Facharzt Augenheilkunde konservativ
Fachärztinnen und Fachärzte für Augenheilkunde mit konservativem Schwerpunkt untersuchen, diagnostizieren und behandeln Erkrankungen des Auges ohne große Operationen. Sie arbeiten meist in Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren und betreuen viele chronisch kranke, oft ältere Menschen.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Augenheilkunde konservativ verdient
8.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.500 € | 7.200 € | 8.500 € | 86.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.500 € | 8.500 € | 10.500 € | 102.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 11.000 € | 15.000 € | 132.000 € |
An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, mit festen Stufen für Fachärzte und Oberärzte. In Praxen und Versorgungszentren wird frei verhandelt, oft mit Umsatzbeteiligung; das Einkommen niedergelassener Augenärzte hängt vom Privatpatientenanteil, von Zusatzleistungen und der Region ab und streut weit über die angegebenen Werte hinaus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Augenheilkunde mit konservativem Schwerpunkt?
Im Mittelpunkt steht die Untersuchung am Spaltlampenmikroskop: Hornhaut, Linse, Netzhaut und Sehnerv werden betrachtet, der Augeninnendruck gemessen, die Sehschärfe bestimmt. Dazu kommen Gesichtsfeldmessungen, optische Kohärenztomografie (OCT) und Fotos des Augenhintergrunds. Ein großer Teil der Patientinnen und Patienten kommt mit chronischen Erkrankungen wie Grünem Star, altersbedingter Makuladegeneration oder diabetischen Netzhautschäden und wird über Jahre begleitet. Hinzu kommen akute Fälle wie Bindehautentzündungen, Fremdkörper oder plötzlicher Sehverlust, bei denen schnell entschieden werden muss, ob eine Klinik übernimmt. Konservativ arbeitende Augenärzte verordnen Augentropfen, Brillen und Kontaktlinsen, untersuchen Kinder auf Schielen und Schwachsichtigkeit, erstellen Gutachten etwa für den Führerschein und schreiben Befundberichte an Hausärzte und operierende Kollegen. Je nach Praxis gehören Laserbehandlungen oder Injektionen ins Auge ebenfalls zum Alltag.
Wie wird man Facharzt für Augenheilkunde?
Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren, das mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten in der Augenheilkunde, meist zunächst an einer Augenklinik, teilweise auch in einer zugelassenen Praxis. Die Weiterbildung schließt mit der Facharztprüfung vor der zuständigen Landesärztekammer ab. Wer sich später in eigener Praxis niederlassen will, braucht einen Kassensitz, der über die Kassenärztliche Vereinigung vergeben wird. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit in einer augenärztlichen Praxis ist von hohem Tempo geprägt. An einem Tag sind oft sehr viele Patienten zu sehen, die Zeit pro Kontakt ist knapp, und das Wartezimmer ist häufig voll. Gefragt sind genaues Hinsehen, eine ruhige Hand bei der Untersuchung und die Fähigkeit, Befunde in kurzer Zeit verständlich zu erklären, auch Menschen, die schlecht hören oder verunsichert sind. Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend und konzentrationsintensiv, mit viel Arbeit am Mikroskop und am Bildschirm. In der Klinikzeit während der Weiterbildung fallen Nacht- und Wochenenddienste an, in der Praxis sind die Zeiten geregelter, dazu kommt die Teilnahme am Notdienst. Wer selbstständig ist, trägt zusätzlich wirtschaftliches Risiko, Personalverantwortung und den Aufwand der Abrechnung mit Krankenkassen und Privatpatienten.
Aussichten
Durch die alternde Bevölkerung nehmen Grauer und Grüner Star, Makuladegeneration und diabetische Augenschäden zu. Termine bei Augenärzten sind in vielen Regionen knapp, besonders auf dem Land. Die Nachfrage nach Fachärzten ist entsprechend stabil hoch. Neben der eigenen Praxis gibt es zunehmend Anstellungen in Medizinischen Versorgungszentren, von denen einige zu größeren Ketten gehören. Entwicklungswege führen in die Niederlassung, in leitende Positionen in Versorgungszentren, in die Oberarztlaufbahn an Kliniken oder in Spezialisierungen wie Netzhaut-, Glaukom- oder Kinderaugenheilkunde. Auch Gutachtertätigkeit und Forschung sind möglich.
Aufgaben
- Sehschärfe bestimmen und Brillen oder Kontaktlinsen verordnen
- Augeninnendruck messen und Gesichtsfeld prüfen
- Netzhaut und Sehnerv am Spaltlampenmikroskop und per OCT untersuchen
- Patienten mit Glaukom, Makuladegeneration oder Diabetes langfristig betreuen
- Augentropfen und andere Medikamente verordnen und Therapien anpassen
- Kinder auf Schielen und Schwachsichtigkeit untersuchen
- Akute Augenerkrankungen einschätzen und bei Bedarf in die Klinik überweisen
- Gutachten, Befundberichte und Abrechnungen erstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung für Augenheilkunde nach 60 Monaten Weiterbildung
- Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit bei feinen Untersuchungen
- Gutes räumliches Sehen und eine ruhige Hand
- Geduld und Verständlichkeit im Umgang mit älteren und verunsicherten Patienten
- Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen
- Für die Niederlassung: Kassensitz und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse
Wo man arbeitet
- Augenarztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Augenkliniken und Augenabteilungen von Krankenhäusern
- Universitätskliniken
- Begutachtungsstellen und Behörden
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung in der Augenheilkunde an Kliniken und zugelassenen Praxen. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
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