Fahrdienst
Fahrerinnen und Fahrer im Fahrdienst bringen Menschen mit Behinderung, ältere oder kranke Menschen sicher zu Werkstätten, Schulen, Tagespflegen, Arztpraxen und Dialysezentren. Sie helfen beim Ein- und Aussteigen und sichern Rollstühle im Fahrzeug.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fahrdienst verdient
2.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.400 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.400 € | 2.700 € | 28.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.350 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € |
Viele Fahrdienste zahlen kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, und wegen der geteilten Touren sind Vollzeitstellen selten. Deutlich besser gestellt ist, wer bei einem tarifgebundenen Träger arbeitet, etwa nach dem TVöD, den AVR von Caritas oder Diakonie oder dem DRK-Reformtarifvertrag.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fahrdienst?
Der Arbeitstag beginnt meist früh am Morgen. Mit einem Pkw oder Kleinbus fahren die Beschäftigten eine feste Tour ab und holen ihre Fahrgäste zu Hause ab: Kinder mit Behinderung für die Förderschule, Erwachsene für die Werkstatt, ältere Menschen für die Tagespflege, Patientinnen und Patienten für die Dialyse oder die Strahlentherapie. An der Haustür helfen sie beim Anziehen der Jacke, führen Menschen mit Gehhilfe zum Fahrzeug, schieben Rollstühle über die Rampe oder den Hublift und sichern sie mit Gurtsystemen. Unterwegs achten sie auf das Befinden der Fahrgäste, beruhigen unruhige Mitfahrende und reagieren bei einem Notfall mit Erster Hilfe. Am Ziel übergeben sie die Menschen an das Personal der Einrichtung. Am Nachmittag folgt die Rückfahrt. Dazu kommen Fahrtenbuch, Abfahrtskontrolle, Reinigung und Desinfektion des Fahrzeugs sowie Absprachen mit der Disposition, wenn sich Termine ändern oder ein Fahrgast krank ist. Der Fahrdienst ist kein Rettungsdienst: Es geht um planbare Fahrten, nicht um Einsätze mit Blaulicht.
Wie wird man Fahrdienst?
Eine eigene Berufsausbildung gibt es nicht. Der Fahrdienst ist ein typisches Feld für Quereinsteiger, Menschen im Ruhestand, Studierende und Eltern, die eine Teilzeitstelle suchen. Voraussetzung ist ein Führerschein der Klasse B, oft mit einigen Jahren Fahrpraxis. Für Krankenfahrten im Auftrag von Krankenkassen und für Mietwagenverkehr verlangen viele Betriebe die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, den sogenannten P-Schein, der beim Straßenverkehrsamt beantragt wird und ärztliche Untersuchungen sowie ein Führungszeugnis erfordert. Für größere Busse ist die Klasse D1 nötig. Die Arbeitgeber schulen in der Regel selbst: Umgang mit Rollstuhl und Lift, Sicherung von Fahrgästen, Erste Hilfe und Grundwissen über Behinderungen und Demenz. Wer mit Kindern fährt, braucht ein erweitertes Führungszeugnis.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind geteilt: eine Tour am frühen Morgen, eine am Nachmittag, dazwischen oft eine unbezahlte Pause von mehreren Stunden. Deshalb sind viele Stellen Teilzeit- oder Minijobs, und eine echte Vollzeitstelle ist nicht überall zu finden. Die Bezahlung liegt häufig nahe am Mindestlohn. Körperlich fordert die Arbeit mehr, als viele erwarten: Rollstühle über Bordsteine schieben, Menschen stützen, Treppen in Altbauten bewältigen, bei jedem Wetter. Dazu kommt der Druck durch Berufsverkehr und enge Zeitpläne, während die Fahrgäste Ruhe und Geduld brauchen. Manche Mitfahrende sind laut, ängstlich oder verwirrt, manche schwer krank. Wer diese Menschen über Monate täglich fährt, baut eine Beziehung auf, und auch der Tod eines Fahrgastes gehört dazu. Verlässlichkeit, Freundlichkeit und ein ruhiger Fahrstil sind wichtiger als Ortskenntnis.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wächst mit der Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen, mit Dialysepatienten und mit dem Ausbau der Tagespflege. Viele Wohlfahrtsverbände und private Unternehmen suchen dauerhaft Personal, gerade für die Morgenstunden. Aufstiegswege sind begrenzt, aber vorhanden: Erfahrene Fahrerinnen und Fahrer können in die Disposition oder die Leitung eines Fahrdienstes wechseln. Wer sich weiterbilden möchte, findet über eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter den Weg in den Krankentransport. Auch der Wechsel in die Betreuung, etwa als Betreuungskraft in der Tagespflege, liegt nahe.
Aufgaben
- Fahrgäste nach festem Tourenplan zu Hause abholen und zu Einrichtungen bringen
- beim Ein- und Aussteigen helfen und Menschen mit Gehhilfen begleiten
- Rollstühle über Rampe oder Hublift verladen und mit Gurtsystemen sichern
- auf das Befinden der Fahrgäste achten und im Notfall Erste Hilfe leisten
- Fahrgäste an das Personal von Schule, Werkstatt oder Tagespflege übergeben
- Fahrzeug vor Fahrtantritt kontrollieren, reinigen und desinfizieren
- Fahrtenbuch führen und Änderungen mit der Disposition absprechen
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse B, oft mit mehreren Jahren Fahrpraxis
- Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung (P-Schein) bei Krankenfahrten, Klasse D1 für größere Busse
- Führungszeugnis, bei Fahrten mit Kindern ein erweitertes
- Erste-Hilfe-Kenntnisse
- körperliche Belastbarkeit beim Schieben von Rollstühlen und Stützen von Menschen
- Geduld, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit im Umgang mit kranken und behinderten Menschen
Wo man arbeitet
- Fahrdienste von Wohlfahrtsverbänden wie DRK, Malteser, Johanniter oder ASB
- private Unternehmen für Kranken- und Behindertenfahrten
- Werkstätten für Menschen mit Behinderung
- Tagespflegeeinrichtungen und Seniorenheime
- Taxi- und Mietwagenunternehmen mit Krankenfahrten
Der Weg in den Beruf
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht, der Einstieg erfolgt über den Führerschein Klasse B und eine Einarbeitung durch den Arbeitgeber von wenigen Tagen bis Wochen. Für Krankenfahrten kommt häufig der P-Schein hinzu, der nach ärztlicher Untersuchung beim Straßenverkehrsamt beantragt wird.
Offene Stellen als Fahrdienst
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Fahrdienst - Fahrer im Schülerverkehr (m/w/d)
Verwandte Berufe
Betreuungskraft
Betreuungskräfte begleiten pflegebedürftige, oft demenziell erkrankte Menschen im Alltag. Sie gestalten Beschäftigung, Gespräche und Gruppenangebote, übernehmen aber keine Grundpflege.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 2.500 – 3.400 €
Rettungssanitäter
Rettungssanitäter versorgen Notfallpatienten gemeinsam mit Notfallsanitätern und Notärzten, fahren Rettungswagen und übernehmen den qualifizierten Krankentransport.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 2.750 – 3.800 €
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