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Handwerk & Produktion

Feinoptiker

Feinoptiker stellen optische Bauteile wie Linsen, Prismen, Spiegel und Filter her. Sie schleifen, polieren, beschichten und prüfen Glas und Kristalle mit Genauigkeiten im Bereich von Millionstel Millimetern.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Feinoptiker verdient

3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.700 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.400 € 3.900 € 4.700 € 46.800 €

Am meisten hängt das Gehalt davon ab, ob der Betrieb nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA, IG Metall) zahlt, wie es viele große Optikhersteller tun, oder ob es sich um einen kleinen Handwerks- oder nicht tarifgebundenen Betrieb handelt, der oft deutlich darunter liegt. Schichtzulagen in Werken mit Mehrschichtbetrieb kommen zu den genannten Werten hinzu.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Feinoptiker?

Feinoptiker fertigen die optischen Teile, die in Kameraobjektiven, Mikroskopen, Lasern, medizinischen Geräten oder Belichtungsanlagen für die Chipherstellung stecken. Ausgangsmaterial sind optisches Glas, Quarzglas, Kristalle oder Keramik. Zuerst wird der Rohling zugeschnitten, dann auf CNC-Maschinen oder von Hand vorgeschliffen, feingeschliffen und poliert, bis die Oberfläche die geforderte Form und Glätte hat. Danach werden die Teile gereinigt, gekittet, zentriert oder in Vakuumanlagen mit dünnen Schichten bedampft, die Reflexionen mindern oder bestimmte Wellenlängen durchlassen. Ein großer Teil der Arbeit ist Messen: Mit Interferometern, Profilometern und Mikroskopen prüfen Feinoptiker Radien, Planheit, Oberflächenfehler und Brechungseigenschaften und dokumentieren die Ergebnisse. In Betrieben mit Einzel- und Kleinserienfertigung kommt noch viel Handarbeit vor, in der Serienfertigung überwiegen das Einrichten, Programmieren und Überwachen von Maschinen.

Wie wird man Feinoptiker?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in Industrie oder Handwerk, die mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer endet. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerem Abschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik helfen, weil Berechnungen zu Radien, Toleranzen und Lichtbrechung zum Alltag gehören. Da der Beruf klein ist, gibt es nur wenige Berufsschulstandorte, Blockunterricht fern vom Wohnort ist deshalb häufig. Quereinsteiger aus Metall- oder Feinwerkberufen werden teils angelernt, ein anerkannter Abschluss lässt sich über eine Externenprüfung nachholen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert viel Geduld und eine ruhige Hand. Ein einziger Kratzer oder ein Staubkorn kann ein teures Bauteil unbrauchbar machen, und viele Arbeitsschritte wiederholen sich über Stunden. Lange Phasen am Mikroskop oder Messplatz belasten Augen und Nacken. Gearbeitet wird oft im Reinraum mit Schutzkleidung, Haube und Handschuhen, was auf Dauer anstrengend sein kann. Beim Schleifen und Reinigen kommen Kühlschmierstoffe, Poliermittel und Lösemittel zum Einsatz. In größeren Werken läuft die Fertigung im Zwei- oder Dreischichtbetrieb, kleinere Betriebe arbeiten meist im Tagdienst. Zeitdruck entsteht vor allem bei Kundenaufträgen mit festen Lieferterminen.

Aussichten

Feinoptiker sind gesucht, weil der Beruf wenig bekannt ist und jedes Jahr nur wenige ausgebildet werden. Nachfrage kommt vor allem aus der Halbleiterindustrie, der Laser- und Medizintechnik sowie aus Raumfahrt und Verteidigung. Die Arbeitsplätze konzentrieren sich allerdings auf bestimmte Regionen, etwa Jena, Wetzlar, Oberkochen, Mainz, Rathenow und den Raum München, wer dort nicht wohnt, muss mit Umzug oder längeren Wegen rechnen. Die Automatisierung verändert den Beruf: Handpolieren nimmt ab, Maschinenbedienung, Programmierung und Messtechnik gewinnen an Gewicht. Aufstiegswege führen über den Meister im Handwerk, den Industriemeister oder den staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Optik- oder Lasertechnik in Qualitätssicherung, Fertigungsleitung oder Arbeitsvorbereitung. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist auch ein Studium der Optotechnik oder Photonik möglich.

Aufgaben

  • Glasrohlinge zuschneiden und auf CNC-Maschinen schleifen
  • Linsen, Prismen und Spiegel feinschleifen und polieren
  • Optische Flächen mit Interferometer und Mikroskop prüfen
  • Bauteile in Vakuumanlagen beschichten
  • Linsen zentrieren und zu Baugruppen kitten
  • Maschinen einrichten, programmieren und überwachen
  • Messergebnisse und Fertigungsschritte dokumentieren
  • Bauteile im Reinraum reinigen und verpacken

Voraussetzungen

  • Meist mittlerer Schulabschluss, rechtlich kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben
  • Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
  • Sehr gutes Sehvermögen und Fingerfertigkeit
  • Geduld und Ausdauer bei sich wiederholenden Arbeitsschritten
  • Sorgfalt und Bereitschaft zur Arbeit im Reinraum
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit in größeren Betrieben

Wo man arbeitet

  • Hersteller optischer und feinmechanischer Geräte
  • Zulieferer der Halbleiterindustrie
  • Unternehmen der Laser- und Medizintechnik
  • Handwerksbetriebe für Präzisionsoptik
  • Forschungsinstitute und Hochschullabore
  • Firmen der Luft- und Raumfahrttechnik

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung zum Feinoptiker dauert drei Jahre und findet in Industrie oder Handwerk statt. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK oder der Handwerkskammer. Danach sind Weiterbildungen zum Meister, Industriemeister oder Techniker möglich.

Offene Stellen als Feinoptiker

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