Facharzt/-ärztin Kinder- und Jugendmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin untersuchen, behandeln und begleiten Kinder und Jugendliche vom Neugeborenen bis zum Ende der Pubertät, in der Klinik oder in der eigenen Praxis.
35 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt/-ärztin Kinder- und Jugendmedizin verdient
7.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.200 bis 12.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.200 € | 6.800 € | 7.300 € | 81.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.800 € | 7.600 € | 8.600 € | 91.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 9.800 € | 12.000 € | 117.600 € |
In Kliniken gilt meist der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, bei kirchlichen Trägern die AVR; Bereitschaftsdienste und Oberarztpositionen erhöhen das Einkommen deutlich. Angestellte in Praxen verdienen oft weniger als nach Tarif, während das Einkommen niedergelassener Praxisinhaber vom Patientenaufkommen und der Abrechnung abhängt und stark schwankt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin?
Der Arbeitsalltag hängt stark vom Arbeitsort ab. In der niedergelassenen Praxis stehen Vorsorgeuntersuchungen von der U1 bis zur J2, Impfungen und die Behandlung häufiger Infekte im Vordergrund: Ohren und Rachen untersuchen, Lunge abhören, Fieber einordnen, Hautausschläge beurteilen. Hinzu kommen chronische Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis oder Diabetes, Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und der Verdacht auf Vernachlässigung oder Misshandlung. In der Klinik versorgen Kinderärztinnen und Kinderärzte Kinder mit schweren Infektionen, Atemnot, Krampfanfällen oder nach Unfällen, betreuen Frühgeborene auf der Neonatologie, legen Zugänge bei sehr kleinen Venen, werten Laborbefunde und Ultraschallbilder aus und führen Visiten. Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch: Kinder können Beschwerden oft nicht benennen, Eltern sind besorgt, und Befunde, Therapien und Prognosen müssen verständlich erklärt werden. Dokumentation, Arztbriefe und Abrechnung nehmen täglich spürbar Zeit ein.
Wie wird man Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation. Das Studium dauert mindestens sechs Jahre und drei Monate, die Studienplätze sind knapp und werden über hohe Abiturnoten, Eignungstests oder Wartezeit vergeben. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt, die nach der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer 60 Monate dauert. Sie findet überwiegend in Kinderkliniken statt, ein Teil kann in einer zugelassenen Praxis absolviert werden. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Nach der Facharztprüfung sind Schwerpunkte wie Neonatologie, Kinderkardiologie oder Neuropädiatrie mit weiteren Jahren Weiterbildung möglich.
Was der Beruf verlangt
In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Alltag, oft mit langen Schichten und wenig Schlaf. Viele Kinderkliniken sind unterbesetzt, Stationen werden in Infektwellen überlastet, Betten fehlen, und Kinder müssen in andere Häuser verlegt werden. Der Umgang mit schwer kranken oder sterbenden Kindern und mit verzweifelten Eltern belastet emotional. Notfälle verlangen schnelle Entscheidungen bei Patienten, deren Medikamentendosen nach Körpergewicht genau berechnet werden müssen. In der Praxis sind die Arbeitszeiten planbarer, dafür ist das Patientenaufkommen hoch, gerade im Winter, und die Zeit pro Kind knapp. Geduld, Ruhe und die Fähigkeit, mit Kindern jeden Alters und mit fordernden Eltern umzugehen, sind unverzichtbar.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. In vielen Regionen fehlen Kinderarztpraxen, Eltern finden schwer einen Platz, und zahlreiche Praxisinhaber gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Auch Kliniken suchen Fachpersonal. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Oberarzt, in eine Schwerpunktbezeichnung, in die Niederlassung mit eigener Praxis oder in eine Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum. Weitere Felder sind der öffentliche Gesundheitsdienst, etwa der kinder- und jugendärztliche Dienst der Gesundheitsämter, sozialpädiatrische Zentren, Rehakliniken sowie Forschung und Lehre an Universitätskliniken. Die Teilzeitarbeit in Praxen ist verbreitet und erleichtert die Vereinbarkeit mit Familie.
Aufgaben
- Vorsorgeuntersuchungen von der U1 bis zur J2 durchführen
- Impfungen planen, durchführen und dokumentieren
- Akute Erkrankungen wie Infekte, Atemnot oder Krampfanfälle diagnostizieren und behandeln
- Chronisch kranke Kinder langfristig betreuen und Therapien anpassen
- Medikamentendosen nach Körpergewicht berechnen und verordnen
- Neugeborene und Frühgeborene versorgen
- Eltern über Befunde, Behandlung und Entwicklung des Kindes beraten
- Nacht- und Bereitschaftsdienste in der Klinik übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
- Fünfjährige Facharztweiterbildung mit bestandener Prüfung vor der Ärztekammer
- Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern und besorgten Eltern
- Belastbarkeit in Notfällen und bei emotional schweren Situationen
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten in der Klinik
- Sorgfalt bei Dosierungen und Dokumentation
Wo man arbeitet
- Kinderkliniken und Kinderabteilungen in Krankenhäusern
- Universitätskliniken
- Kinder- und jugendärztliche Praxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Gesundheitsämter
- Sozialpädiatrische Zentren und Rehakliniken
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und drei Monaten und der Approbation folgt eine 60-monatige Facharztweiterbildung, überwiegend in einer Kinderklinik. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
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Verwandte Berufe
Facharzt für Allgemeinmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin sind als Hausärzte die erste Anlaufstelle für Patienten jeden Alters. Sie behandeln häufige und chronische Erkrankungen, koordinieren die weitere Versorgung und begleiten Menschen oft über viele Jahre.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 5.800 – 13.000 €
Facharzt für Innere Medizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin erkennen und behandeln Erkrankungen der inneren Organe, etwa von Herz, Lunge, Verdauungstrakt, Nieren und Stoffwechsel. Sie arbeiten in Kliniken, in eigener Praxis oder in medizinischen Versorgungszentren.
- Offene Stellen
- 74
- Monatsbrutto
- 6.700 – 16.000 €
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
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- Offene Stellen
- 18
- Monatsbrutto
- 6.900 – 14.000 €
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Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger versorgen Frühgeborene, Kinder und Jugendliche im Krankenhaus, in der ambulanten Pflege oder in Spezialeinrichtungen. Sie pflegen, überwachen, führen ärztliche Anordnungen aus und beziehen die Eltern eng in die Versorgung ein.
- Offene Stellen
- 17
- Monatsbrutto
- 3.100 – 5.400 €
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