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Gesundheit & Pflege

Facharzt Psychiatrie

Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie erkennen und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen oder Demenzen, mit Medikamenten, Gesprächen und in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Psychiatrie verdient

8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.900 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.900 € 7.200 € 7.600 € 86.400 €
Mit Berufserfahrung 7.600 € 8.300 € 9.500 € 99.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 10.500 € 14.000 € 126.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, in kirchlichen Häusern die AVR; die Gehälter steigen dort nach Stufen und mit dem Wechsel in die Oberarzt-Entgeltgruppe. Bereitschaftsdienste bringen spürbare Zuschläge, und in der eigenen Praxis oder als Chefarzt hängt das Einkommen stark von Kassensitz, Privatpatienten, Gutachten und Vertragsverhandlung ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Psychiatrie?

Im Mittelpunkt stehen Menschen mit psychischen Erkrankungen: Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, bipolare Störungen, Abhängigkeiten, Demenz. Der Arbeitstag besteht aus Aufnahmegesprächen, Visiten auf der Station, Einzel- und Gruppentherapien und der Abstimmung im Team mit Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Ergotherapie. Fachärzte stellen Diagnosen, verordnen und überwachen Psychopharmaka, kontrollieren Laborwerte und EKG, schätzen Suizidgefahr und Fremdgefährdung ein und entscheiden über Unterbringungen nach dem jeweiligen Landesgesetz. Dazu kommen Gutachten für Gerichte, Behörden und Rentenversicherung sowie viel Dokumentation. Im Krankenhaus leiten Fachärzte meist eine Station und betreuen Assistenzärzte in der Weiterbildung, in der Praxis führen sie Sprechstunden und Psychotherapien in eigener Verantwortung.

Wie wird man Facharzt für Psychiatrie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern 60 Monate dauert. Sie umfasst Stationsarbeit, eine Zeit in der Neurologie und eine umfangreiche Psychotherapie-Ausbildung mit Theorie, Selbsterfahrung und supervidierten Behandlungsfällen. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Die Weiterbildung findet in einer bezahlten Anstellung als Assistenzarzt statt. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Ärzte aus anderen Fachrichtungen können wechseln und sich passende Zeiten teilweise anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Die körperliche Belastung ist geringer als in operativen Fächern, die seelische dafür hoch. Fachärzte begegnen schweren Lebensgeschichten, Suiziden und Suizidversuchen, aggressiven oder verwirrten Patienten und Menschen, die gegen ihren Willen behandelt werden. Entscheidungen über Zwangsmaßnahmen sind rechtlich und ethisch heikel. Im Krankenhaus gehören Nachtdienste, Wochenenddienste und Rufbereitschaften dazu, oft mit Verantwortung für die gesamte Klinik. Behandlungserfolge stellen sich langsam ein, Rückfälle sind häufig. Gebraucht werden Geduld, Abgrenzungsfähigkeit, sichere Gesprächsführung und die Bereitschaft, die eigene Arbeit in Supervision zu reflektieren. Personalmangel führt in vielen Kliniken zu hoher Arbeitsdichte und langen Wartezeiten für Patienten, was zusätzlich Druck erzeugt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. Psychische Erkrankungen werden häufiger diagnostiziert, die Bevölkerung altert, und viele Kliniken suchen dauerhaft Fachärzte, besonders außerhalb der Großstädte. Wer sich niederlassen will, braucht einen kassenärztlichen Sitz, der in Ballungsräumen schwer zu bekommen ist, auf dem Land dagegen oft frei bleibt. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt, in die eigene Praxis oder ein medizinisches Versorgungszentrum, in die Gutachtertätigkeit, die Forensik oder die Forschung. Zusatzbezeichnungen wie Suchtmedizin, Geriatrie oder Schlafmedizin und Schwerpunkte wie forensische Psychiatrie erweitern die Möglichkeiten.

Aufgaben

  • Aufnahme- und Diagnosegespräche führen und psychopathologische Befunde erheben
  • Psychopharmaka verordnen, Wirkung und Nebenwirkungen überwachen
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchführen
  • Suizidalität und Fremdgefährdung einschätzen und über Unterbringungen entscheiden
  • Visiten leiten und Behandlungspläne mit Pflege, Psychologie und Sozialdienst abstimmen
  • Gutachten für Gerichte, Behörden und Versicherungen erstellen
  • Assistenzärzte in der Weiterbildung anleiten und supervidieren
  • Nacht- und Bereitschaftsdienste übernehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung für Psychiatrie und Psychotherapie durch die Landesärztekammer
  • Sichere Gesprächsführung und Fähigkeit zur Krisenintervention
  • Psychische Belastbarkeit und Abgrenzungsfähigkeit
  • Kenntnisse im Betreuungs- und Unterbringungsrecht
  • Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten im Krankenhaus

Wo man arbeitet

  • Psychiatrische Fachkliniken und psychiatrische Abteilungen in Allgemeinkrankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Eigene Praxis oder medizinisches Versorgungszentrum
  • Forensische Kliniken und Justizvollzug
  • Rehabilitationskliniken für Psychosomatik und Sucht
  • Sozialpsychiatrische Dienste der Gesundheitsämter

Der Weg in den Beruf

Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation folgt eine fünfjährige Weiterbildung als angestellter Assistenzarzt in Klinik und Praxis, einschließlich Neurologie und Psychotherapie-Ausbildung. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer und der Anerkennung als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

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