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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Hämatologie und Onkologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Hämatologie und Onkologie erkennen und behandeln Krebserkrankungen sowie Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems. Sie planen Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien und begleiten Patienten oft über Jahre.

19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Hämatologie und Onkologie verdient

7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.600 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.600 € 6.900 € 7.500 € 82.800 €
Mit Berufserfahrung 7.200 € 7.900 € 8.800 € 94.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.000 € 14.000 € 120.000 €

In Kliniken richtet sich das Gehalt meist nach dem TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken nach dem TV-Ärzte/TdL, in privaten Klinikketten nach Haustarifen mit dem Marburger Bund; Dienste und Bereitschaften erhöhen das Einkommen deutlich. Am stärksten steigt es mit der Position als Oberarzt oder Chefarzt sowie mit der Niederlassung, wo das Einkommen vom Praxisumsatz abhängt und weit über den Tarifwerten liegen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Hämatologie und Onkologie?

Der Beruf verbindet Innere Medizin mit der Behandlung von Krebs und Bluterkrankungen. Zu den Patienten gehören Menschen mit Leukämien, Lymphomen, dem multiplen Myelom, Anämien oder Gerinnungsstörungen, aber auch mit soliden Tumoren wie Brust-, Darm- oder Lungenkrebs. Der Alltag besteht aus Diagnostik und Therapieplanung: Blutbilder und Knochenmarkausstriche beurteilen, Knochenmarkpunktionen durchführen, Befunde aus Bildgebung, Pathologie und Molekulargenetik zusammenführen. Daraus entsteht ein Behandlungsplan, der in Tumorkonferenzen mit Chirurgie, Strahlentherapie und Pathologie abgestimmt wird. Hämatologen und Onkologen verordnen Chemotherapien, Antikörper- und Immuntherapien, überwachen Nebenwirkungen, behandeln Infektionen bei geschwächtem Immunsystem und betreuen in spezialisierten Zentren Stammzelltransplantationen. Ein großer Teil der Arbeit sind Gespräche: Diagnosen mitteilen, Therapieoptionen erklären, über Prognosen sprechen und am Ende oft auch über palliative Versorgung. Hinzu kommen Dokumentation, Studienarbeit und Arztbriefe.

Wie wird man Facharzt für Hämatologie und Onkologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung im Gebiet Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern in der Regel 72 Monate dauert. Sie findet als angestellte Assistenzärztin oder angestellter Assistenzarzt an zugelassenen Weiterbildungsstätten statt, meist in Kliniken, teils auch in Schwerpunktpraxen. Ein Teil der Zeit entfällt auf allgemeine Innere Medizin und Notaufnahme oder Intensivstation. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Fachärzte anderer internistischer Richtungen können sich Weiterbildungszeiten teilweise anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Die fachliche Belastung ist hoch, weil sich Therapien schnell ändern und neue Medikamente und Studienergebnisse laufend eingearbeitet werden müssen. Schwerer wiegt für viele die seelische Seite: Patienten sterben, auch junge, und Gespräche mit Angehörigen gehören zum Alltag. Wer keinen Weg findet, damit umzugehen, brennt aus. In Kliniken bedeutet der Beruf Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste, lange Arbeitstage und viel Bürokratie. Unter Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft leidet auch die Onkologie; volle Stationen und Tageskliniken erhöhen den Zeitdruck. In Praxen sind die Arbeitszeiten planbarer, dafür kommen wirtschaftliche Verantwortung und Abrechnungsfragen hinzu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Krebserkrankungen nehmen mit einer älter werdenden Bevölkerung zu, und viele Patienten leben dank besserer Therapien länger mit ihrer Erkrankung, was mehr Behandlungsjahre bedeutet. Fachärzte finden Stellen in Krankenhäusern, Universitätskliniken, onkologischen Zentren und Schwerpunktpraxen. Übliche Entwicklungswege sind die Oberarztstelle, die Leitung einer Abteilung, die Niederlassung in eigener Praxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum sowie eine Laufbahn in Forschung und Lehre mit Habilitation. Zusatzweiterbildungen etwa in Palliativmedizin oder Hämostaseologie erweitern das Tätigkeitsfeld. Auch die pharmazeutische Industrie und Studienzentren stellen Onkologen ein.

Aufgaben

  • Blutbilder, Knochenmarkbefunde und Laborwerte auswerten
  • Knochenmarkpunktionen und andere Eingriffe durchführen
  • Chemo-, Immun- und zielgerichtete Therapien planen und verordnen
  • Fälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorstellen und besprechen
  • Nebenwirkungen, Infektionen und Komplikationen behandeln
  • Aufklärungs- und Prognosegespräche mit Patienten und Angehörigen führen
  • Palliative Versorgung einleiten und begleiten
  • Patienten in klinische Studien einschließen und Befunde dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharztanerkennung Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
  • Psychische Belastbarkeit im Umgang mit schwerer Krankheit und Tod
  • Einfühlsame und klare Gesprächsführung
  • Bereitschaft zu ständiger Fortbildung
  • Bereitschaft zu Nacht- und Wochenenddiensten in der Klinik
  • Gute Englischkenntnisse für Fachliteratur und Studien

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser mit internistischer oder onkologischer Abteilung
  • Universitätskliniken und onkologische Spitzenzentren
  • Onkologische Schwerpunktpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Rehabilitationskliniken
  • Pharmazeutische Industrie und Studienzentren

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine Weiterbildung von in der Regel 72 Monaten an zugelassenen Kliniken oder Praxen. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer zur Fachärztin oder zum Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie.

Offene Stellen als Facharzt für Hämatologie und Onkologie

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