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Handwerk & Produktion

Flachglastechnologe

Flachglastechnologen stellen Flachglas her und verarbeiten es industriell weiter, etwa zu Isolierglas, Verbundsicherheitsglas oder vorgespanntem Glas für Fenster, Fassaden und Fahrzeuge. Sie richten Anlagen ein, steuern und überwachen sie und prüfen die Qualität der Scheiben.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Flachglastechnologe verdient

3.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.700 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.400 € 3.800 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.000 € 4.700 € 48.000 €

Am stärksten zählt, ob der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist: Große Glaswerke zahlen meist nach dem Tarifvertrag der Flachglasindustrie mit der IG BCE, viele mittelständische Verarbeiter dagegen frei verhandelt und oft spürbar darunter. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen im Dreischichtbetrieb erhöhen das tatsächliche Einkommen deutlich über die hier genannten Grundwerte.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Flachglastechnologe?

Flachglastechnologen arbeiten in Betrieben, die Glasscheiben herstellen oder industriell weiterverarbeiten. In einem Floatglaswerk überwachen sie den Schmelzprozess, das Glasband auf dem Zinnbad und das Kühlen und Schneiden. Häufiger ist die Arbeit in der Weiterverarbeitung: Scheiben werden nach Auftrag auf CNC-Schneidtischen zugeschnitten, an den Kanten geschliffen, gebohrt, im Ofen zu Einscheibensicherheitsglas vorgespannt, mit Folie zu Verbundsicherheitsglas laminiert oder zu Isolierglas mit Abstandhalter, Gasfüllung und Randversiegelung verbunden. Dazu gehört, Maschinenprogramme einzugeben, Anlagen einzurichten und umzurüsten, Scheiben mit Vakuumhebern und Kränen zu bewegen, Maße, Oberflächen und Beschichtungen zu prüfen und Fehler wie Kratzer, Einschlüsse oder Verzug auszusortieren. Kleinere Wartungsarbeiten und das Dokumentieren von Prüfergebnissen gehören ebenfalls zum Alltag.

Wie wird man Flachglastechnologe?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung in Industrie und Handel, die drei Jahre dauert und mit der Prüfung vor der IHK endet. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Mathematik und Physik sind hilfreich, weil Zuschnitte berechnet und physikalische Vorgänge wie Spannungen im Glas verstanden werden müssen. Da der Beruf selten ist, findet der Berufsschulunterricht meist im Blockunterricht an wenigen Standorten statt, was längere Aufenthalte fern vom Wohnort mit sich bringen kann. Quereinsteiger kommen oft als angelernte Kräfte in die Produktion und können den Abschluss später über eine Externenprüfung nachholen, wenn sie genug Berufspraxis vorweisen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet in Produktionshallen statt, in denen es laut ist und je nach Anlage warm wird, besonders an Vorspann- und Schmelzöfen. Auch wenn große Scheiben mit Hebetechnik bewegt werden, bleibt viel Steh- und Tragearbeit. Glaskanten sind scharf, Schutzhandschuhe, Armschützer und Sicherheitsschuhe sind Pflicht, Schnittverletzungen kommen trotzdem vor. Floatglaswerke laufen ohne Unterbrechung, weil eine Glasschmelze nicht abgeschaltet werden kann; dort ist Wechselschicht mit Nacht- und Wochenenddiensten die Regel. Auch viele Verarbeitungsbetriebe arbeiten im Zwei- oder Dreischichtbetrieb. Gefragt sind Sorgfalt und ein gutes Auge, denn ein übersehener Fehler macht eine teure Scheibe zum Ausschuss, und Termindruck durch Bauprojekte ist häufig.

Aussichten

Fachkräfte für Flachglas werden gesucht, weil nur wenige junge Leute diesen Beruf kennen und die Ausbildungszahlen klein sind. Energetische Sanierung, Dreifachverglasung, Glasfassaden und Solartechnik sorgen für stabile Nachfrage, allerdings hängt die Branche an der Baukonjunktur, und energieintensive Glaswerke stehen unter Kostendruck. Die Automatisierung schreitet voran, sodass Kenntnisse in Anlagensteuerung und Programmierung wichtiger werden. Nach einigen Berufsjahren sind Weiterbildungen zum Industriemeister Glas oder zum staatlich geprüften Techniker für Glastechnik möglich, die zu Aufgaben als Schichtführer, in der Qualitätssicherung oder in der Arbeitsvorbereitung führen.

Aufgaben

  • Glasscheiben nach Auftragsdaten auf CNC-Schneidanlagen zuschneiden
  • Kanten schleifen, Bohrungen und Ausschnitte herstellen
  • Scheiben im Ofen zu Einscheibensicherheitsglas vorspannen
  • Isolierglas und Verbundsicherheitsglas fertigen
  • Produktionsanlagen einrichten, umrüsten und überwachen
  • Maße, Oberflächen und Beschichtungen prüfen und fehlerhafte Scheiben aussortieren
  • Prüfergebnisse und Produktionsdaten dokumentieren
  • Kleinere Wartungs- und Reinigungsarbeiten an Maschinen durchführen

Voraussetzungen

  • In der Regel Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss
  • Gute Grundkenntnisse in Mathematik und Physik
  • Technisches Verständnis und Interesse an Maschinensteuerung
  • Sorgfalt und ein genaues Auge für kleine Fehler
  • Körperliche Belastbarkeit für Steh- und Tragearbeit
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit einschließlich Nacht- und Wochenenddiensten

Wo man arbeitet

  • Floatglaswerke
  • Betriebe der Flachglasveredelung
  • Isolierglashersteller
  • Hersteller von Sicherheitsglas für Bau und Fahrzeuge
  • Zulieferer für Fassaden- und Solartechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Der Berufsschulunterricht findet wegen der geringen Zahl an Auszubildenden meist als Blockunterricht an wenigen zentralen Standorten statt.

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