Finanzbuchhalter
Bucht Geschäftsvorfälle, stimmt Konten ab und bereitet Monats- und Jahresabschlüsse vor – das Rückgrat des Rechnungswesens in Unternehmen und Kanzleien.
39 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Finanzbuchhalter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.950 € | 3.350 € | 3.750 € | 40.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.350 € | 3.900 € | 4.450 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.450 € | 5.200 € | 53.400 € |
Es gibt keinen branchenübergreifenden Tarif; die Werte orientieren sich an den Entgeltatlas-Größenordnungen der Bundesagentur und der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts. In tarifgebundenen Industrieunternehmen und im öffentlichen Dienst, dort etwa Entgeltgruppe 8 bis 9b TVöD, liegen die Werte oft am oberen Rand, in kleinen Betrieben am unteren.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Finanzbuchhalter sorgt dafür, dass jede Zahlung, jede Rechnung und jede Abschreibung dort landet, wo sie hingehört. Er bucht Eingangs- und Ausgangsrechnungen, gleicht Bankkonten ab, verfolgt offene Posten, bucht Anlagen zu und ab und bereitet die Umsatzsteuervoranmeldung vor. Am Monatsende grenzt er ab, bildet Rückstellungen und liefert die Zahlen, auf die das Controlling und die Geschäftsführung schauen. Beim Jahresabschluss arbeitet er dem Bilanzbuchhalter oder Steuerberater zu oder erstellt ihn in kleineren Unternehmen weitgehend selbst.
Der Alltag hat sich in den letzten Jahren verschoben. Belege kommen digital, werden automatisch ausgelesen und vorkontiert, die Bank liefert Umsätze per Schnittstelle, und die E-Rechnung ist im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen schrittweise Pflicht. Das nimmt dem Finanzbuchhalter Tipparbeit ab und verschiebt seine Aufgabe zum Prüfen, Klären und Korrigieren: Warum stimmt die Zahlung nicht mit der Rechnung überein, warum ist der Steuerschlüssel falsch, warum hängt ein Konto seit drei Monaten? Wer DATEV oder SAP FI sicher bedient, ist klar im Vorteil.
In diesem Bestand kommt ein erheblicher Teil der Anzeigen von Personaldienstleistern, die Finanzbuchhalter vermitteln oder überlassen, daneben stellen mittelständische Unternehmen direkt ein. Knapp ein Viertel der Stellen ist in Teilzeit möglich, was für kaufmännische Berufe überdurchschnittlich ist und dem Beruf entgegenkommt: Buchhaltung lässt sich gut planen, und viele Tätigkeiten funktionieren auch im Homeoffice. Die Titel reichen vom Junior bis zum erfahrenen Finanzbuchhalter.
Die Grenze zum Bilanzbuchhalter liegt in der Verantwortung für den Abschluss nach Handels- und Steuerrecht. Viele Finanzbuchhalter machen den Schritt über die IHK-Fortbildung zum Bilanzbuchhalter, der sich im Gehalt spürbar auswirkt. Andere wechseln ins Controlling oder übernehmen die Leitung einer Buchhaltungsabteilung.
Aufgaben
- Kreditoren- und Debitorenbuchungen erfassen und prüfen
- Bankkonten abstimmen und offene Posten klären
- Anlagenbuchhaltung und Abschreibungen führen
- Umsatzsteuervoranmeldungen und Meldungen vorbereiten
- Monatsabschlüsse mit Abgrenzungen und Rückstellungen erstellen
- Jahresabschluss für Steuerberater oder Bilanzbuchhaltung vorbereiten
- Zahlungsverkehr und Mahnwesen betreuen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt Rechnungswesen oder vergleichbares Studium
- Sichere Kenntnisse in Handels- und Umsatzsteuerrecht
- Erfahrung mit DATEV, SAP FI oder einer vergleichbaren Finanzsoftware
- Gute Excel-Kenntnisse
- Genauigkeit und Termintreue
- Weiterbildung zum Finanzbuchhalter oder Bilanzbuchhalter von Vorteil
Wo man arbeitet
- Mittelständische Industrie- und Handelsunternehmen
- Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien
- Konzern-Shared-Service-Center
- Öffentliche und gemeinnützige Einrichtungen
- Personaldienstleister mit Einsatz in Kundenunternehmen
Der Weg in den Beruf
Die meisten Finanzbuchhalter kommen aus einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter, und haben sich im Rechnungswesen spezialisiert. Lehrgänge zum Finanzbuchhalter bieten IHKs und private Anbieter an, eine bundeseinheitliche Prüfung gibt es dafür nicht. Der anerkannte nächste Schritt ist die IHK-Fortbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter, die über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden kann. Ein Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen ist ein alternativer Einstieg.
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