Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Facharzt Mikrobiologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie weisen Krankheitserreger im Labor nach, bewerten Befunde und beraten Kliniken, Praxen und Gesundheitsämter bei Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Infektionen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Mikrobiologie verdient

8.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.500 € 7.100 € 7.800 € 85.200 €
Mit Berufserfahrung 7.400 € 8.100 € 9.200 € 97.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

In Kliniken gilt meist der TV-Ärzte/VKA oder an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL des Marburger Bundes, in Gesundheitsämtern der TVöD oder TV-L mit oft niedrigeren Grundgehältern. In privaten Laborketten wird frei verhandelt; Laborleitungen und Partner in Labor-MVZ verdienen dort teils deutlich mehr als im Tarif.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Mikrobiologie?

Der Beruf heißt vollständig Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Die Arbeit findet überwiegend im Labor und am Schreibtisch statt, kaum am Patientenbett. Aus Blutkulturen, Abstrichen, Urin oder Gewebeproben werden Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten nachgewiesen, mit Kulturverfahren, Mikroskopie, PCR, Massenspektrometrie oder Antikörpertests. Ein großer Teil des Tages besteht darin, Befunde ärztlich zu prüfen und freizugeben, Resistenztests auszuwerten und daraus eine Therapieempfehlung abzuleiten. Behandelnde Ärzte rufen an und wollen wissen, welches Antibiotikum bei einer Sepsis wirkt oder ob ein Befund behandelt werden muss. Dazu kommen Krankenhaushygiene, die Überwachung multiresistenter Erreger, die Aufklärung von Ausbrüchen auf Stationen, Antibiotic-Stewardship-Visiten und die Qualitätssicherung des Labors nach Akkreditierungsvorgaben. Wer das Labor leitet, ist auch für Personal, Geräte und Abrechnung verantwortlich.

Wie wird man Facharzt für Mikrobiologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten bei einer weiterbildungsbefugten Stelle, meist in einem Universitätsinstitut, einem großen Klinikumslabor oder einem medizinischen Versorgungszentrum für Labormedizin. Die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer legt die Inhalte fest, abgeschlossen wird mit einer mündlichen Prüfung vor der Kammer. Während der Weiterbildung arbeitet man als Assistenzarzt mit vollem Gehalt. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Biologen oder Biochemiker können im Labor arbeiten, aber keine ärztliche Befundverantwortung übernehmen. Ein Wechsel aus anderen Fachrichtungen ist dagegen üblich, Teile einer Weiterbildung in Innerer Medizin oder Hygiene können je nach Kammer angerechnet werden.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf fordert genaues, ruhiges Arbeiten und die Fähigkeit, Befunde unter Zeitdruck verlässlich zu bewerten, denn von einer Resistenzauskunft hängt oft die Behandlung eines schwer kranken Menschen ab. Der Umgang mit infektiösem Material verlangt die konsequente Einhaltung von Schutzvorschriften, in Hochsicherheitslaboren auch das Arbeiten in Schutzanzug. Die Arbeitszeiten sind regelmäßiger als in klinischen Fächern, Rufbereitschaften an Wochenenden und nachts kommen aber vor, vor allem in Kliniken mit Notfalldiagnostik. Wer den direkten Kontakt zu Patienten sucht, wird ihn hier vermissen. Viel Zeit fließt in Dokumentation, Telefonate und Gremienarbeit. In Ausbruchssituationen wie während der Corona-Pandemie steigt die Belastung stark und lange an. Laborkonzerne erwarten zudem wirtschaftliches Denken und hohe Probendurchsätze.

Aussichten

Das Fach ist klein, und viele Stellen bleiben länger unbesetzt. Steigende Antibiotikaresistenzen, gesetzliche Vorgaben zur Krankenhaushygiene und der Ausbau des öffentlichen Gesundheitsdienstes sorgen für stabile Nachfrage. Zugleich konzentriert sich die Labordiagnostik in wenigen großen Laborketten, was Arbeitsplätze in kleinen Häusern reduziert, in Zentrallaboren aber neue schafft. Entwicklungswege führen zur Oberarztstelle, zur Leitung eines Instituts oder Laborstandorts, in die Forschung mit Habilitation, in Gesundheitsämter und Landesbehörden, zum Robert Koch-Institut oder in die pharmazeutische Industrie. Zusatzqualifikationen wie Krankenhaushygiene oder Infektiologie erweitern die Möglichkeiten.

Aufgaben

  • Patientenproben auf Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten untersuchen lassen und Befunde ärztlich freigeben
  • Resistenztests auswerten und Antibiotikatherapien empfehlen
  • Behandelnde Ärzte telefonisch und auf Station zu Infektionen beraten
  • Ausbrüche von Krankenhauskeimen aufklären und Hygienemaßnahmen festlegen
  • Multiresistente Erreger überwachen und Statistiken für die Klinik erstellen
  • Labormethoden validieren und Qualitätssicherung nach Akkreditierungsvorgaben betreiben
  • Meldepflichtige Erreger an Gesundheitsämter melden
  • Assistenzärzte und technisches Personal anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie nach 60 Monaten Weiterbildung
  • Sorgfalt und Sicherheit im Umgang mit infektiösem Material
  • Fundierte Kenntnisse in Infektiologie und Antibiotikatherapie
  • Klare Kommunikation mit Klinikern unter Zeitdruck
  • Bereitschaft zu Rufdiensten und kontinuierlicher Fortbildung

Wo man arbeitet

  • Mikrobiologische Institute an Universitätskliniken
  • Krankenhauslabore
  • Medizinische Versorgungszentren und Laborketten
  • Gesundheitsämter und Landesuntersuchungsämter
  • Bundesinstitute wie das Robert Koch-Institut
  • Pharmazeutische und diagnostische Industrie

Der Weg in den Beruf

Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Insgesamt dauert der Weg in der Regel elf bis zwölf Jahre.

Offene Stellen als Facharzt Mikrobiologie

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Facharzt für Pathologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie untersuchen Gewebe- und Zellproben unter dem Mikroskop und stellen daraus Diagnosen, etwa ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Ihre Befunde bestimmen häufig, welche Behandlung Patientinnen und Patienten erhalten.

Offene Stellen
5
Monatsbrutto
6.600 – 16.000 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz