Facharzt der Gastroenterologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie erkennen und behandeln Erkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Endoskopien wie Magen- und Darmspiegelungen.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt der Gastroenterologie verdient
8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.600 bis 16.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.600 € | 7.000 € | 7.800 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 8.000 € | 9.500 € | 96.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 11.000 € | 16.000 € | 132.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, bei kirchlichen Trägern die AVR; dort steigt das Gehalt nach festen Stufen, und Bereitschaftsdienste kommen als Zulage hinzu. Die größten Unterschiede entstehen durch den Wechsel in eine Oberarzt- oder Chefarztposition und vor allem durch die Niederlassung, wo das Einkommen stark von Praxisgröße, Anteil an Privatpatienten und Zahl der Endoskopien abhängt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt der Gastroenterologie?
Gastroenterologen kümmern sich um Menschen mit Beschwerden im Verdauungstrakt: Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, chronischer Durchfall, Gelbsucht oder auffällige Leberwerte. Sie erheben die Krankengeschichte, untersuchen, ordnen Laborwerte ein und führen selbst Ultraschalluntersuchungen des Bauches durch. Den Kern des Fachs bilden Endoskopien. Bei Magen- und Darmspiegelungen werden Gewebeproben entnommen, Polypen abgetragen, Blutungen gestillt und Engstellen aufgedehnt. In Kliniken kommen anspruchsvollere Eingriffe hinzu, etwa die ERCP an Gallen- und Pankreasgängen, das Einsetzen von Stents oder die Endosonografie. Zur Arbeit gehören auch die Langzeitbetreuung von Menschen mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Leberzirrhose oder Hepatitis, die Vorsorge-Koloskopie zur Darmkrebsfrüherkennung sowie die Abstimmung mit Chirurgie, Onkologie und Radiologie in Tumorkonferenzen. Arztbriefe, Befunde und Abrechnung kosten täglich spürbar Zeit.
Wie wird man Facharzt der Gastroenterologie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von rund sechs Jahren und drei Monaten mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern mindestens sechs Jahre dauert. Sie wird als Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte absolviert, meist in einer Klinik, teilweise auch in Praxen. Ein Teil der Zeit entfällt auf die allgemeine Innere Medizin und die Notaufnahme oder Intensivstation, der andere auf die Gastroenterologie mit einer festgelegten Zahl selbst durchgeführter Endoskopien. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Einen Quereinstieg gibt es nicht. Wer bereits Facharzt für Innere Medizin ist, kann die gastroenterologische Weiterbildung anschließen.
Was der Beruf verlangt
Das Fach verlangt sichere Hände und gutes räumliches Vorstellungsvermögen, denn Endoskopien erfordern feinmotorisches Geschick über lange Untersuchungsreihen hinweg. Langes Stehen in Bleischürze bei Durchleuchtungsuntersuchungen belastet Rücken und Nacken. In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Rufbereitschaftsdienste dazu, etwa für nächtliche Notfallendoskopien bei Magenblutungen. Der Umgang mit Körperausscheidungen, Gerüchen und Infektionsrisiken ist Alltag. Viele Patienten sind schwer krank, etwa mit Krebs der Bauchspeicheldrüse oder fortgeschrittener Leberzirrhose, und es müssen schlechte Nachrichten überbracht werden. Die Weiterbildungszeit ist lang, oft mit Überstunden und hohem Dokumentationsaufwand verbunden. Wer sich niederlässt, trägt unternehmerisches Risiko und hohe Investitionskosten für die Endoskopietechnik.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. Die Bevölkerung altert, die Darmkrebsvorsorge wird ausgebaut und Lebererkrankungen durch Übergewicht nehmen zu. In vielen Regionen, besonders auf dem Land, sind Termine bei Gastroenterologen knapp und Praxisnachfolger werden gesucht. In der Klinik führt der Weg vom Facharzt zum Oberarzt und Chefarzt. Alternativ bieten sich die Niederlassung in eigener Praxis, die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum oder eine Laufbahn in Forschung und Lehre an. Zusatzqualifikationen wie Hepatologie, Proktologie, Ernährungsmedizin oder Palliativmedizin erlauben eine weitere Spezialisierung.
Aufgaben
- Magen- und Darmspiegelungen durchführen und dabei Polypen abtragen
- Ultraschalluntersuchungen von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse vornehmen
- Gewebeproben entnehmen und Befunde mit der Pathologie besprechen
- Blutungen im Verdauungstrakt endoskopisch stillen
- Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen langfristig behandeln
- Therapien bei Leberzirrhose und Hepatitis einleiten und überwachen
- Befunde in Tumorkonferenzen vorstellen und Behandlungen abstimmen
- Arztbriefe schreiben und Untersuchungen dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Mindestens sechsjährige Weiterbildung und Facharztprüfung vor der Ärztekammer
- Feinmotorisches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen für Endoskopien
- Belastbarkeit bei Nacht- und Bereitschaftsdiensten
- Körperliche Ausdauer für langes Stehen, auch mit Strahlenschutzkleidung
- Einfühlungsvermögen im Gespräch mit schwer erkrankten Menschen
- Sehr gute Deutschkenntnisse, für ausländische Ärzte meist Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser mit internistischer oder gastroenterologischer Abteilung
- Universitätskliniken
- Gastroenterologische Facharztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Rehabilitationskliniken
Der Weg in den Beruf
Nach dem rund sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine mindestens sechsjährige Weiterbildung als Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie endet mit der Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie vor der Landesärztekammer.
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