Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse
Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse bereiten Unternehmensdaten auf, werten sie aus und untersuchen digitale Geschäftsprozesse, um Abläufe nachvollziehbar und effizienter zu machen. Der Beruf ist seit 2020 eine eigene Fachrichtung der dualen IT-Ausbildung.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse verdient
4.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.900 bis 6.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 4.900 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.300 € | 6.500 € | 63.600 € |
Am stärksten wirken Branche und Tarifbindung: In der Metall- und Elektroindustrie nach IG-Metall-Tarif sowie bei Banken und Versicherungen liegen die Gehälter deutlich höher als bei kleinen IT-Dienstleistern ohne Tarif, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD oder TV-L. Daneben zahlen Großunternehmen in Süddeutschland und Ballungsräumen spürbar mehr als kleine Betriebe in ländlichen Regionen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse?
Im Mittelpunkt stehen Daten, die in Unternehmen ohnehin anfallen: Bestellungen, Lagerbewegungen, Maschinenwerte, Kundenanfragen. Fachinformatiker dieser Fachrichtung holen diese Daten aus Datenbanken und Fachanwendungen, prüfen sie auf Lücken und Fehler, bereinigen und verknüpfen sie. Anschließend werten sie die Daten aus, meist mit SQL, Python oder Werkzeugen wie Power BI, und bereiten die Ergebnisse in Berichten und Dashboards für Fachabteilungen auf. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Prozessanalyse: Wie läuft eine Rechnungsfreigabe oder eine Materialbestellung tatsächlich ab, wo entstehen Wartezeiten, wo wird doppelt gearbeitet? Solche Abläufe werden dokumentiert, modelliert und mit Vorschlägen zur Automatisierung versehen. Dazu kommen Gespräche mit Kolleginnen aus Einkauf, Produktion oder Controlling, deren Anforderungen in technische Lösungen übersetzt werden müssen, sowie Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit.
Wie wird man Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung mit Abschlussprüfung vor der IHK. Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend Bewerber mit Abitur, Fachhochschulreife oder einem guten mittleren Abschluss ein. Gute Noten in Mathematik helfen spürbar. Mit Abitur oder sehr guten Leistungen lässt sich die Ausbildung oft verkürzen. Eine Umschulung über die Agentur für Arbeit dauert in der Regel zwei Jahre. Quereinsteiger ohne Abschluss, etwa aus kaufmännischen Berufen mit viel Excel- und Datenbankerfahrung, können über die Externenprüfung zum Abschluss kommen, wenn sie entsprechende Berufspraxis nachweisen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast ausschließlich am Bildschirm statt, oft viele Stunden am Stück. Wer sich gern bewegt oder mit den Händen arbeitet, wird damit nicht glücklich. Verlangt werden Genauigkeit und Geduld: Ein großer Teil der Zeit geht nicht in spannende Auswertungen, sondern in das Aufspüren falscher Datensätze und unklarer Feldbedeutungen. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, Schichtdienst ist selten, mobiles Arbeiten verbreitet. Zum Monats- oder Jahresabschluss und vor Projektterminen kann es eng werden. Schwer fällt vielen der Spagat zwischen Technik und Fachabteilung: Ergebnisse müssen verständlich erklärt werden, auch wenn sie unbequem sind. Weil sich Werkzeuge und Programmiersprachen schnell ändern, ist ständiges Weiterlernen Teil des Berufs. In der Ausbildung ist die theoretische Seite mit Statistik und Datenbankmodellierung für manche anspruchsvoller als erwartet.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachkräften, die mit Daten umgehen können, ist hoch und wächst mit der Digitalisierung von Verwaltung und Industrie. Weil die Fachrichtung noch jung ist, kennen manche Betriebe sie nicht und suchen eher nach Fachinformatikern für Anwendungsentwicklung oder nach Studierten. Erfahrene Kräfte entwickeln sich in Richtung Data Analyst, Business-Intelligence-Entwickler, Data Engineer oder Prozessberater. Aufstiegsfortbildungen wie der Geprüfte IT-Spezialist oder der Bachelor Professional in IT sind möglich, ebenso ein berufsbegleitendes Studium in Data Science oder Wirtschaftsinformatik.
Aufgaben
- Daten aus Datenbanken und Fachanwendungen abfragen und zusammenführen
- Datensätze auf Fehler, Dubletten und Lücken prüfen und bereinigen
- Auswertungen mit SQL, Python oder Tabellenkalkulation erstellen
- Berichte und Dashboards für Fachabteilungen aufbauen und pflegen
- Geschäftsprozesse aufnehmen, dokumentieren und modellieren
- Vorschläge zur Automatisierung von Abläufen erarbeiten
- Anforderungen mit Fachabteilungen abstimmen
- Vorgaben zu Datenschutz und Datensicherheit umsetzen
Voraussetzungen
- In der Praxis meist Abitur, Fachhochschulreife oder guter mittlerer Schulabschluss
- Sicherer Umgang mit Zahlen und Grundverständnis für Statistik
- Logisches Denken und Freude am Programmieren
- Sorgfalt und Ausdauer bei kleinteiliger Fehlersuche
- Englischkenntnisse zum Lesen technischer Dokumentation
- Fähigkeit, technische Ergebnisse verständlich zu erklären
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen
- Handels- und Logistikunternehmen
- Banken und Versicherungen
- IT-Dienstleister und Beratungen
- Öffentliche Verwaltung
- Krankenhäuser und Gesundheitswesen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Eine Verkürzung auf zweieinhalb oder zwei Jahre ist bei guten Leistungen möglich, Umschulungen dauern meist zwei Jahre.
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