Industriekaufmann
Steuert kaufmännische Abläufe in Industrieunternehmen – von Einkauf und Vertrieb über Personal bis Rechnungswesen – nach einer dreijährigen dualen Ausbildung.
29 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Industriekaufmann verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.850 € | 3.200 € | 3.550 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.250 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.650 € | 4.250 € | 4.950 € | 51.000 € |
Grundlage sind die kaufmännischen Entgeltgruppen der Flächentarife der Metall- und Elektroindustrie und der Chemie sowie die Entgeltatlas-Werte der Bundesagentur. Die Werte gelten für ausgebildete Kaufleute in Vollzeit; Unternehmen ohne Tarifbindung zahlen spürbar weniger, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Industriekaufmann ist der kaufmännische Allrounder der Industrie. Er kauft Rohstoffe und Material ein, vergleicht Angebote, verhandelt Liefertermine, nimmt Kundenaufträge an, erstellt Angebote und Rechnungen, plant mit der Produktion Kapazitäten und Liefertermine, bucht Geschäftsvorfälle und arbeitet in der Personalabteilung mit. In der Ausbildung durchläuft er all diese Bereiche, danach spezialisiert er sich meist auf einen davon. Das macht den Abschluss vielseitig verwendbar: Industriekaufleute findet man im Einkauf, in der Auftragsabwicklung, im Vertriebsinnendienst, im Controlling und in der Personalsachbearbeitung.
Das Handwerkszeug ist ein ERP-System, in großen Unternehmen meist SAP, dazu Excel und die Kommunikation mit Lieferanten und Kunden, häufig auch auf Englisch. Der Alltag hängt stark vom Bereich ab. Im Einkauf geht es um Preise, Lieferfähigkeit und Verträge, in der Auftragsabwicklung um Termine und Rückfragen, im Rechnungswesen um Buchungen und Abschlüsse. Die Ausbildungsordnung ist vor wenigen Jahren modernisiert worden und legt seither mehr Gewicht auf digitale Geschäftsprozesse, Datenanalyse und Nachhaltigkeit.
In diesem Bestand sind drei von vier Anzeigen Ausbildungsplätze. Die Arbeitgeber sind Industrieunternehmen verschiedener Größe, von Chemiekonzernen bis zu mittelständischen Herstellern, daneben einzelne Personaldienstleister mit Stellen für ausgebildete Kaufleute. Teilzeit wird nicht angeboten. Wer als ausgebildeter Industriekaufmann eine Stelle sucht, findet sie oft unter spezielleren Titeln wie Einkäufer, Sachbearbeiter Auftragsabwicklung oder Vertriebsinnendienst.
Der Beruf gehört seit Jahren zu den beliebtesten kaufmännischen Ausbildungsberufen, und ein großer Teil der Auszubildenden hat Abitur. Viele verbinden die Ausbildung mit einem dualen Studium oder hängen eine Fortbildung an: Industriefachwirt, Fachwirt für Einkauf, Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt nach dem Berufsbildungsgesetz. Damit öffnen sich Fach- und Führungsstellen in den jeweiligen Abteilungen.
Aufgaben
- Material und Dienstleistungen einkaufen, Angebote vergleichen und bestellen
- Kundenanfragen bearbeiten, Angebote und Auftragsbestätigungen erstellen
- Liefertermine mit Produktion und Logistik abstimmen
- Rechnungen prüfen, buchen und den Zahlungsverkehr begleiten
- Kalkulationen und Auswertungen für das Controlling erstellen
- Personalvorgänge wie Einstellungen und Zeiterfassung mitbearbeiten
- Stammdaten und Belege im ERP-System pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Industriekaufmann
- Sicherer Umgang mit ERP-Systemen und Excel
- Kaufmännisches Verständnis und Zahlenaffinität
- Gute Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen
- Organisationstalent und Sorgfalt
- Für die Ausbildung mittlere Reife oder Abitur
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbau
- Chemie- und Pharmaindustrie
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Elektro- und Metallindustrie
- Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie
Der Weg in den Beruf
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und kann mit Abitur auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden. Sie endet mit der IHK-Abschlussprüfung. Die Ausbildungsvergütung richtet sich in tarifgebundenen Betrieben nach den Tarifen der jeweiligen Branche, etwa der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie, und liegt dort meist über dem gesetzlichen Mindestbetrag. Weiterbildungen führen zum Industriefachwirt, Fachwirt für Einkauf, Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt, alternativ bietet sich ein Studium der Betriebswirtschaft an.
Offene Stellen als Industriekaufmann
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