Facharzt Psychosomatik
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandeln Menschen, deren körperliche Beschwerden eng mit seelischen Belastungen verbunden sind, etwa bei Schmerzstörungen, Essstörungen, Depressionen oder Traumafolgen. Sie verbinden ärztliche Diagnostik mit Psychotherapie.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Psychosomatik verdient
8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 13.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.500 € | 7.000 € | 7.800 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.200 € | 8.000 € | 9.000 € | 96.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 10.000 € | 13.000 € | 120.000 € |
In kommunalen und universitären Kliniken gelten der TV-Ärzte/VKA bzw. der TV-Ärzte/TdL, die Facharztgehälter eng nach Berufsjahren staffeln; Rehakliniken privater Träger zahlen oft nach Haustarif und teils darunter. Bereitschaftsdienste, Oberarzt- und Chefarztpositionen sowie die Niederlassung mit eigenem Kassensitz sorgen für die größte Spreizung nach oben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Psychosomatik?
Im Mittelpunkt stehen Patientinnen und Patienten, bei denen Körper und Psyche nicht getrennt betrachtet werden können: chronische Rückenschmerzen ohne ausreichenden organischen Befund, Reizdarm, Tinnitus, Magersucht, Erschöpfungszustände, Angst- und Traumafolgestörungen oder die seelische Verarbeitung schwerer Erkrankungen wie Krebs. Der Arbeitstag besteht zu einem großen Teil aus Gesprächen. Dazu gehören Erstgespräche mit ausführlicher Anamnese, Einzel- und Gruppentherapien, Visiten auf der Station und Fallbesprechungen im Team mit Pflege, Psychologie, Physio-, Kunst- und Körpertherapie. Als Ärzte prüfen sie auch körperliche Befunde, ordnen Laborwerte und Bildgebung ein, verordnen bei Bedarf Medikamente und grenzen organische Ursachen ab. In Akutkliniken kommen Konsiliardienste auf anderen Stationen hinzu. Dokumentation, Arztbriefe, Anträge an Kostenträger und Gutachten nehmen viel Zeit ein.
Wie wird man Facharzt für Psychosomatik?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens fünf Jahren an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Sie umfasst neben der Psychosomatik auch Abschnitte in der Inneren Medizin oder Allgemeinmedizin sowie in der Psychiatrie. Hinzu kommt eine fundierte psychotherapeutische Ausbildung in einem anerkannten Verfahren, meist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie, mit Theorie, Selbsterfahrung, Balintgruppen und supervidierten Behandlungen. Die Weiterbildung endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärzte aus anderen Fachgebieten können wechseln, müssen aber die geforderten Inhalte nachholen, wobei einzelne Zeiten angerechnet werden können.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich wenig anstrengend, seelisch aber fordernd. Wer täglich Berichte über Gewalt, Missbrauch, Suizidgedanken oder lange Leidensgeschichten hört, braucht stabile Abgrenzung und nutzt Supervision nicht als Pflicht, sondern zum Selbstschutz. Behandlungserfolge stellen sich oft langsam ein, Rückfälle gehören dazu, und manche Patienten lehnen eine seelische Erklärung ihrer Beschwerden zunächst ab. Die Weiterbildung ist lang, die Kosten für Selbsterfahrung und Therapieausbildung tragen Ärzte teils selbst. In Akutkliniken gibt es Bereitschafts- und Nachtdienste, in Rehakliniken sind die Arbeitszeiten meist regelmäßig. Der Dokumentationsaufwand gegenüber Krankenkassen und Rentenversicherung ist hoch.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Psychische und psychosomatische Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für lange Arbeitsunfähigkeit, Wartezeiten auf Therapieplätze betragen oft Monate, und viele Kliniken suchen Fach- und Oberärzte, besonders außerhalb der Großstädte. Nach der Facharztprüfung führen Wege zur Oberarzt- oder Chefarztposition, in die eigene Praxis mit Kassensitz, in Rehakliniken, Tageskliniken oder die Gutachtertätigkeit. Zusatzqualifikationen wie spezielle Schmerztherapie, Traumatherapie oder Sozialmedizin erweitern die Möglichkeiten. Kassensitze sind in manchen Regionen knapp und werden teils teuer übernommen; die Einnahmen einer Praxis sind durch die zeitgebundene Abrechnung von Therapiestunden begrenzt.
Aufgaben
- Erstgespräche und ausführliche Anamnesen führen
- Körperliche Befunde, Labor und Vorbefunde einordnen und organische Ursachen abgrenzen
- Einzel- und Gruppenpsychotherapien durchführen
- Therapiepläne im multiprofessionellen Team abstimmen
- Medikamente verordnen und deren Wirkung überwachen
- Konsile auf anderen Stationen übernehmen
- Arztbriefe, Berichte und Gutachten für Kostenträger schreiben
- Assistenzärzte in der Weiterbildung anleiten und supervidieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung der Landesärztekammer nach mindestens fünfjähriger Weiterbildung
- Psychotherapeutische Qualifikation mit Selbsterfahrung und Supervision
- Fähigkeit zu geduldiger, genauer Gesprächsführung
- Psychische Belastbarkeit und gute Abgrenzungsfähigkeit
- Sichere deutsche Sprachkenntnisse auf hohem Niveau
Wo man arbeitet
- Psychosomatische Akutkliniken und Fachabteilungen in Krankenhäusern
- Psychosomatische Rehabilitationskliniken
- Tageskliniken und Ambulanzen
- Eigene Praxis oder Gemeinschaftspraxis
- Universitätskliniken
- Begutachtungsstellen, etwa der Rentenversicherung
Der Weg in den Beruf
Nach dem rund sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung mit Abschnitten in Innerer Medizin oder Allgemeinmedizin und Psychiatrie sowie einer psychotherapeutischen Ausbildung. Sie schließt mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer ab.
Offene Stellen als Facharzt Psychosomatik
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