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Finanzen & Controlling

Controller

Plant, analysiert und steuert die Zahlen eines Unternehmens – Budget, Kosten, Abweichungen und Prognosen – und berät die Führung bei Entscheidungen.

28 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Controller verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.700 € 4.200 € 4.800 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.400 € 5.100 € 5.900 € 61.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.200 € 6.200 € 7.400 € 74.400 €

Einen Flächentarif für Controller gibt es nicht; die Werte folgen den Größenordnungen des Entgeltatlas der Bundesagentur und der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts. Im öffentlichen Dienst und in Forschungseinrichtungen gilt meist Entgeltgruppe 11 bis 13 TVöD oder TV-L, in der Industrie mit Tarifbindung die oberen Angestelltengruppen; Boni sind nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Der Controller übersetzt das Geschehen im Unternehmen in Zahlen und die Zahlen zurück in Entscheidungen. Er erstellt mit den Abteilungen die Budgets für das kommende Jahr, vergleicht monatlich Plan und Ist, sucht die Ursachen von Abweichungen und schreibt Prognosen fort. Er rechnet aus, was ein Produkt, ein Auftrag oder eine Kostenstelle kostet, bewertet Investitionen und bereitet Berichte für Geschäftsführung, Gesellschafter oder Aufsichtsgremien vor. Anders als die Buchhaltung, die festhält, was passiert ist, schaut das Controlling nach vorn.

Das Fach hat verschiedene Spielarten. Das operative Controlling begleitet Monat für Monat Kostenstellen und Ergebnisse, das Vertriebscontrolling Margen und Kunden, das Investitionscontrolling Projekte und Anlagen, das Konzerncontrolling die Tochtergesellschaften. In Krankenhäusern kommt das Medizincontrolling mit der Abrechnung nach Fallpauschalen dazu, in Forschungseinrichtungen die Kontrolle von Drittmittelprojekten. Werkzeuge sind ERP-Systeme wie SAP, Business-Intelligence-Software und immer noch viel Excel; wer Daten selbst abfragen und aufbereiten kann, hat einen Vorteil.

In diesem Bestand fällt die Mischung der Arbeitgeber auf: Neben Industrieunternehmen suchen eine große Forschungseinrichtung und ein Klinikkonzern. Mehrere Titel richten sich an erfahrene Kräfte, darunter Stellen mit Schwerpunkt auf der Umstellung von ERP- und Finanzsystemen, eine davon ausdrücklich befristet für zwei Jahre. Teilzeit ist selten ausgeschrieben, knapp die Hälfte der Anzeigen nennt eine feste Anstellung.

Die Umstellung von Finanzsystemen ist derzeit ein eigener Arbeitsmarkt im Controlling. Viele Unternehmen migrieren auf neue ERP-Generationen, bauen Berichtswesen und Planung neu auf und brauchen dafür Controller, die Prozesse und Systeme verstehen. Hinzu kommen neue Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit, die in manchen Häusern beim Controlling angesiedelt sind. Der Aufstieg führt zum Leiter Controlling und weiter zum kaufmännischen Leiter oder Finanzchef.

Aufgaben

  • Budgets und Mittelfristplanung mit den Fachbereichen erstellen
  • Monatliche Plan-Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen durchführen
  • Forecasts fortschreiben und Ergebnisse prognostizieren
  • Kosten- und Leistungsrechnung sowie Kalkulationen betreuen
  • Investitionen und Projekte wirtschaftlich bewerten
  • Berichte und Kennzahlen für Geschäftsführung und Gremien aufbereiten
  • An der Einführung und Weiterentwicklung von ERP- und BI-Systemen mitwirken

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Controlling oder Finanzen
  • Alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Controller
  • Sehr gute Excel-Kenntnisse und Erfahrung mit SAP oder BI-Werkzeugen
  • Analytisches Denken und Verständnis für Geschäftsprozesse
  • Fähigkeit, Zahlen verständlich zu erklären
  • Gutes Englisch in international aufgestellten Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Krankenhäuser und Klinikverbünde
  • Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen
  • Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
  • Beratungsunternehmen

Der Weg in den Beruf

Die meisten Controller haben Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Controlling, Rechnungswesen oder Finanzen studiert. Ein zweiter Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung und die IHK-Fortbildung zum Geprüften Controller oder einen Controller-Lehrgang bei einer Akademie. Nach einigen Jahren im Beruf sind Zusatzqualifikationen in Datenanalyse oder im internationalen Rechnungswesen verbreitet. Für Leitungsfunktionen ist ein Master oder vergleichbare Erfahrung üblich.

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