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Gesundheit & Pflege

Facharzt Nuklearmedizin

Fachärztinnen und Fachärzte für Nuklearmedizin setzen radioaktive Substanzen ein, um Erkrankungen sichtbar zu machen und gezielt zu behandeln, etwa bei Schilddrüsenleiden, Herzerkrankungen und Krebs.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Nuklearmedizin verdient

8.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 7.100 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 7.100 € 7.400 € 7.800 € 88.800 €
Mit Berufserfahrung 7.800 € 8.400 € 9.200 € 100.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 10.800 € 15.000 € 129.600 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, dort steigt das Gehalt nach festen Stufen und mit dem Wechsel zur Oberarztposition deutlich. Am weitesten streuen die Einkommen in der Niederlassung und in Chefarztpositionen, wo Privatliquidation, Praxisgröße und Gerätepark den Ausschlag geben.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Nuklearmedizin?

Nuklearmediziner verabreichen Patienten schwach radioaktive Stoffe, sogenannte Radiopharmaka, die sich in bestimmten Organen oder Tumoren anreichern. Mit Gammakameras, SPECT- und PET/CT-Geräten wird diese Verteilung aufgezeichnet. Anders als Röntgen oder CT zeigt das Verfahren nicht nur die Form eines Organs, sondern seinen Stoffwechsel. Typische Untersuchungen sind die Schilddrüsenszintigrafie, die Skelettszintigrafie bei Verdacht auf Knochenmetastasen, die Myokardszintigrafie zur Beurteilung der Herzdurchblutung und die PET/CT zur Suche nach Tumoren und deren Ausbreitung. Ein großer Teil des Tages besteht aus Befunden am Bildschirm, Aufklärungsgesprächen und der Abstimmung mit anderen Fachrichtungen in Tumorkonferenzen. Hinzu kommt die Therapie: Radioiodtherapie bei Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenkrebs, Radioligandentherapie bei Prostatakrebs oder neuroendokrinen Tumoren. Diese Behandlungen laufen oft auf eigenen Stationen mit Strahlenschutzauflagen. Fachärzte tragen außerdem Verantwortung für den Strahlenschutz, die rechtfertigende Indikation und die Qualitätssicherung.

Wie wird man Facharzt für Nuklearmedizin?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und die Approbation als Ärztin oder Arzt. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte, meist in einer Klinik für Nuklearmedizin. Während dieser Zeit werden Untersuchungs- und Therapiezahlen nachgewiesen und die Fachkunde im Strahlenschutz erworben. Den Abschluss bildet eine mündliche Prüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärzte aus der Radiologie, Inneren Medizin oder Strahlentherapie können wechseln, wobei nur ein Teil ihrer bisherigen Weiterbildungszeit angerechnet wird.

Was der Beruf verlangt

Der Weg dauert lang: Zwischen Abitur und Facharztprüfung liegen meist mehr als zwölf Jahre. Die Arbeit erfordert neben medizinischem Wissen ein solides Verständnis von Physik, Strahlenbiologie und Gerätetechnik. Vieles geschieht konzentriert am Monitor, was ermüdend sein kann. Viele Patienten haben Krebs, und Befunde mit schlechter Nachricht gehören zum Alltag. Die Arbeitszeiten sind im Vergleich zu anderen Klinikfächern eher planbar, da die meisten Untersuchungen tagsüber stattfinden. Nacht- und Wochenenddienste fallen seltener an, Rufbereitschaften für Therapiestationen gibt es dennoch. Die eigene Strahlenbelastung ist durch Abschirmung und Dosimetrie begrenzt, verlangt aber konsequente Disziplin im Umgang mit radioaktiven Stoffen. Das Fach ist klein, daher sind Weiterbildungsstellen nicht in jeder Region zu finden, was Umzüge nötig machen kann.

Aussichten

Die Nachfrage ist gut. Mit der Theranostik, also der Kombination aus Diagnostik und gezielter Strahlentherapie mit demselben Molekül, wächst das Fach seit Jahren. Neue Radioligandentherapien und der breitere Einsatz der PET/CT erhöhen den Bedarf an Fachärzten, während ein Teil der niedergelassenen Nuklearmediziner in den kommenden Jahren in den Ruhestand geht. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt einer Klinik, in die eigene Praxis oder ein Medizinisches Versorgungszentrum, in die Forschung oder zur Industrie, etwa bei Herstellern von Radiopharmaka. Eine Zusatzqualifikation in Radiologie oder eine Habilitation verbessern die Chancen auf leitende Positionen.

Aufgaben

  • Szintigrafien, SPECT- und PET/CT-Untersuchungen planen und befunden
  • Patienten über Untersuchung, Strahlenbelastung und Therapie aufklären
  • Radioiodtherapien bei Schilddrüsenerkrankungen durchführen
  • Radioligandentherapien bei Prostatakrebs und neuroendokrinen Tumoren betreuen
  • Rechtfertigende Indikation stellen und Strahlenschutz überwachen
  • Befunde in Tumorkonferenzen mit Onkologie, Urologie und Chirurgie besprechen
  • Assistenzärzte und medizinisch-technisches Personal anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Facharztanerkennung nach 60 Monaten Weiterbildung
  • Fachkunde im Strahlenschutz nach Strahlenschutzverordnung
  • Verständnis für Physik, Gerätetechnik und Bildgebung
  • Konzentrationsfähigkeit bei langer Bildschirmarbeit
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit schwer kranken Patienten

Wo man arbeitet

  • Universitätskliniken
  • Krankenhäuser mit nuklearmedizinischer Abteilung
  • Nuklearmedizinische und radiologische Praxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Forschungseinrichtungen
  • Hersteller von Radiopharmaka

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung an einer zugelassenen Klinik oder Praxis. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer, die Fachkunde im Strahlenschutz wird während dieser Zeit erworben.

Offene Stellen als Facharzt Nuklearmedizin

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