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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Fachärztinnen und Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten erkennen und behandeln Erkrankungen der Haut, Haare, Nägel und Schleimhäute sowie sexuell übertragbare Infektionen. Sie arbeiten in Praxen und Kliniken, oft mit einem großen Anteil an Hautkrebsvorsorge und Allergiediagnostik.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten verdient

8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 18.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.500 € 7.000 € 8.000 € 84.000 €
Mit Berufserfahrung 7.200 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.500 € 18.000 € 138.000 €

Angestellte in kommunalen Kliniken werden nach dem TV-Ärzte/VKA bezahlt, an Universitätskliniken nach dem TV-Ärzte/TdL, beides verhandelt vom Marburger Bund; Dienste und Oberarztpositionen erhöhen das Gehalt. Bei Niedergelassenen hängt das Einkommen vor allem vom Anteil an Privatpatienten und Selbstzahlerleistungen, von Praxisgröße und Standort ab und streut daher sehr weit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten?

Der Arbeitstag in einer dermatologischen Praxis besteht aus vielen kurzen Patientenkontakten. Muttermale werden mit dem Auflichtmikroskop beurteilt, verdächtige Stellen biopsiert oder ambulant herausgeschnitten. Hinzu kommen Menschen mit Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzemen, Pilzinfektionen oder Haarausfall. Bei Verdacht auf Allergien führen Dermatologinnen Prick- und Epikutantests durch und werten sie aus. Ein eigener Bereich sind sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien oder Feigwarzen, deren Diagnose auch Beratung und Partnerinformation umfasst. Je nach Ausrichtung gehören Venenleiden, Erkrankungen des Enddarms, Licht- und Lasertherapie oder ästhetische Behandlungen dazu. In Kliniken liegt der Schwerpunkt auf schweren Verläufen: ausgedehnte Hautkrebsoperationen, Tumortherapien beim Melanom, Systemtherapien mit Biologika, chronische Wunden und blasenbildende Autoimmunerkrankungen. Arztbriefe, Dokumentation und Abrechnung nehmen einen erheblichen Teil der Zeit ein.

Wie wird man Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten in Dermatologie und Venerologie an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte, meist überwiegend in einer Hautklinik, teils auch in einer Praxis. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Weiterbildungsstellen in der Dermatologie sind begehrt und vergleichsweise knapp, gute Noten, Promotion oder Vorerfahrung verbessern die Chancen. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Nach der Facharztprüfung lassen sich Zusatzbezeichnungen erwerben, etwa Allergologie, Phlebologie, Proktologie, Dermatohistologie oder medikamentöse Tumortherapie.

Was der Beruf verlangt

Verglichen mit chirurgischen oder internistischen Fächern gibt es weniger Nacht- und Wochenenddienste, in Kliniken fallen sie trotzdem an. In Kassenpraxen ist das Tempo hoch: Viele Patientinnen und Patienten am Tag, wenig Zeit pro Termin und lange Wartelisten erzeugen Druck, auch von Seiten verärgerter Patienten. Wer sich niederlässt, trägt ein unternehmerisches Risiko, finanziert Praxis und Geräte, führt Personal und kämpft mit Bürokratie und Budgetgrenzen. Das Angebot von Selbstzahlerleistungen bringt Einnahmen, verlangt aber eine klare Haltung gegenüber medizinisch nicht notwendigen Behandlungen. Fachlich gefordert sind ein geschultes Auge für Hautbefunde, sicheres Arbeiten bei kleinen Eingriffen und die Fähigkeit, über schambesetzte Themen wie Geschlechtskrankheiten sachlich zu sprechen. Die Diagnose Hautkrebs zu überbringen, gehört regelmäßig dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. Hautkrebs nimmt zu, die Bevölkerung altert, und das gesetzliche Hautkrebsscreening sorgt für dauerhaft viele Termine. Besonders in ländlichen Regionen fehlen Dermatologinnen und Dermatologen, dort sind Praxisübernahmen oft leicht möglich. Entwicklungswege sind die Niederlassung in eigener Praxis oder Gemeinschaftspraxis, die Anstellung in einem medizinischen Versorgungszentrum oder die Klinikkarriere bis zur Oberärztin oder zum Chefarzt. Wer forschen will, findet an Universitätskliniken Möglichkeiten in Onkologie, Allergologie und Immunologie. Auch die pharmazeutische Industrie und Gutachtertätigkeiten kommen in Frage.

Aufgaben

  • Hautkrebsvorsorge mit Auflichtmikroskopie durchführen
  • Gewebeproben entnehmen und Hauttumoren operativ entfernen
  • Allergietests wie Prick- und Epikutantest anlegen und auswerten
  • Chronische Erkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte behandeln, auch mit Biologika
  • Sexuell übertragbare Infektionen diagnostizieren, behandeln und dazu beraten
  • Licht-, Laser- oder Venentherapien durchführen
  • Befunde dokumentieren, Arztbriefe schreiben und Leistungen abrechnen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Fünfjährige Weiterbildung und bestandene Facharztprüfung bei der Landesärztekammer
  • Genaues Hinsehen und visuelles Gedächtnis für Hautbefunde
  • Feinmotorisches Geschick für kleine operative Eingriffe
  • Belastbarkeit bei hohem Patientenaufkommen
  • Sachliche, einfühlsame Gesprächsführung auch bei intimen Themen

Wo man arbeitet

  • Dermatologische Praxen und Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Hautkliniken an Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken mit dermatologischem Schwerpunkt
  • Pharmazeutische Industrie

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung in Dermatologie und Venerologie, meist an einer Hautklinik. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer und der Anerkennung als Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

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