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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie behandeln Erkrankungen der Nieren, Bluthochdruck und Störungen des Wasser- und Salzhaushalts. Ein großer Teil der Arbeit besteht in der Betreuung von Dialysepatienten und Menschen vor und nach einer Nierentransplantation.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie verdient

8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.800 bis 16.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.800 € 7.200 € 8.000 € 86.400 €
Mit Berufserfahrung 7.600 € 8.300 € 9.500 € 99.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.000 € 16.000 € 132.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, in Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, kirchliche und private Träger zahlen nach AVR oder Haustarif meist ähnlich, Bereitschaftsdienste kommen deutlich obendrauf. Den größten Unterschied macht der Schritt zur Oberarzt- oder Chefarztstelle und vor allem die Niederlassung mit eigener Dialysepraxis, deren Einkommen weit über den Tarifwerten liegen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie?

Nephrologinnen und Nephrologen kümmern sich um Menschen, deren Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Dazu gehören akutes Nierenversagen auf der Intensivstation, chronische Nierenerkrankungen durch Diabetes oder Bluthochdruck, Entzündungen der Nierenkörperchen, Zystennieren und Elektrolytstörungen. Der Alltag besteht aus Laborwerte auswerten, Ultraschall der Nieren machen, Nierenbiopsien durchführen, Medikamente an die Nierenfunktion anpassen und Dialysebehandlungen verordnen und überwachen. Wer im Dialysezentrum arbeitet, sieht viele Patienten über Jahre hinweg dreimal pro Woche, prüft Dialyseprotokolle, Shuntfunktion und Blutwerte und bespricht mit ihnen Ernährung, Trinkmenge und Begleiterkrankungen. In Transplantationszentren gehören die Vorbereitung auf eine Spenderniere und die Nachsorge mit Immunsuppression dazu. Eng ist die Zusammenarbeit mit Gefäßchirurgie, Kardiologie, Diabetologie und Pflegekräften.

Wie wird man Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens 72 Monaten an zugelassenen Weiterbildungsstätten, davon ein Teil in der allgemeinen Inneren Medizin einschließlich Notaufnahme und Intensivmedizin und mindestens 36 Monate in der Nephrologie. Die Weiterbildung endet mit einer mündlichen Prüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärztinnen und Ärzte, die bereits Fachärzte für Innere Medizin sind, können die nephrologische Zeit anschließend ergänzen, in der Praxis dauert das oft länger als geplant, weil Weiterbildungsstellen begrenzt sind.

Was der Beruf verlangt

Der Weg ist lang: Bis zur Facharztanerkennung vergehen nach dem Abitur meist zwölf bis vierzehn Jahre. In der Klinik gehören Nacht- und Wochenenddienste dazu, nephrologische Notfälle wie lebensbedrohliche Kaliumwerte oder Lungenödeme bei Dialysepatienten lassen sich nicht planen. Viele Patienten sind schwer und mehrfach krank, alt und dauerhaft auf die Dialyse angewiesen. Das bedeutet lange Beziehungen, aber auch das wiederholte Begleiten von Verschlechterung und Tod, Gespräche über Therapiebegrenzung und den Umgang mit Patienten, die mit ihrer Situation hadern. Dokumentation, Qualitätssicherung in der Dialyse und Abrechnung nehmen viel Zeit ein. Die Arbeit verlangt gutes Verständnis von Physiologie und Pharmakologie, denn fast jedes Medikament muss an die Nierenfunktion angepasst werden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Die Zahl der Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wächst mit dem Alter der Bevölkerung und der Verbreitung von Diabetes und Bluthochdruck, gleichzeitig gehen viele niedergelassene Nephrologen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Besonders in ländlichen Regionen werden Dialysezentren gesucht, die ärztlich besetzt werden können. Entwicklungswege führen in der Klinik zur Ober- oder Chefärztin, in die Niederlassung mit eigener Dialysepraxis oder in eine angestellte Stelle bei Dialyseträgern und medizinischen Versorgungszentren. Daneben gibt es Spezialisierungen in Transplantationsmedizin, Hypertensiologie oder Intensivmedizin sowie Tätigkeiten in Forschung und Pharmaindustrie.

Aufgaben

  • Nierenfunktion anhand von Laborwerten, Urinbefunden und Ultraschall beurteilen
  • Dialysebehandlungen verordnen, überwachen und anpassen
  • Nierenbiopsien und zentrale Dialysekatheter legen
  • Bluthochdruck und Elektrolytstörungen medikamentös einstellen
  • Patienten vor und nach einer Nierentransplantation betreuen
  • Dosierung von Medikamenten an die Nierenfunktion anpassen
  • Nephrologische Konsile auf anderen Stationen und der Intensivstation durchführen
  • Mit Patienten über Dialyseverfahren, Ernährung und Therapieziele sprechen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung Innere Medizin und Nephrologie durch die Landesärztekammer
  • Sicherheit in Ultraschalldiagnostik und Intensivmedizin
  • Belastbarkeit für Nacht- und Bereitschaftsdienste
  • Geduld und Gesprächsführung bei chronisch kranken Patienten
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser mit nephrologischer Abteilung
  • Universitätskliniken und Transplantationszentren
  • Ambulante Dialysezentren
  • Nephrologische Facharztpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Rehakliniken

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von rund sechs Jahren und der Approbation folgt eine Weiterbildung von mindestens sechs Jahren, davon mindestens drei in der Nephrologie. Abgeschlossen wird sie mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.

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