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IT & Software

Fachinformatiker für Systemintegration Defence

Fachinformatiker für Systemintegration Defence planen, installieren und betreuen IT-Systeme und Netzwerke für Streitkräfte und Rüstungsunternehmen, oft in abgeschotteten, als Verschlusssache eingestuften Umgebungen. Neben der klassischen Administration gehören Sicherheitsauflagen, Verschlüsselungstechnik und Einsätze im Feld zum Alltag.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fachinformatiker für Systemintegration Defence verdient

4.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.100 bis 6.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €

Große Rüstungsunternehmen zahlen meist nach dem ERA-Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie und liegen damit über kleineren, nicht tarifgebundenen Zulieferern; die Bundeswehrverwaltung zahlt nach TVöD Bund, IT-Dienstleister des Bundes nach eigenen Haustarifen. Spürbare Aufschläge bringen höhere Sicherheitsfreigaben, Spezialisierung auf Kryptotechnik sowie Reise- und Auslandszulagen bei Feldeinsätzen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fachinformatiker für Systemintegration Defence?

Die Arbeit ähnelt der in jeder anderen IT-Abteilung: Server aufsetzen, Netzwerke konfigurieren, Clients ausrollen, Störungen beheben, Systeme dokumentieren. Der Unterschied liegt im Umfeld. Viele Systeme verarbeiten Verschlusssachen und sind vom Internet getrennt. Updates kommen nicht automatisch, sondern werden geprüft, freigegeben und per Datenträger eingespielt. Kryptogeräte, Firewalls und gehärtete Betriebssysteme müssen nach Vorgaben des BSI und des Auftraggebers eingerichtet werden, jede Änderung wird nachvollziehbar protokolliert. Hinzu kommt mobile Technik: Gefechtsstands- und Führungssysteme in Containern, Fahrzeugen oder Shelter-Kabinen, die vor Auslieferung aufgebaut, getestet und bei Truppenversuchen, Übungen oder Abnahmen vor Ort betreut werden. Ein Teil der Arbeit findet daher nicht am Schreibtisch statt, sondern auf Truppenübungsplätzen, in Hallen oder bei Kunden im In- und Ausland.

Wie wird man Fachinformatiker für Systemintegration Defence?

Die Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fachinformatiker in der Fachrichtung Systemintegration mit IHK-Abschluss. Rüstungsunternehmen, IT-Dienstleister der Bundeswehr und die Bundeswehr selbst bilden aus; bei der Bundeswehr ist das auch als Soldat auf Zeit möglich. Das Defence-spezifische Wissen, etwa zum Umgang mit Verschlusssachen, zu militärischen Funk- und Führungssystemen oder zu Zulassungsverfahren, wird meist im Betrieb vermittelt. Quereinsteiger aus der zivilen Administration werden gesucht, sofern sie eine Sicherheitsüberprüfung bestehen. Häufig ist die deutsche Staatsangehörigkeit Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Die Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz dauert oft mehrere Monate und erfasst auch das private Umfeld: Angaben zu Partnern, Wohnorten, Finanzen und Auslandskontakten. Reisen in bestimmte Länder müssen gemeldet werden. Im Arbeitsalltag bedeutet das Sperrbereiche, abgegebene Smartphones, strenge Regeln für Datenträger und wenig Spielraum für eigene Lösungswege. Wer gern mit aktuellen Cloud-Diensten arbeitet, stößt hier auf ältere, lange zugelassene Technik und langsame Freigabeprozesse. Bei Feldeinsätzen und Tests sind Reisen, lange Tage, Arbeit bei Kälte und Nässe sowie das Tragen schwerer Ausrüstung möglich. Rufbereitschaft kommt vor. Nicht zuletzt arbeitet man der Rüstung zu; mit dieser Tatsache sollte man sich vor dem Einstieg ehrlich auseinandersetzen.

Aussichten

Seit dem deutlichen Anstieg der Verteidigungsausgaben suchen Rüstungskonzerne, mittelständische Zulieferer, IT-Dienstleister des Bundes und die Bundeswehr selbst dringend Fachkräfte mit Sicherheitsfreigabe. Weil die Überprüfung Zeit kostet, sind bereits überprüfte Kräfte besonders gefragt, die Stellen gelten als vergleichsweise krisenfest. Entwicklungswege führen zur Spezialisierung in IT-Sicherheit oder Kryptotechnik, zur Rolle als IT-Sicherheitsbeauftragter, zur Weiterbildung als staatlich geprüfter Techniker oder IT-Fachwirt, in die Projektleitung oder über ein Informatikstudium in Entwicklung und Systemarchitektur.

Aufgaben

  • Server, Netzwerke und Arbeitsplätze in abgeschotteten Umgebungen einrichten und betreuen
  • Kryptogeräte und Firewalls nach Sicherheitsvorgaben konfigurieren
  • Updates prüfen und offline in Verschlusssachen-Systeme einspielen
  • Mobile Führungssysteme in Containern oder Fahrzeugen aufbauen und testen
  • Kunden bei Übungen, Truppenversuchen und Abnahmen vor Ort unterstützen
  • Konfigurationen und Änderungen für Zulassungsverfahren dokumentieren
  • Störungen eingrenzen und beheben, teils in Rufbereitschaft

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Fachinformatiker Systemintegration oder vergleichbare IT-Qualifikation
  • Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz
  • Häufig deutsche Staatsangehörigkeit
  • Kenntnisse in Netzwerktechnik, Windows- und Linux-Administration
  • Sorgfalt und Disziplin im Umgang mit Sicherheitsvorschriften
  • Reisebereitschaft und körperliche Belastbarkeit für Feldeinsätze
  • Gute Englischkenntnisse für technische Dokumentation und internationale Projekte

Wo man arbeitet

  • Rüstungsunternehmen
  • Zulieferer für Verteidigungstechnik
  • IT-Dienstleister der Bundeswehr
  • Bundeswehr und Bundeswehrverwaltung
  • Truppenübungsplätze und Testgelände

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration mit IHK-Prüfung, die in Rüstungsbetrieben oder bei der Bundeswehr absolviert werden kann. Das Wissen zu Verschlusssachen und militärischen Systemen wird anschließend im Betrieb aufgebaut. Quereinsteiger aus der zivilen IT werden nach bestandener Sicherheitsüberprüfung eingearbeitet.

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