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Bildung & Soziales

Fahrlehrer

Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer bereiten Menschen in Theorie und Praxis auf die Führerscheinprüfung vor. Sie unterrichten im Schulungsraum und sitzen den größten Teil des Tages auf dem Beifahrersitz mit Doppelpedal.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fahrlehrer verdient

3.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Einen flächendeckenden Tarifvertrag gibt es nicht, die Bezahlung wird in jeder Fahrschule frei verhandelt und hängt stark von der Zahl der Fahrstunden, der Region und den erworbenen Klassen ab. Fahrlehrer mit Lkw- und Busklassen sowie Fahrschulleiter verdienen deutlich mehr, Selbstständige tragen dagegen das volle unternehmerische Risiko.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrlehrer?

Der Kern der Arbeit ist die Fahrstunde. Fahrlehrer erklären Anfahren, Spurwechsel und Vorfahrtsregeln, beobachten den Verkehr für zwei, greifen über die Doppelbedienung ein, wenn es brenzlig wird, und sprechen jede Stunde nach. Dazu kommen Sonderfahrten auf Autobahn und Landstraße sowie in der Dunkelheit. Im Schulungsraum halten sie den theoretischen Unterricht zu Verkehrsrecht, Technik und Gefahrenlehre. Sie entscheiden, wann jemand reif für die Prüfung ist, begleiten die praktische Prüfung mit dem Prüfer von TÜV oder DEKRA und dokumentieren den Ausbildungsstand. Wer zusätzliche Klassen erworben hat, bildet auch auf Motorrad, Lkw oder Bus aus, oft für Berufskraftfahrer. Kleinere Aufgaben wie Fahrzeugpflege, Terminplanung und Elterngespräche gehören in vielen Fahrschulen dazu.

Wie wird man Fahrlehrer?

Eine klassische Berufsausbildung gibt es nicht. Der Weg führt über eine Fahrlehrerausbildungsstätte und ist im Fahrlehrergesetz geregelt. Vorausgesetzt werden ein Mindestalter von 21 Jahren, die Fahrerlaubnis der Klasse B, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein gleichwertiger Abschluss sowie gesundheitliche und persönliche Eignung. Die Ausbildung für die Grundklasse BE dauert rund zwölf Monate: mehrere Monate Unterricht an der Ausbildungsstätte, danach ein Praktikum an einer Ausbildungsfahrschule. Am Ende stehen eine fahrpraktische Prüfung, eine Fachkundeprüfung und Lehrproben in Theorie und Praxis. Die Kosten liegen im fünfstelligen Bereich, lassen sich aber oft über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur oder das Aufstiegs-BAföG finanzieren. Viele kommen als Quereinsteiger aus Handwerk, Logistik, Polizei oder Bundeswehr. Die Klassen A, CE und DE lassen sich später als Erweiterung erwerben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Fahrschülern, und die haben vormittags Schule oder Arbeit. Fahrstunden liegen deshalb häufig am Nachmittag, am Abend und am Samstag. Acht oder mehr Stunden am Tag im Auto bedeuten langes Sitzen und ständige Konzentration, denn der Fahrlehrer ist rechtlich der Fahrzeugführer und haftet mit. Nervöse, ungeduldige oder überforderte Schüler verlangen Geduld, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, dieselbe Sache zum zehnten Mal ruhig zu erklären. Gefährliche Situationen gehören zum Alltag. Hinzu kommt Druck von Eltern und Schülern, die schnell und billig zum Führerschein wollen. In kleinen Fahrschulen fehlt oft ein fester Rahmen für Pausen und Urlaub.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Das Durchschnittsalter in der Branche liegt weit über 50, in den kommenden Jahren geht ein großer Teil in Rente, und Fahrschulen in vielen Regionen haben lange Wartelisten. Besonders gesucht sind Fahrlehrer mit Lkw- und Busklassen. Nach mindestens zwei Jahren hauptberuflicher Tätigkeit und einem Lehrgang zur Betriebsführung ist die Fahrschulerlaubnis möglich, also die Leitung oder Gründung einer eigenen Fahrschule. Weitere Wege sind die Seminarerlaubnis für Aufbau- und Fahreignungsseminare, Fahrsicherheitstrainings oder die Tätigkeit an einer Fahrlehrerausbildungsstätte.

Aufgaben

  • Fahrstunden in Stadt, auf Landstraße und Autobahn durchführen
  • Über die Doppelbedienung eingreifen, wenn Gefahr droht
  • Theorieunterricht zu Verkehrsrecht, Technik und Gefahrenlehre halten
  • Lernstand beurteilen und Fahrschüler zur Prüfung anmelden
  • Praktische Prüfungen gemeinsam mit dem amtlichen Prüfer begleiten
  • Ausbildungsnachweise führen und Fahrstunden planen
  • Lkw-, Bus- oder Motorradausbildung übernehmen, sofern die Klassen vorhanden sind

Voraussetzungen

  • Mindestalter 21 Jahre und Fahrerlaubnis der Klasse B
  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder gleichwertige Vorbildung
  • Bestandene Fahrlehrerprüfung nach dem Fahrlehrergesetz
  • Ärztliches Gutachten zur gesundheitlichen Eignung und einwandfreies Führungszeugnis
  • Geduld, Ruhe in Stresssituationen und Freude am Erklären
  • Bereitschaft zu Arbeit am Abend und am Samstag

Wo man arbeitet

  • Fahrschulen
  • Bundeswehr und Polizei
  • Speditionen und Verkehrsbetriebe mit eigener Fahrausbildung
  • Fahrlehrerausbildungsstätten
  • Fahrsicherheitszentren

Der Weg in den Beruf

Die Ausbildung zur Fahrerlaubnisklasse BE dauert rund zwölf Monate und besteht aus Unterricht an einer Fahrlehrerausbildungsstätte und einem Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule. Sie endet mit der staatlichen Fahrlehrerprüfung und der Fahrlehrerlaubnis, die sich später um die Klassen A, CE und DE erweitern lässt.

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