Augenoptiker
Bestimmt Sehstärken, berät zur Brille und fertigt sie in der Werkstatt an - ein Beruf zwischen Handwerk, Gesundheit und Verkauf.
54 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Augenoptiker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.750 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.400 € | 44.400 € |
Orientiert an den Tarifen des Augenoptikerhandwerks, die regional deutlich auseinandergehen; Filialisten zahlen teils übertariflich, dafür oft mit Umsatzbeteiligung. Der Meisterbrief hebt die Spanne spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Augenoptiker steht an einer ungewöhnlichen Stelle: Sein Beruf ist zulassungspflichtiges Handwerk, sein Alltag zu großen Teilen Gesundheitsversorgung, und sein Arbeitsplatz ist ein Ladengeschäft. Alle drei Seiten gehören dazu. Die Refraktionsbestimmung am Phoropter ist Messtechnik, die Beratung zur Gleitsichtbrille ist Verkauf, und das Einschleifen der Gläser ist Werkstattarbeit mit Zehntelmillimetern.
Die Anpassung ist der Teil, den Kunden unterschätzen. Zwei Brillen mit identischen Werten sitzen verschieden, wenn Durchblickpunkt, Vorneigung und Hornhautscheitelabstand nicht stimmen – bei Gleitsichtgläsern entscheidet das darüber, ob jemand die Brille trägt oder in die Schublade legt. Die Kontaktlinsenanpassung ist eine eigene Qualifikation und in vielen Betrieben der Bereich mit dem größten fachlichen Anspruch.
In diesem Bestand kommen die Anzeigen überwiegend von Filialisten in großen Städten, eine davon ausdrücklich in Teilzeit. Das prägt die Arbeitszeit: Ladenöffnungszeiten, Samstagsdienst, und je nach Haus Zielvorgaben für den Umsatz. Wer die Werkstattseite sucht, findet sie eher im inhabergeführten Fachgeschäft als in der Filiale, wo oft eine Zentralwerkstatt schleift – ein Unterschied, der im Vorstellungsgespräch eine Frage wert ist.
Die Abgrenzung zum Augenarzt gehört zum Berufsbild: Der Augenoptiker misst die Sehschärfe und versorgt sie, er stellt keine Diagnosen und behandelt keine Krankheiten. Wo Befunde auffällig sind, gehört der Kunde zum Arzt, und das zu erkennen ist Teil der Ausbildung. Die Nachfrage im Beruf ist stabil: Fehlsichtigkeit nimmt mit dem Alter zu, und Bildschirmarbeit hat den Bedarf an Arbeitsplatzbrillen und Gleitsichtlösungen eher erhöht.
Aufgaben
- Sehstärken bestimmen und Sehtests durchführen
- Zu Fassungen, Gläsern und Veredelungen beraten
- Brillen zentrieren, einschleifen und einsetzen
- Reparaturen und Anpassungen an der Fassung vornehmen
- Kontaktlinsen anpassen und Träger nachkontrollieren
- Mit Augenärzten und Krankenkassen abrechnen und abstimmen
- Ware annehmen, auszeichnen und die Fläche pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Augenoptiker
- Sicherheit in der Refraktionsbestimmung
- Handwerkliches Geschick für die Werkstattarbeit
- Freude an Beratung und Verkauf
- Bereitschaft zu Samstagsarbeit
- Meisterbrief für Filialleitung oder Selbstständigkeit
Wo man arbeitet
- Augenoptische Fachgeschäfte
- Filialen der Optikerketten
- Werkstätten und Zentralschleifereien
- Augenarztpraxen mit angegliederter Optik
- Industrie und Großhandel der Branche
Der Weg in den Beruf
Dreijährige duale Ausbildung im Handwerk mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Weil die Augenoptik zu den zulassungspflichtigen Gewerken gehört, braucht die Selbstständigkeit den Meisterbrief; er ist zugleich der übliche Weg in die Filialleitung und über das Aufstiegs-BAföG förderfähig. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge in Augenoptik und Optometrie, die stärker in Richtung Messtechnik und Screening gehen. Die Kontaktlinsenanpassung wird meist als eigene Weiterbildung erworben und in der Bezahlung honoriert.
Offene Stellen als Augenoptiker
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