmt die Krebsmedizin ein: Prostata-, Blasen-, Nieren- und Hodentumoren werden diagnostiziert, operiert und medikamentös nachbehandelt. Typische Tätigkeiten sind Ultraschall von Nieren und Blase, Blasenspiegelungen, Prostatabiopsien, das Legen von Kathetern und Harnleiterschienen, Urinuntersuchungen und Tastbefunde. Im Krankenhaus kommen Operationen hinzu, häufig endoskopisch durch die Harnröhre, minimalinvasiv per Laparoskopie oder roboterassistiert, seltener offen. In der Praxis stehen Sprechstunde, Vorsorge, Nachsorge nach Krebstherapien und kleinere ambulante Eingriffe im Vordergrund. Gespräche über Diagnosen, Sexualität oder Inkontinenz verlangen Taktgefühl, weil viele Patienten Scham empfinden.

Wie wird man Facharzt für Urologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation als Ärztin oder Arzt. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt nach der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. Sie dauert 60 Monate und wird als angestellte Assistenzärztin oder angestellter Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte abgeleistet, überwiegend in einer urologischen Klinik, teilweise auch in einer Praxis. In dieser Zeit müssen festgelegte Zahlen an Untersuchungen und Eingriffen nachgewiesen werden. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachgebieten können wechseln, wobei sich nur passende Weiterbildungszeiten anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Der Weg ist lang: Bis zur Facharztanerkennung vergehen nach dem Abitur in der Regel mindestens elf Jahre. In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste dazu, ebenso Rufdienste für Notfälle wie Harnverhalt, Nierenkoliken mit Fieber oder Hodentorsion. Operationen erfordern langes Stehen, ruhige Hände und Konzentration über Stunden. Die Dokumentation und die Abrechnung nehmen viel Zeit ein, in Kliniken kommt hoher Arbeitsdruck durch knappe Besetzung hinzu. Der Umgang mit Krebspatienten und das Überbringen schlechter Nachrichten belasten. Wer sich niederlässt, trägt das wirtschaftliche Risiko einer Praxis, führt Personal und arbeitet oft deutlich mehr als 40 Stunden pro Woche.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. Urologische Erkrankungen nehmen mit dem Alter zu, und die Bevölkerung wird älter. Gleichzeitig gehen viele niedergelassene Urologen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, besonders auf dem Land sind Praxisnachfolgen schwer zu besetzen. In der Klinik führt der Weg vom Facharzt über die Oberarztstelle bis zur leitenden Oberärztin oder zum Chefarzt. Spezialisierungen sind über Zusatzweiterbildungen wie Andrologie, Medikamentöse Tumortherapie oder Spezielle urologische Chirurgie möglich, ebenso eine Ausrichtung auf Kinderurologie, Steintherapie oder roboterassistierte Chirurgie. Alternativen sind die Niederlassung in eigener Praxis, die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum, Belegarzttätigkeit oder Forschung an Universitätskliniken.

Aufgaben

  • Nieren, Blase und Prostata per Ultraschall untersuchen
  • Blasenspiegelungen und Prostatabiopsien durchführen
  • Harnwegsinfekte, Steinleiden und Inkontinenz behandeln
  • Endoskopische und minimalinvasive Operationen ausführen
  • Tumoren der Harnwege und Geschlechtsorgane behandeln und nachsorgen
  • Katheter und Harnleiterschienen legen und wechseln
  • Patienten über Befunde und Therapien aufklären
  • Befunde dokumentieren und Leistungen abrechnen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Fünfjährige Facharztweiterbildung mit bestandener Prüfung vor der Ärztekammer
  • Operatives Geschick und gute Hand-Auge-Koordination
  • Belastbarkeit für lange Operationen und Nachtdienste
  • Einfühlungsvermögen bei schambesetzten Themen und schweren Diagnosen
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, für ausländische Ärzte Fachsprachprüfung

Wo man arbeitet

  • Urologische Abteilungen in Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Urologische Facharztpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Rehabilitationskliniken
  • Ambulante Operationszentren

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung an zugelassenen Kliniken und Praxen. Sie endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer und der Anerkennung als Fachärztin oder Facharzt für Urologie.

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