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Gesundheit & Pflege

Facharzt Strahlentherapie

Fachärztinnen und Fachärzte für Strahlentherapie behandeln vor allem Krebserkrankungen mit ionisierender Strahlung. Sie legen die Bestrahlung fest, planen sie gemeinsam mit Medizinphysik und Technik und begleiten die Patienten durch die oft wochenlange Therapie.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Strahlentherapie verdient

8.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.800 bis 16.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.800 € 7.200 € 8.000 € 86.400 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 8.400 € 10.000 € 100.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.000 € 16.000 € 132.000 €

An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte TdL, mit festen Entgeltgruppen für Facharzt, Oberarzt und leitenden Oberarzt; Dienste werden zusätzlich vergütet. In MVZ und Praxen wird frei verhandelt und oft deutlich mehr gezahlt, Chefarztverträge mit Beteiligungen liegen weit über den hier genannten Werten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Strahlentherapie?

Der Arbeitstag beginnt meist mit Erstgesprächen: Patienten mit Brust-, Prostata-, Lungen- oder Hirntumoren kommen mit Befunden aus Chirurgie, Onkologie und Radiologie. Die Ärztin prüft, ob und wie bestrahlt werden soll, klärt über Wirkung und Nebenwirkungen auf und holt die Einwilligung ein. Danach folgt die Planung am Bildschirm. Auf CT- und MRT-Aufnahmen werden Tumor und gefährdete Organe Schicht für Schicht eingezeichnet, Dosis und Fraktionierung festgelegt und der von der Medizinphysik berechnete Bestrahlungsplan geprüft und freigegeben. Während der Behandlung, die oft fünf bis sieben Wochen dauert, sieht der Arzt die Patienten regelmäßig, behandelt Hautreizungen, Übelkeit oder Schluckbeschwerden und passt die Therapie bei Bedarf an. Dazu kommen Tumorkonferenzen mit anderen Fachrichtungen, Nachsorgetermine, Arztbriefe und die Dokumentation nach Strahlenschutzrecht. Ein Teil der Arbeit ist palliativ: Bestrahlung gegen Knochenschmerzen oder Blutungen bei Menschen, die nicht mehr geheilt werden können.

Wie wird man Facharzt für Strahlentherapie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit anschließender Approbation. Danach folgt eine fünfjährige Weiterbildung als Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte, meist an einer Universitätsklinik oder einem größeren Krankenhaus mit strahlentherapeutischer Abteilung. In dieser Zeit erwirbt man auch die gesetzlich vorgeschriebene Fachkunde im Strahlenschutz. Die Weiterbildung endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Wer aus einem anderen Fachgebiet wie Innerer Medizin oder Radiologie wechselt, kann sich unter Umständen Zeiten anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Die Strahlentherapie gilt unter den ärztlichen Fächern als vergleichsweise planbar. Nachtdienste sind seltener als in der Chirurgie oder Inneren Medizin, an Kliniken gibt es aber Rufbereitschaften für Notfälle wie eine drohende Querschnittslähmung durch Metastasen. Die Belastung liegt woanders. Fast alle Patienten haben Krebs, viele sind schwer krank oder sterben während der Betreuungszeit. Gespräche über Prognosen und Therapieabbruch gehören zum Alltag und lassen sich nicht immer am Arbeitsplatz zurücklassen. Die Planung erfordert lange Konzentration am Bildschirm und hohe Genauigkeit, denn Fehler bei Zielvolumen oder Dosis können schwere Schäden verursachen. Wer die Technik nicht mag oder sich mit Physik schwertut, wird sich mit dem Fach schwer anfreunden. Hinzu kommen umfangreiche Dokumentationspflichten und regelmäßige Fortbildungen, um mit neuen Techniken wie bildgeführter oder stereotaktischer Bestrahlung Schritt zu halten.

Aussichten

Das Fach ist klein, die Zahl der Krebserkrankungen steigt mit der älter werdenden Bevölkerung. Entsprechend werden Fachärztinnen und Fachärzte gesucht, an Kliniken ebenso wie in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren. Die klassische Laufbahn führt über die Oberarztstelle bis zur Chefarztposition. Eine eigene Niederlassung ist wegen der teuren Geräte allein kaum zu stemmen, üblich sind Gemeinschaftspraxen oder die Anstellung in einem MVZ, das häufig zu größeren Trägern gehört. An Universitätskliniken bieten Forschung und Habilitation einen weiteren Weg, etwa in der Partikeltherapie oder Radiobiologie.

Aufgaben

  • Patienten aufklären und die Indikation zur Bestrahlung stellen
  • Tumor und Risikoorgane auf CT- und MRT-Bildern einzeichnen
  • Bestrahlungspläne mit der Medizinphysik abstimmen und freigeben
  • Patienten während der Therapie untersuchen und Nebenwirkungen behandeln
  • Fälle in interdisziplinären Tumorkonferenzen vorstellen
  • Nachsorgeuntersuchungen durchführen und Arztbriefe schreiben
  • Behandlungen nach Strahlenschutzrecht dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation
  • Facharztanerkennung nach fünfjähriger Weiterbildung
  • Fachkunde im Strahlenschutz
  • Verständnis für Physik, Bildgebung und Planungssoftware
  • Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit bei langer Bildschirmarbeit
  • Psychische Belastbarkeit im Umgang mit schwer kranken Menschen

Wo man arbeitet

  • Universitätskliniken
  • Krankenhäuser mit strahlentherapeutischer Abteilung
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Strahlentherapeutische Gemeinschaftspraxen
  • Partikeltherapiezentren

Der Weg in den Beruf

Nach dem rund sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Strahlentherapie an einer zugelassenen Klinik. Sie schließt mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer ab, die Fachkunde im Strahlenschutz wird in dieser Zeit erworben.

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